Das ist Deutschland: Ladendieb gestellt – Geschädigter muss 2000 Euro Strafe zahlen

Ladendieb (Bild: shutterstock.com/Von Fotosenmeer)

Stuttgart – Es ist unerträglich, was in diesem Land als Rechtsprechung durchgeht: Mohammad A. klaut in einer Boutique hochwertige Kleidung und stolziert wenige Zeit später erneut in den Laden. Der Geschädigte erkennt den Dieb und stellt ihn. Nun wurde der Boutique-Besitzer vom Amtsgericht Stuttgart dafür zu einem Bußgeld von 2.000 Euro verurteilt.

Es ist eines dieser mittlerweile unzähligen Urteile, die in diesem Land im Namen des Volkes gesprochen werden und immer mehr Bürger nur noch sprachlos zurücklassen.

Winnie Klenk bietet in seiner Stuttgarter Boutique „Abseits“ seinen Kunden hochpreisige Bekleidung an. Der 24-jährige Asylbewerber Mohammad A. betrat den Laden im Sommer 2019 und interessierte sich für eine Jeans des Designerlabels „Dsquared2“. Das edle Stück kann für 390 bis 890 Euro erworben werden. Der marokkanische Asylbewerber verließ den Laden, kam jedoch kurz darauf noch einmal – und verließ das Geschäft abermals, ohne etwas zu kaufen. Danach fehlten drei teure Designer-Jeans im Wert von 1800 Euro.

Dreist: Kurze Zeit später stolzierte der marokkanische Ladendieb mit Asylstatus wieder im Laden herum. Noch dreister: Am Hintern eine der frisch geklauten Jeans. Als er vom Geschädigten erkannt wurde, flüchtete der Dieb. Klenk, ein Kollege und zwei Nachbarn nahmen die Verfolgung auf. Vor Gericht gab Mohammad laut der Bildzeitung zu: „Ja, ich habe in dem Laden geklaut. Ich hatte kein Geld, um die Hosen zu holen.“ Auf der Flucht sei er gestürzt. Seine Verfolger hätten ihn festgehalten, auf den Kopf geschlagen. „Im Laden hat mich jemand am Hals festgehalten. Ich habe gesagt, ich kriege keine Luft. Ich war unter Drogen.“

Der bestohlene Boutiquebesitzer bestätigt, den Dieb festgehalten zu haben. „Ich kann ihm doch nicht bis zum Feuersee hinterherlaufen und bitten, dass er mir meine Hosen zurück gibt.“ Er und seine Helfer hätten dem Dieb dann die geklaute Hose ausgezogen. Man habe ihn gehalten, aber nicht gewürgt.

Staatsanwältin Noelle Rosenkranz stellte zwar fest, dass die Verletzungen des Geschädigten nicht schwerwiegend gewesen seien, aber das Würgen – das wolle sie nicht herunterspielen. Das Verfahren wurde – im Namen des Volkes – gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt. So sieht Gerechtigkeit im Merkel-Jahr 2020 aus. (SB)