Hohe Corona-Fallzahlen im Erzgebirge: Sind offene Grenzen der Grund?

Sachsens MP Michael Kretschmer (Foto:Imago/PoliticalMoments)

Laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist ausschließlich das Fehlverhalten der eigenen Bürger Schuld an den hohen Corona-Fallzahlen – und natürlich nicht die Landesregierung, die in den letzten Monaten wie auch andere Bundesländer einen viel zu schwachen Augenmerk auf die Situation in den Heimen gelegt und die Hochrisikogruppen nicht hinreichend geschützt hat. Auch auch sonstige zumindest diskussionswürdige, politisch unerwünschte Erklärungen bleiben unausgesprochen.

Deshalb wird weiter „gerätselt“, wie die hohen Inzidenzwerte vor allem Erzgebirge zustandekommen. Wenn Kretschmer seinen Bürger vorwirft, diese würden immer noch zuviel im Land herumreisen – wieso sind dann ausgerechnet einzelne Dörfer im ländlichen Raum die am stärksten betroffenen Hotspots, so stark, dass nun bereits erwägt wird, Kommunen mit besonders hohen Inzidenzwerten und rasant steigendem Infektionsgeschehen von der Außenwelt zu trennen und komplett dichtzumachen (wie „Bild“ gestern Abend berichtete)? Werden diese Dörfer besonders häufig besucht und von wem – beziehungsweise fahren ihre Einwohner durch Sachsen, infizieren sich und kehren als Superspreader zurück?

Da die Politik sich ja beharrlich weigert, die Zuverlässigkeit der PCR-Tests grundsätzlich in Frage zu stellen (insbesondere bleibt die Frage der zweifelhaft hohen Zyklenzahlen, die in Deutschland oftmals noch zum Nachweis positiver Tests akzeptiert werden, weiter unbeantwortet!), kann weiterhin nicht untersucht werden, inwiefern ein reales oder ein aufgebauschtes Infektionsgeschehen abgebildet wird. Dass es in vielen Kliniken zu Belastungsspitzen bis ans Limit kommt, ist alleine für sich gesehen noch kein Beweis für eine medizinische Notlage – solche Zustände gab es auch in den Vorjahren immer wieder.

Beweis der Wirkungslosigkeit der Hardcore-Maßnahmen

In Sachsen herrschten bereits vor dem strikten Lockdown härtere Regeln. Wie überall in Deutschland gelten Maskenpflicht und strikte Kontaktbeschränkungen seit Monaten. Trotzdem kommt es jetzt zu dieser Explosion. Gerade aus der eigenen Logik der Maskenbefürworter und Lockdown-Hardliner heraus ist damit der Beweis erbracht, dass diese ganz offensichtlich nichts gebracht haben, und nichts deutet plausibel darauf hin, dass immer weitere Verschärfungen irgendeinen Effekt haben. Wenn also die Maßnahmen keine oder keine ausreichende Wirkung zeigen und wenn es sich nicht um Messfehler der ja so unfehlbaren Tests handelt: Was soll dann der Grund sein?

Verzweifelt wurde ja zuletzt versucht, „AfD-Hochburgen“ mit Corona-Hotspots in Deckung zu bringen, um einen Zusammenhang abzuleiten; eine wissenschaftlich nicht haltbare und auch unlogische Scheinkausalität, die sich – würde sie zutreffen – dann ja außerdem nicht nur in Südsachsen, sondern vor allem auch in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und anderen ostdeutschen AfD-Stammlanden bemerkbar machen müsste. Nein, die einzige naheliegende Erklärung kann eigentlich nur die Grenznähe zu Tschechien sein – und wie die aktuelle Datenlage aussieht, lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es sich um ein importiertes (bzw. ständig re-importiertes) Problem handelt:

(Screenshot:Bild)

Hier ist ein Zusammenhang durchaus, wenn nicht gar sehr wahrscheinlich; entweder sind es also Arbeitspendler, oder es sind illegale Grenzgänger, die das Virus wieder und wieder einschleppen. Tatsächlich wandert seit 2015 ein beträchtlicher Teil von Flüchtlingen der weiterhin, trotz Lockdowns stark frequentierten Balkanrouten gerade übers Erzgebirge nach Deutschland ein. Dass solche Zusammenhänge politisch nicht einmal diskutiert werden, man zugleich aber die Landbevölkerung unter Generalverdacht der Rücksicht- und Disziplinlosigkeit stellt und ganze Dörfer abriegelt, lässt tief blicken. (DM)