Predigtverbot für Pastor Latzel

Kanzel (Bild: shutterstock.com/S Von Stephen Barnes)

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat es Pastor Olaf Latzel untersagt, während des gegen ihn laufenden Verfahrens wegen Volksverhetzung zu predigen. Sollte er sich nicht daran halten, will ihn die BEK aus dem Dienst entheben.

Der Kirchenausschuss der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) gab am vergangenen Freitag folgende Stellungnahme heraus:

„Das Amtsgericht Bremen hat Herrn Pastor Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt. Herr Pastor Latzel hat gegen dieses Urteil Rechtsmittel eingelegt. Der Kirchenausschuss hat im Hinblick darauf, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, beschlossen, dass das Disziplinarverfahren weiterhin ausgesetzt wird.

Der Kirchenausschuss hat darüber hinaus entschieden, dass Herr Pastor Latzel während der Dauer des weiteren Verfahrens keinen Dienst als Pastor in unserer Kirche tun kann. Er hat deshalb beschlossen, Herrn Pastor Latzel vorläufig des Dienstes zu entheben, falls mit ihm nicht kurzfristig eine Einigung über das Ruhen seines Dienstes erzielt werden kann.

Herrn Pastor Latzel und seinem Rechtsbeistand wird im Wege einer Anhörung die Möglichkeit gegeben, zu dieser Entscheidung des Kirchenausschusses bis kommenden Mittwoch Stellung zu nehmen und ein Einvernehmen mit dem Kirchenausschuss über das Ruhen des Dienstes während des weiteren Verfahrens zu erzielen. Sollte diese nicht zustande kommen, wird er mit sofortiger Wirkung vorläufig des Dienstes enthoben. Das Disziplinarverfahren bleibt ausgesetzt.“

Das BEK ist der Überzeugung, dass ein Pastor, der von einem Gericht der Bundesrepublik Deutschland wegen Volksverhetzung verurteilt worden ist, während der Dauer des Disziplinarverfahrens seinen Dienst nicht weiter ausüben kann, da so eine „glaubwürdige Verkündigung des Evangeliums  während der Dauer einer derartigen rechtlichen Auseinandersetzung – die möglicherweise über Jahre und unter erheblicher öffentlicher  Beteiligung stattfindet – nicht denkbar“ sei. Eine Ausübung des Dienstes während dieser Zeit würde die „Glaubwürdigkeit der Wahrnehmung des kirchlichen Dienstes und das Ansehen der Bremischen Evangelischen Kirche in der Öffentlichkeit schwer beschädigen“, so die Sorge einer Kirche, die wie keine zweite sich in seiner Geschichte den totalitärsten Regime angedient hat und aktuell dem links-grünen Zeitgeist hinterherläuft. Der Kirchenausschuss bittet die Menschen, denen durch die Äußerungen von Pastor Latzel „Leid und Unrecht zugefügt wurde, um Verzeihung.“

Wie jouwatch berichtete, hatte das Bremer Amtsgericht Ende November Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt. Laut Gericht habe er zum Hass gegen Homosexuelle angestachelt. Die Verteidigung bezeichnete das Urteil als eine „Katastrophe“ und als „Einfallstor zur Beschränkung der Meinungsfreiheit“. Der 53-jährige Theologe habe nach Ansicht des Gerichts in einem auf YouTube verbreiteten „Eheseminar“ vor etwa 30 Ehepaaren im Herbst 2019 zum Hass gegen Homosexuelle und Intergeschlechtliche angestachelt. Im Verlauf des Seminars habe er unter anderem davor gewarnt, Homosexualität sei eine „Degenerationsform der Gesellschaft“, und er habe gesagt: „Der ganze Gender-Dreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist zutiefst teuflisch und satanisch.“ Sowie: „Überall laufen diese Verbrecher vom Christopher Street Day rum.“

Nach dem Schuldspruch hatte die Evangelische Landeskirche bereits angekündigt, über „Konsequenzen“ beraten zu wollen. (SB)