Unwirksame und gefährliche FFP2-Masken: Will Spahn die Alten noch schneller loswerden?

Ausgabe von FFP2-Masken (Foto:Imago/Cord)

Das gesamte Land wird derzeit wieder auf unbestimmte Zeit in Geiselhaft genommen, weil die Regierung bis heute keinen wirksamen und qualifizierten Risikogruppenschutz verfolgt; zynisch wird argumentiert, es sei unsolidarisch und unethisch, für Öffnungen und Normalität den Tod von Senioren und Hochbetagten in Kauf zu nehmen. Tatsächlich nimmt offenbar der Staat deren Tod billigend in Kauf – mit untauglichen und sogar hochgefährlichen FFP2-Masken, die derzeit unter die Alten gebracht werden.

Nachdem man (wie üblich viel zu spät) auf den Trichter kam, dass Aktivschutzmasken – im Gegensatz zu den allenfalls psychologisch wirksamen Gesichtslappen-Keimschleudern „Marke Eigennaht“ – für Alte und Insassen von Pflegeheimen durchaus eine sinnvolle Maßnahme sein könnte, wurde die kostenlose Ausgabe eines „Starterpacks“, eines zumindest geringen Kontingents an FFP2-Masken für über 27 Millionen Deutsche beschlossen. Dabei wurden – wie bei dieser Bundesregierung inzwischen Standard – so dermaßen viele Pannen in Kauf genommen, dass man sich die Frage stellen muss: Steht dahinter möglicherweise der verwegene Plan, der natürlichen Sterblichkeit „nachzuhelfen“, um die Kliniken und Heime leerzuräumen?

Tatsächlich nämlich sind mit den Masken, so wie sie im „System Spahn“ nun distribuiert werden, lebensgefährliche Risiken verbunden. Es begann schon damit, dass die Ausgabe seit Montag über Apotheken mit den Torschlusspanik-Einkaufsorgien in den Innenstädten an den letzten beiden Tagen vor dem Killer-Lockdown zusammenfiel – mit der Folge, dass nicht nur Unmassen Senioren gleichzeitig die Apotheken belagerten (und noch immer belagern), in langen Schlangen davor warten mussten, und sich am Montag und Dienstag dann auch noch den vorbeiströmenden Massen der Last-Minute-Shopper aussetzten  – wo sie ein Vielfaches der kumulierten Virus-Keimlast der letzten Monate abbekommen haben dürften.

Der nächste Knaller war dann heute die Erkenntnis dass die Masken bei Feuchtigkeit überhaupt nicht mehr vor Viren schützen – und damit ihren Zweck verlieren. Wie „Bild“ schreibt, erschweren die Masken bei hoher Luftfeuchte (auch durch Anfeuchtung bei längerem Gebrauch) zunehmend das Atmen. Im Extremfall besteht dann möglicherweise sogar die Gefahr, keine Luft mehr zu bekommen und ohnmächtig zu werden. Die Zeitung zitiert einen Leser, der von einem Freund berichtet, welcher bei der Arbeit in einem Kühlhaus wegen seiner FFP2-Maske plötzlich akut keine Luft mehr bekommen hatte. Als er danach bei mehreren Apotheken nachfragte, erfuhr er, dass die ausgegebenen FFP2-Masken bei Regen oder Minustemperaturen im Freien überhaupt keine Freigabe haben.

Kein Schutz mehr bei Regen und Luftfeuchte

Wird eine FFP2-Maske feucht, kann sie ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen„, so die Sprecherin des Deutschen Apothekerverbands, Ursula Sellerberg zu „Bild“. Dabei spiele es keine Rolle, ob die FFP2-Masken von innen durch die Atemluft oder von außen durch Regen feucht werden. Diese Schwierigkeit kommt zu dem generellen Problem noch hinzu, dass zu lange getragene und gebrauchte Masken gefährlicher sind als gar keine, worauf neue Erkenntnisse hindeuten. Viele der Alten, die sich jetzt auf die Masken verlassen, wissen über diese Extra-Risiken natürlich nichts – und wiegen sich in falscher Sicherheit. Der Hygiene-Facharzt Klaus-Dieter Zastrow vom Hygiene-Institut Berlin hält die Ausgabe der Masken aus diesem Grund sogar für falsch. Es fällt allerdings schwer zu glauben, dass das Gesundheitsministerium von diesen Gebrauchseinschränkungen nichts weiß; will Spahn also sehenden Auges Deutschlands Senioren dem Infektionsrisiko aussetzen?

Der größte Witz jedoch besteht in darin, dass in China produzierte Masken mit der Kennung KN-95 weiterhin im Verkauf sind – und möglicherweise auch unter den gratis ausgegebenen Masken sind. Um das Riesen-Gratiskontingent wurde nämlich teilweise auf die Lagerbestände im Frühjahr bestellter Masken zurückgegriffen, die Spahns Ministerium damals blind ins Blaue überall bestellt hatte, dann aber vorsätzlich in vielen Fällen nicht bezahlen wollte. Dazu wurden wohl einige offene Posten nun doch bezahlt, um genug Masken parat zu haben.

Prüfsiegel und Qualitätszertifikate Fehlanzeige

Die Höhe der nichtbezahlten Rechnungen hatte bereits im Juni des Jahres bei 600 Millionen Euro gelegen. Dutzende Händler, die sich im Rahmen des von Spahn dilettantisch durchgeführten Open-House-Verfahrens im März Aufträge des BMG gesichert hatten (zu den lukrativen, weil maßlos überteuerten Konditionen), gerieten dadurch an den Rand der Existenz. Unter anderem wurde die Zahlungsverweigerung des BMG mit angeblichen „Mängeln“ begründet – obwohl die Bestellanforderungen erfüllt waren. Für die grandiose Leistung, mangelnde Qualität zu schon damals massiv überteuerten Preisen im großen Stil zu ordernd hatte Spahn die Wirtschaftsberatung Ernst & Young „freihändig“ mit einen 20-Millionen-Auftrag bedacht, damit sie ihm beim Geldausgeben half.

Zu den später als mangelhaft deklarierten, obwohl exakt so georderten Masken gehörten offenbar auch solche mit dem KN-95-Label. Die Frage ist nun, ob auch diese unter den jetzt ausgegeben Gratismasken gelandet sind. Wenn dem so wäre und Spahn versuchen sollten, seinen Ladenhüter-Schrott auf diesem Weise loszuwerden, wäre dies allerdings fatal: Tatsächlich fehlen diesen Masken nämlich alle nötigen Zertifikate und Qualitätsmerkmale. Die Wettbewerbszentrale warnt deshalb vor irreführender Werbung, „aus rechtlichen und gesundheitlichen Gründen„, wie die „Pharmazeutische Zeitung“ schreibt. Zu nasse oder nichtzertifizierte Aktivschutzmasken, dank derer sich alte Menschen und potentielle Risikopatienten in trügerischer Sicherheit wähnen – ist dies etwa Teil eines verkappten Masterplans, die Bevölkerung künstlich zu verjüngen? (DM)