Immer diese verbalen Antänzer: Grüne Amtsberg jammert über Phantom-Sexismus

Will nicht mehr "hübsch" genannt werden: Luise Amtsberg (Foto:Imago/Popow)

Luise Amtsberg zählt zu den wenigen weiblichen Vertretern der Grünen, bei denen zumindest die Optik teilweise für die Ansichten entschädigt – während sich diesbezüglich der Zumutungspegel bei Exponent*Innen wie Claudia Roth oder Renate Künast eher die Waage hält. Doch in Zeiten von woke Genderism, Quotenwahn, Anti-Irgendwas und allgegenwärtiger Diskriminierungslatenz sollte man sich als Mann hüten, Amtsberg für attraktives Äußeres noch so aufrichtig Anerkennung zu zollen: Die Übergänge zwischen taktvollen Komplimenten und verbaler Vergewaltigung sind bei dieser Kampfemanze fließend.

Eine Grüne wäre keine Grüne, wenn sie nicht hinter jeder noch so nettgemeinten Geste sogleich eine sexistische Herabwürdigung wittern würde. An diesem Reflex hat sich in den letzten 40 Jahren, seit den Zeiten der Schwanz-ab-Feministinnen,  wenig geändert – nur das Phrasenvokabular ist mit der Zeit gegangen. So wie seit „metoo“ die Reizschwellen auf Hyperempfindlichkeit geeicht sind, droht heute in allem der Phantomsexismus. Weil Journalisten oder auch Abgeodnetenkollegen im Bundestag Amtsberg unter anderem als „schöne Kühle aus dem Norden“ oder „hübsche Kollegin“ bezeichnet hatten, moserte die die kurvige Blondine gegenüber „t-Online“: „Das ist kein Kompliment, das ist verletzend!„.

Sie wisse aus Erfahrung, so die Kieler Grünen-Abgeordnete, dass „der überwiegende Teil der negativen Rückmeldungen von Männern mit einer rechten und meistens auch einer sexistischen Konnotation“ stamme. Aha: Bürgerlich/traditionell gleich rechts gleich frauenfeindlich! Gähn. Der grüne Phantomsexismus kommt wirklich sehr einfallsreich daher. Auch „vielleicht gut gemeinte Aussagen“, so Amtsberg, könnten verletzen: „Meine älteren Kollegen haben es noch nicht so ganz verstanden, dass es kein Kompliment ist, wenn man sich rein aufs Äußere bezieht und sagt `Das ist hier die hübsche Kollegin aus Schleswig-Holstein`. Das will ich nicht hören“, so Amtsberg.

Auf was sollte man sich allerdings, vor allem als politisch Anders-(ist gleich Normal-)Denkender, bei Amtsberg sonst beziehen als auf ihr Aussehen, wenn man über die Dame ein paar nette Worte loswerden möchte? Etwa auf ihre haarsträubenden Positionen zur Migration, die sie als flüchtlingspolitische Sprecherin ihrer Partei vertritt? Oder über ihr fortgesetztes Eintreten für eine Zwangsquote in allen Lebensbereichen? Letztere sieht Amtsberg übrigens auch als Wundermittel gegen den von ihr überall ausgemachten Dauer-Sexismus: „Eine Quotenregelung könnte helfen, dass Frauen weniger diskriminiert werden“. Vielleicht braucht es neben der Kühle-Blonde-aus-dem Norden“-Quoten ja einfach auch noch eine „Hässliche-Kröte-aus-dem-Süden-Quote im Parlament.

Ganz schnell den Mund verbrannt

„Höflichkeit ist ein Schmieröl“: Dieses Schopenhauer zugeschriebene Zitat ist vielleicht die beste Erklärung dafür, dass sich manche Männer, die noch über zivilisierte Umgangsformen und Erziehung verfügen, zu Komplimenten hinreißen lassen; selbst bei einer keifenden Amazone, die offenbar hinter allem, was länger ist als breit, eine phallische Zudringlichkeit vermutet und die in politischer Übersexualisierung des Alltags sogar der Etikette misstraut. Früher hätten Frauen die Anerkennung ihrer Schönheit einfach als nette Geste aufgefasst und sich gefreut; heute muss gleich die Sexismuskeule her.

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Was Amtsbergs peinliches Gejammere wirklich ulkig macht, ist die Tatsache, dass sie Islamwissenschaftlerin ist. Ihr Studium schloss die Grüne mit einer Magisterarbeit zum Thema „Feminismus im Islam am Beispiel der palästinensischen Frauenbewegung“ ab. Die Quellen zu dieser Thesis müssen ja wahrlich ein ergiebiger Fundus gewesen sein: die Auseinandersetzung mit der weltberühmten, einflussreichen und bedeutsamen palästinensischen Frauenbewegung, die ja bekanntlich großen Anteil an der politischen Emanzipation der Frauen hatte! Vor allem im arabischen Raum, wo Frauen bekanntlich alle Rechte genießen und auch jede Art von Sexismus längst überwunden ist. So sehr, dass Geschlechterrollen und Übergriffe gegen Frauen bei den Zuwanderern aus dieser Region nach Deutschland ja zum Glück so überhaupt kein Thema sind.

Da war es wahrlich höchste Zeit, dass sich Luise Amtsberg dem Problem der sexuellen Gewalt gegen Frauen endlich dort stellt, wo es wirklich brennt – in den deutschen Chauvi-Parlamenten, bei den ruchlos drauflos komplimentierenden alten weißen Männern. (DM)