Nur noch drei Weiße aus dem Morgenland: Kein „Blackfacing“ mehr bei Kölns Sternsingern

Linksradikaler Kulturbolschewismus, Cancel-Culture und positivrassistischer „Anti-Rassismus“-Wahn, der schlimmer als zu den finstersten Zeiten der Geschichte wieder mal das Hauptaugenmerk auf die Hautfarbe legt: Die Black-Lives-Matter-Agitation trägt weiter Früchte und macht nun neuerdings nicht einmal mehr vor der katholischen Kirche halt. Neuerdings trötet auch der BDKJ-Diözesanverband Köln lautstark für Genderism, „Vielfalt“ und „Sensibilität“ – und verbindet den Kniefall vorm durchideologisierten Zeitgeist mit einem Appell gegen „Blackfacing“.

So wird nämlich das Anmalen des bei den Sternsingern (neuerdings auch beim BDKJ: „Sternsinger*innen„) den Melchior repräsentierenden Kindes ernsthaft bezeichnet – als „Blackfacing“. Die endverblödete Geschichtsvergessenheit dieser Aktivisten kennt nicht einmal den Unterschied zwischen der eigentlichen Bedeutung von Blackfacing und einer christlichen Tradition, die sich ganz unmittelbar auf die Weihnachtsgeschichte bezieht. So weit sind wir in dieser Bildungsnation bereits. Echtes Blackfacing war eine zur gezielten Erniedrigung und Verhöhnung der Schwarzen in den USA verbreitete Praxis in den Minstrel-Shows der USA des 19. Jahrhunderts; eine klassische Theatermaskerade mit durchaus rassistisch-politischem Hintergrund, die sich nach der Niederlage der US-Südstaaten im Sezessionskrieg großer Beliebtheit bei der dortigen weißen Bevölkerung erfreute, welche auch nach der Sklavenemanzipation nicht von ihren Ressentiments ablassen konnte (über ein Jahrhundert lang übrigens). Weiße malten sich als Neger an stellten diese stets beleidigend naiv, dumm und tölpelhaft auf der Bühne dar, was volle Absicht war.

Das christliche Sujet der Heiligen Drei Könige hingegen hat mit Rassismus absolut überhaupt nichts zu tun – es sei denn, man würde demnächst auch die Bibel als rassistisches Machwerk verbieten, weil Melchior nun einmal als Farbiger überliefert ist. Quoten, Diversitäts- oder „Person-of-Colour“-Agenda spielten in Bethlehem allerdings noch keine Rolle. Heute, 2000 Jahre nach der Stallgeburt des Herrn, verteufelt linker Rigorismus nicht nur die Hautfarbe des schwarzen Königs und unterzieht ihn einer stupiden Prozedur des „Whitefacings“ (etwas, das ein anderer schwarzer König, der King of Pop Michael Jackson, zeitlebens übrigens ebenfalls anstrebte!). Beim Kölner Diözesanverband heißt es dazu: „Wir stehen für Vielfalt, ohne schwarz geschminkte Kinder. Darum rufen wir alle Verantwortlichen fürs Sternsingen vor Ort dazu auf, kein Kind mehr schwarz zu schminken, denn schwarze Menschen leben selbstverständlich in Deutschland.

(Screenshot:Facebook)

Soso. Schwarze Menschen leben selbstverständlich in Deutschland – hat dies irgendjemand bestritten oder in Frage gestellt? Bzw. inwiefern wird das Zusammenleben Schwarzer und Weißer in diesem Land durch die überlieferte Darstellung einer biblischen Figur gefährdet? Welcher Zeit-Ungeist hier mitschwingt, offenbart der nächste Satz der BDKJ-Erklärung: „Ein Schwarzes Kind steht deswegen ebenso wenig für Afrika, wie ein weißes für Europa.“ Abgesehen von der aufschlussreichen Großschreibung nur des Attributs „schwarz“ in diesem und allen weiteren Sätzen der Erklärung scheint zumindest hier einiger Widerspruch angebracht.

Weil in Europa (zumindest noch, solange UN-Resettlement- und sonstigen Transformationsprogramme abgeschlossen sein werden) die Bevölkerungsmehrheit leider nun einmal weiß ist und die in Afrika schwarz, ist die wertfreie Zuordnung zu einem sehr wahrscheinlichen geographischen Herkunftsraum durchaus naheliegend. Natürlich könnte ein Zoobesucher auch die Herkunft eines Pinguins aus der Sahara oder eines Tigers vom Südpol postulieren, solange ihm nähere Hintergrundkenntnisse der „Migrationsgeschichte“ fehlen. Die rassistische Aufladung ergibt sich allerdings stets erst daraus, was durchgeknallte Aktivisten in das Beobachtete hineininterpretieren, indem sie also alle kognitiven Bezugssysteme des Naheliegenden verteufeln.

Christliche Traditionen auf dem Altar der Diversität geopfert

Wenn weiße Menschen sich schwarz schminken, werden Schwarze Menschen auf ihre Hautfarbe reduziert. Damit werden Klischees und Vorurteile gegenüber Schwarzen Menschen wiederholt und so verstärkt.“ Schöner wurde der umgepolte Rassismus dieser Diversitätsfatzkes wohl selten entlarvt: Sie selbst sind es nämlich, die die Hautfarbe wieder in den alleinigen Mittelpunkt des Blickfeldes rücken. Kleine Kinder werden so erst sensibilisiert für Unterschiede, die ihnen selbst intuitiv meist gar nicht auffallen und die sie noch nie ein Problem darstellten. Auf den bescheuerten Gedanken, in einem geschminkten Melchior einer der Haustür klingelnden Sternsinger-Gruppe eine rassistische Erniedrigung zu erkennen, kommt ein zivilisierter Mensch erst gar nicht.

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Die Antirassisten sorgen für die Auferstehung des Rassismus – und das ist auch die Quintessenz der George-Floyd-Gedenkkrawalle im BLM-Antifa-Hasskult. Dass dieser nun auch kleine Kinder indoktriniert, ist erschütternd – und dass die eigentlich für konservative Werte und christlich-abendländisches Erbe stehende katholische Kirche sich hieran beteiligt, ein Ding der Unmöglichkeit. Früher trichterten die Erwachsenen-Paradigmen den von Geburt an diesbezüglich unbefangenen Kindern ein, Schwarze seien minder- und Weiße höhenwertig. Heute lernen sie stattdessen, dass sich Weiße zu „schämen“ haben und den Schwarzen etwas „schuldig“ sind. Die Polarität durch Betonung eines angeborenen Unterschieds bleibt damit gleich, eternal circle – und die Folgen der rassistischen Zerklüftung ebenfalls. Das kommt dabei heraus, wenn sich weiße Bessermenschen inzwischen schwarze Befindlichkeiten anmaßen und besser noch als die Schwarzen selbst Bescheid wissen wollen, wann diese sich diskriminiert zu fühlen haben. (DM)