Boris Johnson hat die Briten um Weihnachten betrogen

Foto:Von Alexandros Michailidis/shutterstock

Es herrscht Chaos in Großbritannien, nachdem Premier Boris Johnson Weihnachten für dieses Jahr abgesagt hat. Ohne jeden wissenschaftlichen Beweis behauptet er, eine neue Corona-Mutation sei 70 Mal ansteckender als die bisherige. Die Briten sind angesichts härtester Ausgangssperren empört:“Das werden wir ihm nicht vergeben.“

Ist Johnson verhängtem Lockdown der härtesten Art für Teile von London, herrscht Chaos und Wut auf der Insel. Tausende Londoner packten innerhalb von wenigen Stunden ihre Sachen und flohen regelrecht aus der Hauptstadt. Fluggäste sitzen nicht nur in Heathrow fest, sondern werden auch in Deutschland an der Weiterreise durch Europa gehindert. In Calais stauen sich der kilometerlang der Verkehr, nachdem der französische Präsident ein 48-stündiges Einreiseverbot für britische Lastwagen ausgerufen und den Euro-Tunnel gesperrt hat. Für den Handel ein Disaster, denn auch von Frankreich Richtung Großbritannien bricht die Lieferkette zusammen, da viele Lastwagenfahrer nicht auf die Insel fahren wollen, weil sie fürchten dort festzusitzen und Weihnachten getrennt von ihren Familien zwangsweise auf der Insel verbringen zu müssen. Jetzt drohen laut MailOnline den Briten auch noch leere Supermarktregale und auch das Festtagsessen könnte ausfallen.

Johnsons wissenschaftlich bislang unbelegte Aussage veranlasste neben Deutschland und Frankreich auch Israel, El Salvador, Bulgarien, die Niederlande, Italien, Finnland, Dänemark, die Türkei, Marokko, Kanada Belgien, Österreich, Saudi-Arabien, Kuwait und Irland, allen Flugzeugen aus Großbritannien vorerst die Landeerlaubnis zu verweigern.

Die Stimmung in Großbritannien wird angesichts ihres völlig aus der Bahn geratenen mit harter Hand regierenden Strubbel-Premiers schlechter. Schon droht Gesundheitsminister Matt Hancock, die Ausgangssperren, die 16 Millionen Londoner betreffen und nun, nachdem auch Wales den Lockdown Stufe 4 ausgerufen hat, insgesamt 21 Millionen Menschen betreffen, könnten über ganz Großbritannien ausgeweitet werden und Monate andauern.

Vor einer Woche hatte Boris Johnson noch verkündet, Weihnachten abzusagen sei „unmenschlich“, auf die sich seine „Untertanen“ verließen, nur wenige Tage später legt er in Panik seine Kehrtwende hin. Das wird Konsequenzen für ihn haben, erklärt Steven Glover in einem Kommentar der MailOnline. Johnson habe massiv Vertrauen verspielt, lege keine wissenschaftlichen Beweise vor und denke nicht an die verheerenden wirtschaftlichen Folgen seines Handelns. Er werde als der Premier in die Geschichte eingehen, der Großbritannien um Weihnachten betrogen hat, glaubt Glover. Im Herzen von Boris Johnson herrsche „Sorg- und Verantwortungslosigkeit“, die ihn an der Eignung des Premiers für sein Amt zweifeln lassen, so Glover weiter. Es gäbe durchaus auch schlimmere mögliche Interpretationen. Wenn er mit seinem Zick-Zackkurs so weitermache, werde er das als Premier nicht überleben, glaubt Glover.

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Viele Briten seien nicht nur trotzig und würden sich nicht mehr an die Regeln halten, sondern regelrecht wütend, weiß die Autorin Sarah Vine aus ihrem Freundeskreis und von vielen Zuschriften, die sie erhält, weiß die MailOnline Autorin Sarah Vine.

„Wie viele andere sind sie absolut wütend, nicht nur, weil ihre Weihnachtspläne ruiniert wurden, sondern weil sie der Meinung sind, dass der Umgang der Regierung mit der Situation von Anfang an falsch war. Sie glauben, dass die derzeitige Strategie langfristig durch Depressionen, Einsamkeit, Arbeitsplatzverluste und wirtschaftliche Katastrophen mehr Menschenleben kosten als durch die Corona-Beschränkungen gerettet werden.

Sie denken, dass die Maßnahmen eindeutig nicht funktionieren, sonst wären wir nicht dort, wo wir sind. Sie wollen wissen, warum die Regierung den Sommer nicht genutzt hat, um die Kapazität erheblich zu erhöhen, wenn die Rechtfertigung für den Lockdown darin besteht, das Gesundheitswesen zu schützen“, so Sarah Vine.

Für andere seien es nicht die Unstimmigkeiten und das Durcheinander, das sie wütend macht, sondern die zugrunde liegende Hinterlist des Lockdowns und die Bedrohung, die sie für die täglichen Freiheiten darstellen würden.

„Ich muss gestehen: ich stimme da voll und ganz zu… Ich war immer zutiefst besorgt darüber, wie Beschränkungen es dem Staat ermöglicht haben, sich auf einer Ebene in das Leben der Menschen einzumischen, die meiner Ansicht nach völlig außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs liegt. Nachbarn zu ermutigen, Nachbarn zu denunzieren, drakonische Geldstrafen zu verhängen, weil sie gegen soziale Distanzierungsregeln und Richtlinien verstoßen, die das Sexualleben der Menschen regeln, ist für mich sehr unbehaglich“, formuliert Sarah Vine vorsichtig.

Und es sei hart, mitzuhören, daß man an den Grenzen zu Schottland und Wales patrouillieren und das freie Reisen verbieten werde. „Das schleichende Gefühl, dass wir uns unaufhaltsam in Richtung eines quasi Polizeistaates bewegen, mache sich breit“, so Vine.

Die Positiv-Getesteten Zahlen steigen zwar in Großbritannien an, doch die Todesrate ist derzeit quasi um die Hälfte niedriger als noch im April, zeigt eine Grafik.

screenshot MailOnline

Laut einer neuen YouGov Umfrage seien noch zwar 67 Prozent der Briten mit den Maßnahmen der Regierung zufrieden, doch immerhin 61 Prozent zeigen sich unzufrieden mit den ausgerufenen „Weihnachts-Regeln“ ihrer Regierung und angesichts des erst versprochenen und dann abgesagten Weihnachtsfestes könnte ihre Zahl durchaus noch steigen.(MS)