Fahrten zu „Querdenken“-Protesten: Polizei geht gegen Busfahrer vor

Polizeikontrolle (Symbolbild: shutterstock.com/Von Filmbildfabrik)

Sachsen – Ein Busunternehmer aus dem Vogtland, der Fahrten zu „Querdenken“-Demonstrationen anbietet, hat am Samstag „Besuch“ von der Polizei bekommen. Zwei Busse des Unternehmers wurden mit einer Wegfahrsperre versehen. Sicher ist sicher!

Bei einer sogenannten „Gefährderansprache“ –  die Polizei führt hierbei mit einem „Gefährder“ ein informelles Gespräch durch, um dessen weiteres Verhalten zu beeinflussen und zu signalisieren, dass „polizeiliches Interesse an seiner Person besteht“ – sei dem Busunternehmer erläutert worden, dass die von ihm angebotenen Busreisen nach Leipzig zu der verbotenen „Querdenken“-Demonstration wegen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung nicht erlaubt sei, so die Leipziger Polizei. Zudem seien zwei Busse mit einer Wegfahrsperre versehen worden. Zudem wurde ein Bus des Unternehmens mit Demonstranten laut Polizei auf dem Weg nach Leipzig gestoppt. Gegen den Fahrer und 30 Insassen seien Anzeigen erstattet worden.

Busunternehmen, die Fahrten zu Demoveranstaltungen angeboten haben, werden – wie Querdenken711 bereits im September berichtete – seither massiv behindert und boykottiert, die Internet-Verbindungen wurden gekappt, Server und Paypal-Konten blockiert.

2000 Beamte aus Sachsen Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sowie der Bundespolizei waren am Samstag in Leipzig Vorort um – so hetzt die Bildzeitung –  mit einer rigorosen Taktik am Samstag verhindert, dass „erneut zehntausende Rechtsextreme, Wut- und besorgte Bürger zum „Querdenken“ nach Leipzig reisen“. Die Demonstration wurde von der Stadt Leipzig untersagt, das sie nicht fristgemäß bis zum 17. Dezember, 12 Uhr angemeldet worden sei, teilte die Stadt in Vorfeld mit.

Nicht nur beim Busunternehmen im Vogtland wandte die Staatsgewalt vorbenanntes, „ungewöhnliches Einsatzmittel“ an. Auch ein Bus aus Bayern mit rund 30 „Querdenken“-Demonstranten wurde am Samstagmittag in Dölzig gestoppt. Die Polizei kontrollierte stundenlang die sichtlich frustrierten Reisenden und eskortierte sie im Anschluss zurück an die Grenze des Bundeslandes, freut sich die Bildzeitung weiter.

Der „Gegenprotest“ durfte selbstredend stattfinden: Darunter die von einigen Landesverfassungsschutzämtern beobachtete Linksjugend, die Nachwuchsorganisation der SED-Nachfolgepartei die Linke, die einmal mehr mutig wie Sozialisten sind, gegen „Verschwörungsideolog:innen, Coronaleugner:innen und Nazis“ 150 Mann stark andemonstrierte:

 

Bei zwei weiteren genehmigten Veranstaltungen kamen jeweils nur ein paar Handvoll Teilnehmer zusammen. (SB)