Corona-Totenkult: Das, was es schon immer gab und keinen jemals juckte, erscheint plötzlich als Weltuntergang

Jenseitiges Corona (Symbolbild:Imago/FutureImage)

Die Totenspiele in Deutschlands Redaktionskonferenzen kennen keine Pause: Rund um die Uhr wird die Panikmache mit Schauergeschichten über riesige Verstorbenenzahlen, Leichenberge und Intensivstationen am Limit von einem Klimax zum nächsten getrieben. Den Medien gehen die Superlative aus – obwohl die vermeldete Wirklichkeit mit den tatsächlichen Sterblichkeitszahlen wenig zu tun hat.

Man kann, ja darf nicht müde werden es zu betonen: Bei allen Katastrophenmeldungen müssten seriöserweise die Vergleichssituationen der Vorjahre mitberichtet werden – einschließlich auch damals schon überlasteter Kliniken und Intensivstationen, ein für diese Jahreszeit zumindest regional schon immer existierender Normalzustand.

Dass derzeit tatsächlich viele Senioren sterben, ist kein Novum – doch die, die den Eindruck erwecken, es handele sich dabei um ein Ausnahmephänomen aufgrund der Pandemie, legen ohne es zu registrieren einen haarsträubenden Zynismus an den Tag: Wo war ihre Erschütterung, ihr unbedingter Wille, einen Notstand auszurufen und das gesamte Leben abzuwürgen, als noch höhere Todeszahlen in Dürre- und Hitzeperioden oder massiven Grippejahren anfielen, die den Zeitungen kaum eine Fussnote wert waren?

Wieso gab es tägliche Wasserstandsmeldungen an Toten, die bei Corona mit der penetranten Beharrlichkeit einer Wettervorhersage vermeldet werden, noch nie bei Infarkt- oder Krebstoten? Bei Verkehrsopfern? Bei Opfern von importierter Gewalt? Die Gehirnwäsche, exklusiv und nur in dieser Pandemie – zum Zwecke des Gelingens der Massenimpfungen mit im Einzelfall (wie jeder Tod) zwar erschütternden, aber distanziert-relativ betrachtet eben unauffälligen Zahlen sprengt alle Dimensionen.

Angsthetze nonstop

Die Verzerrung erreicht mit der neuesten Masche ihren Höhepunkte, nun auch schon passend Vergleichszeiträume herauszuschälen, für die sich ausschnitthaft eine gewünschte Schockaussage treffen lässt – auch wenn sie in der Gesamtrelation absurd und falsch ist: Dass nämlich in einem bestimmten Zeitintervall „mehr Menschen an Covid als an Krebs“ gestorben seien. Was beim unbedarften Leser hängen bleibt, ist die Sorge, dass demnächst also womöglich 300.000 Deutsche an Corona sterben, so viele (oder sogar mehr) wie bisher an Krebs. Es ist eine Angst-Volksverhetzung in Dauerschleife.

In Sachen Horrorbulletins dreht derzeit vor allem das Gesinnungs- und Kampfblatt „Spiegel“ zuverlässig am Rad (früher war es tatsächlich einmal ein Nachrichtenmagazin): Kein Tag vergeht, indem nicht wieder das Schreckgespenst der Triage bemüht wird oder vom Massensterben und den Gräberfeldern in Sachsen berichtet wird, das inzwischen von den Inzidenzwerten her angeblich „auf US-Niveau“ („Welt„) sei. Apropos: Welche bizarren Auswüchse die Zahlenspiele dort inzwischen erreichen, zeigte gestern die Meldung eines Ortes, der eine höhere Inzidenz an Corona-Fällen aufwies, als der Ort überhaupt Einwohner hat. Wer kann diese taktischen Kriegstrommeln noch ernstnehmen?

Nüchtern dürfte folgendes interessieren: Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt in Deutschland normalerweise zwischen 81 und 82 Jahren (2017: 80,99 Jahren). Wie Benjamin Ondruschka gestern feststellte, der als Nachfolger von Dr. Klaus Püschel neuer Leiter der Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist, liegt das Durchschnittsalter der Corona-Toten („an und mit“, wohlgemerkt) bei 82 Jahren – also über der normalen Lebenserwartung.

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Die größte Zahl der Verstorbenen – über 87 Prozent – ist über 70 – und nur rund ein Viertel stirbt auf den Intensivstationen, was zum einen daran liegt, dass derzeit vor allem Alten- und Pflegeheime betroffen sind, zum anderen, weil viele der Gezählten womöglich kausal an ganz anderen Ursachen sterben.

Unsinnige Fokussierung auf Intensivstationen

Insofern ist auch die Fixierung auf die Intensivstationen, auf die Kliniken insgesamt irreführend; zumal dort der Anteil derjenigen unter den aktiv Erkrankten, die intensivmedizinisch behandelt werden, konstant und seit Monaten ungefähr gleichbleibend – bei  weiterhin rund 1,4 Prozent. Gestern wurden auf den Intensivstationen am frühen Samstagmorgen 4.868 Covid-19-Patienten intensiv behandelt – 21 mehr als am Freitagmorgen, aber angesichts von 84 Millionen Einwohnern und der Tatsache, dass dies nicht einmal 20 Prozent der Gesamtkapazitäten entspricht, eben kein objektiver Grund für die unverantwortliche Schürung der Pandemie-Neurose.

Das Problem liegt in den Heimen – und hier sind die mangelnden Schutzvorkehrungen des Staates, der Isolierungs-, Test- und Pflegekonzepte einschließlich Personalaufstockungen sechs Monate lang verpennt hat, die alleinige Schuld der Politik. Doch die sperrt weiterhin das ganze Volk weg, statt qualifiziert und gezielt die Vulnerablen effektiv zu schützen.

Das Hauptärgernis ist jedoch die völlig aussagelose alleinige Konzentration auf Labortests von fragwürdiger Aussagekraft. Das Robert-Koch-Institut meldete gestern früh einen neuen Rekordwert von31.300 Corona-Neuinfektionen –  zehn Prozent oder Fälle mehr als vor einer Woche. Fazit: Der Lockdown ist gänzlich wirkungslos, und das Virus springt vor allem in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen auf gefährdete Patienten über, ohne dass das Außengeschehen einer lahmgelegten Gesellschaft daran irgendetwas ändern würde, Lockdown oder kein Lockdown. (DM)