Regierung sorgt für Run auf illegale Polen-Böller: Droht in der Silvesternacht ein Massensterben?

Polen-Böller im "Praxistest" (Foto:Imago/snapshot)

Auch dieser Schuss der Bundesregierung geht wieder mal nach hinten los, und zwar buchstäblich: Mit Verboten, an die sich absehbar eine hohe Dunkelziffer an Menschen nicht halten werden, beschleunigt sie genau die Zustände, die sie eigentlich damit verhindern will. Das war bei den beiden Superspreader-Last-Minute-Einkaufsorgien am Montag und Dienstag dieser Woche vorm Lockdown der Fall, und das passiert nun auch beim Silvester-Böllerverbot.

Denn seit Tagen zeichnet sich genau das ab, wovor Kritiker eines generellen Feuerwerkverbots vergeblich gewarnt haben: Unzählige Deutsche, die sich die liebgewonnene Tradition trotz Corona nicht nehmen lassen wollen, umgehen das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper – und weichen auf nichtzertifizierte Produkte des Schwarzmarktes aus, die vor allem osteuropäische Kracher und Raketen verkaufen. Anders als die vom deutschen Einzelhandel vertriebenen, TÜV-geprüften und im Gebrauch sicheren Produkte sind diese oft billiger Schrott – und somit lebensgefährlich.

Die unfähige Regierung schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: mit ihrer willkürlichen Bevormundungspolitik nahm sie zuerst dem (jetzt ohnehin geschlossenen) Einzelhandel das Silvestergeschäft (und der deutschen Pyrotechnik-Branche einen achtstelligen Jahresumsatz – und treibt die Bürger damit zu Alternativen, die erst recht extreme Risiken bergen.

Verantwortungslose Politik, die das Gegenteil ihres Zwecks bewirkt

Grundsätzlich sollte ein Staat nur Verbote erlassen, die er auch wirksam kontrollieren kann. Dass er dies nicht kann, da in Corona-Zeiten die Ordnungsbehörden schon alle Hände voll mit Überwachung der Kontaktbeschränkungs- und Lockdownmaßnahmen zu tun haben und somit gerade in abgelegenen, ländlichen Regionen überhaupt keine Kontrolle jeglicher Böllerei möglich ist, ist schon jetzt klar. Zwar versucht der deutsche Zoll laut „Welt“ derzeit, dem sich verstärkenden Problem der „Polen-Böller“ durch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Polen Herr zu werden – doch dies sind nur Tropfen auf den heißen Stein – und der Flüchtlingszustrom zeigt bekanntlich, wie „effektiv“ deutsche Grenzkontrollen üblicherweise sind.

Wer mit illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird, dem droht nun ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz – doch das schreckt die wenigsten ab. Realistisch hätte man es daher allenfalls bei Empfehlungen belassen sollen – und wenn schon, dann nur geprüfte und zugelassene Ware zum Verkauf zulassen dürfen. Die Nachfrage für China- und Polenböller, darunter auch für schon vor Corona illegale Pyrotechnik, geht durch die Decke – und damit drohen genau die Verhältnisse in den überlasteten Kliniken wahr zu werden, die eigentlich durch das Verbot doch vermieden werden sollten: Notaufnahmen mit Schwerverletzten durch Böller-Unfälle. Eine grandiose, pragmatische Realpolitik, fürwahr. Bravo! (DM)