Bundesregierung plant Gedenkveranstaltung für Corona-Opfer

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Berlin – Ab sofort gibt es auch bei den Toten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die Bundesregierung plant eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pandemie. Das teilte ein Regierungssprecher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) mit.

„Auch der Bundesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, ein Zeichen zu setzen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind und das Leid der Betroffenen gewürdigt wird“, sagte der Sprecher: „Angedacht wurde bisher etwa die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung.“

Aufgrund der derzeitigen Pandemielage sei allerdings noch nicht mit einer konkreten Planung begonnen worden. Als erstes hatte die Deutsche Bischofskonferenz einen nationalen Gedenktag für die Corona-Opfer vorgeschlagen. Dies könne nicht nur ein Zeichen des Gedenken, sondern auch der Zuversicht sein, „dass wir die Pandemie und andere Krisen mit vereinten Kräften überwinden können“, sagte der Vorsitzende Georg Bätzing den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Als möglichen Termin nannte er den Jahrestag der ersten Impfungen in Deutschland.

Bleibt die Frage, für wann Gedenkveranstaltungen für all die anderen Toten geplant sind. Hier eine Liste destatis.de, die sich die Verantwortlichen mal genauer anschauen sollten:

Im Jahr 2019 verstarben in Deutschland insgesamt 939 520 Menschen, darunter 465 885 Männer und 473 635 Frauen. Damit ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % gesunken. Die häufigste Todesursache im Jahr 2019 war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. 35,3 % aller Sterbefälle waren darauf zurückzuführen.

Von den 331 211 Menschen, die an einer Herz-/Kreislauferkrankung verstarben, waren 152 615 Männer und 178 596 Frauen. Zweithäufigste Todesursache waren die Krebserkrankungen: Rund ein Viertel aller Verstorbenen (231 318 Menschen) erlag im Jahr 2019 einem Krebsleiden, darunter 125 191 Männer und 106 127 Frauen. Bei Männern war eine Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge (Lungen- und Bronchialkrebs) mit 27 858 Fällen die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Häufigste Krebserkrankung mit Todesfolge war bei Frauen der Brustkrebs mit 18 519 Fällen.
4,4 % aller Todesfälle waren auf eine nicht natürliche Todesursache wie zum Beispiel eine Verletzung oder Vergiftung zurückzuführen (41 779 Sterbefälle). In 16 657 Fällen (7 991 Männer und 8 666 Frauen) war ein Sturz die Ursache für den Tod.

Aber würden wir wirklich alle Toten berücksichtigen, kämen wir aus der Trauer wohl nicht mehr heraus. (Mit Material von dts)