Griechenland wird von Somalis „überrannt“

In Griechenland ist man zutiefst besorgt über eine neue illegale Einwanderungswelle von Somalis, die mit Hilfe der Türkei, unterstützt von einem Netzwerk von NGOs und Menschenschmugglern, ins Land einreisen.

Anfang Dezember erklärte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die im November aus der Türkei auf die Insel Lesbos gekommen waren, aus Somalia stammten. Von den insgesamt 214 illegalen Einwanderern würden 142 aus dem ostafrikanischen Land am Horn von Afrika stammen, so der Minister laut Greek Reporter.

Offenbar können die Somalis bei ihrer Reise nach Europa fest auf die Türkei zählen. Laut einem gemeinsamen Bericht des griechischen Nationalen Geheimdienstes, der Polizei und der Küstenwache bringt ein gut organisierte Netzwerk Migranten von Somalia über Istanbul nach Griechenland.

Das Netzwerk soll insbesondere das türkische Konsulat in Mogadischu, der somalischen Hauptstadt, die Stadtuniversität von Mogadischu und das Erdogan-Krankenhaus (ebenfalls in Mogadischu) sowie türkische islamische sogenannte Hilfsorganisationen umfassen.

Damit somalische Staatsangehörige von Somalia nach Istanbul reisen können, müssen sie ein Studenten- oder Medizinvisum erwerben. Dies bekommen sie entweder durch ein gefälschtes Diplom der Stadtuniversität von Mogadischu oder durch falsche ärztliche Atteste eines Krankenhauses – passenderweise laute der Codenamens für die Aktion „Erdogan“, so Greek Reporter.

Ein solches Zertifikat wurde kürzlich von Führungskräften von Frontex im Besitz eines somalischen Staatsangehörigen gefunden. Für die Genehmigung des Studenten oder des medizinischen Visums sind weiterhin Einladungen von Istanbuler Universitäten oder Krankenhausbescheinigungen von türkischen Krankenhäusern erforderlich.

Der Bericht zitiert Aussagen illegaler Migranten, wonach türkische Soldaten der Militärbasis Camp TURKSOM in Somalia sich an englischsprachige Somalier wandten und sie ihren erklärten, wie sie ein Visum und ein subventioniertes Ticket für ihre Reise nach Istanbul erhalten können.

Das Prozedere wird von einer Agentur zu einem Preis von 1.300 bis 1.500 Euro abgewickelt, einschließlich eines Flugtickets, das angeblich vom türkischen Staat subventioniert wird und etwa 100 Euro kostet. „Werden Sie bei uns Student und erhalten Sie ein Studentenvisum für die Türkei zu angemessenen Preisen und in kurzer Zeit“, heißt es in einer Reisebüro-Anzeige in Mogadischu.

NGOs, Anarchisten, Türkei und Menschenschmuggler arbeiten Hand in Hand

Aussagen somalischer Einwanderer verweisen darauf, dass der Prozess häufig von zwei islamischen Nichtregierungsorganisationen unterstützt wird, von denen eine im Vereinigten Königreich und die andere in der Türkei ansässig ist. Aus dem Bericht der griechischen Sicherheitsdienste geht hervor, dass diese beiden Organisationen Gegenstand von Untersuchungen waren und mit der Muslimbruderschaft verbunden sein sollen, einer Organisation, die gute Beziehungen zum türkischen Präsidenten Erdogan unterhält.

Bei ihrer Ankunft in Istanbul werden die somalische zukünftigen illegalen Neueuropäer von ihren Landsleuten begrüßt und mit einem Auto zu ihren Stadtwohnungen gefahren, wo sie in Gruppen von 15 bis 20 Personen bleiben, bis ihr sicherer Transport an die Westküste der Türkei organisiert werden kann.

Nach eigenen Angaben werden die Somalier dann von hauptsächlich türkischen und syrischen Migrantenhändlern nach Smyrna und Dekeli gebracht, von wo aus die Überfahrt nach Lesbos einfacher ist.

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Laut dem griechische Migrationsminister Notis Mitarakis, der aus einem Bericht der Sicherheitsdienste zitiert, warten derzeit rund 2.500 Somalier in Izmir darauf, dass die richtigen Bedingungen für die Überquerung der griechischen Inseln herrschen. Jede einzelne Überfahrt nach Lesbos und Chios kostet zwischen 500 und 800 Euro.

Somalische Migranten sagten vor den griechischen Behörden aus, dass die türkische Polizei sie aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Somalia nicht festnehme, im Gegensatz zu Migranten anderer Nationalitäten.

Die Boote, die die Somalis zu ihrer illegalen Überfahrt nach Griechenland nutzen, werden von Booten der türkischen Küstenwache unterstützt. Wenn die Boote von Schiffen der Frontex oder der griechischen Küstenwache entdeckt werden, werden sie gebeten, in die Türkei zurückzukehren. Es gab Fälle, in denen die Boote kenterten sind, die Türkei beschuldigt Griechenland dann, „Flüchtlingsboote zu versenken“.

Auf Lesbos operieren internationale Organisationen und humanitäre NGOs, die den illegalen Einwanderern mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen helfen ihre Asylverfahren auf den Weg zu bringen. Einige NGO-Mitarbeiter werden den Netzwerken der Menschenhändlern und anarchistischen Gruppen zugerechnet, berichtet Greek Reporter.

Gegen vier auf Lesbos tätige NGOs ermittelten kürzlich sowohl die griechischen Polizei, die griechischen Küstenwache als auch der Nationale Geheimdienst, wegen Unterstützung der illegalen Einreise von Migranten nach Griechenland.

Dicke Freunde- die Türkei und Somalia

Die Türkei pflegt gute Beziehungen zum muslimischen Bruderland Somalia. Im September 2017 gründete die Türkei das Camp TURKSOM, eine große Militärbasis und ein Verteidigungskolleg in Mogadischu. Es dient auch als Basis einer türkisch-somalischen Task Force namens „African Eagle“. Im Camp TURKSOM bildet die Türkei angeblich Offiziere der somalischen Streitkräfte aus, damit das Land ein unabhängiges Militär aufbauen kann. An der türkisch geführten Armeeakademie sollen Kadetten angeblich auch türkische Militärhymnen singen.

Camp TURKSOM wird von Analysten als Symbol für den Expansionismus der Türkei angesehen. Ihre Präsenz in Somalia zielt darauf ab, eine türkisch-freundliche somalische Streitmacht aufzubauen und damit ihre wirtschaftliche und geopolitische Macht in einem sensiblen und bereits destabilisierten Teil Ostafrikas auszubauen. Derzeit nutzt Ankara Staatsangehörige des verarmten afrikanischen Landes, die nach einem besseren Leben in Europa suchen, um wirtschaftlichen und sozialen Druck auf Griechenland und die gesamte EU auszuüben.

In Deutschland weiter willkommen – die Muslimbruderschaft 

Die offenbar in das illegale Türkei-Europa-Einwanderungsreisegeschäft involvierte 1928 von Hasan al-Banna in Ägypten gegründete Muslimbruderschaft ist seit 2013 in ihrem Heimatland verboten und wird dort als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist man weit entfernt von einem solchen Schritt. Hier kann sich die älteste und einflussreichste sunnitische islamistische Bewegung mit Unterstützung der Politik weiter verzahnen und ausbreiten.

1040 Personen rechnete der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr der radikal-islamischen Gruppe zu, die ihr Netzwerk von Moscheen und religiösen Bildungsstätten ständig ausgebaut und ihre Taktik verfolgt, eine Bildungselite zur sukzessiven Durchdringung der Gesellschaft zu formieren.

Das erklärte Ziel der Muslimburderschaft: „Der Islam wird Europa erobern, ohne Schwert und ohne Kampf.“ Das machte der wohl einflussreichste zeitgenössische Denker und Agitator der weltweiten Muslimbruderschaft (MB) Yusuf al-Qaradawi im katarischen Fernsehen klar. Die angestrebte „friedlichen Eroberung durch Mission und gezielte Einflussnahme habe ihre Begründung im Islam und werde von Erfolg gekrönt sein“, erklärte der Scheich. Europa sei in einem miserablen Zustand aus Unmoral, Materialismus und Promiskuität und müsse vom Islam aus diesem Elend befreit werden. „Europa wird keinen Lebensretter, kein Rettungsboot außer dem Islam finden“, weiß die Bundeszentrale für politische Bildung. (MS)