Wer hätte das gedacht: Handel zieht Negativbilanz bei gesenkter Mehrwertsteuer

Foto: Warteschlange vor einem Supermarkt (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Ob Corona-Warn-App, Wellenbrecher-Lockdown oder Maskenschenkung für die Alten – alles, was diese Bundesregierung in die Hand genommen hat, ging auch in die Hose. Und nun das noch hier:

Der Handel zieht eine negative Bilanz der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung. „Insgesamt konnte die Steuersenkung nichts gegen die negativen Effekte der Pandemie auf den Konsum ausrichten und hatte bisher nur eine marginale Wirkung“, sagte Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Welt am Sonntag“. Für die meisten Unternehmen sei der Aufwand deutlich höher gewesen als der Nutzen.

Die Drogeriemarktkette Rossmann hat die von der Politik gewünschte allgemeine Preissenkung schon vor Monaten wieder nach oben korrigiert. „Den Drei-Prozent-Rabatt haben wir in der letzten Septemberwoche zurückgenommen – ohne dass dies von unseren Kunden wahrgenommen wurde“, teilte das Unternehmen der „Welt am Sonntag“ mit. Zum 1. Januar 2021 werden die für die Dauer eines halben Jahres gesenkten Mehrwertsteuersätze wieder von 16 Prozent auf 19 Prozent und von fünf Prozent auf sieben Prozent erhöht.

Eine Welle von Preiserhöhungen erwartet HDE-Hauptgeschäftsführer Genth deshalb aber nicht. „Angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks werden die Spielräume für Preiserhöhungen äußerst begrenzt sein“, sagte er. Bei Mode und Schuhen wird sogar mit einem nie da gewesenen Preisrutsch in den kommenden Wochen gerechnet.

„Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, gibt es eine gigantische Rabattwelle“, sagte Axel Augustin, der Sprecher des Handelsverbands Textil der Zeitung. Die Branche sitzt auf Bergen von unverkaufter Ware, die Rede ist von 300 Millionen Teilen.

Wenn die Geschäfte irgendwann im Frühsommer vielleicht wieder öffnen dürfen, muss wohl eher der größte Teil der Ware verschrottet werden und es wird garantiert zu einer höllischen Preissteigerung kommen, bei gleichzeitig immer weniger Geld für den Konsum. Das gehört zum Kaputt-Konzept der Regierung dazu. (Mit Material von dts)