RKI: Virus wird irgendwann zu leichteren Verläufen führen

Foto: Corona-Regeln (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Aussagen für die Biotonne: RKI-Chef Lothar Wieler geht weiter davon aus, dass das Coronavirus irgendwann zu leichteren Krankheitsverläufen beim Menschen führen wird. „Das ist ein Prozess, der evolutionsbiologisch so kommen wird“, sagte Wieler am Dienstag der dts Nachrichtenagentur. Dies könne aber „viele Jahre“ dauern.

„Wir haben bislang keinen Hinweis, dass wir Mutationen haben, die dazu führen, dass das Virus sich in seiner krankmachenden Eigenschaft stärker verändert hat“, so Wieler. Es könne aber ebenso sein, dass eine Mutation zu schwierigeren Verläufen führt. Bei Viren, die vom Tier auf den Menschen überspringen, sei dies aber eher selten so.

„In der Regel entwickeln sie sich so, dass sie sich eher anpassen an den Wirt und zu geringeren Krankheiten führen.“ Bezüglich der insbesondere in Großbritannien aufgetauchten Mutation blieb Wieler zurückhaltend. Der genaue Grund, warum diese Variante andere Varianten verdränge, sei noch nicht klar.

In Deutschland sei diese Veränderung Stand Dienstagmorgen noch nicht entdeckt worden.

Derweil verschärft die Bundesregierung noch einmal die Einreisebeschränkungen für Großbritannien und Südafrika. Unternehmen, die im Eisenbahn-, Bus-, Schiffs- oder Flugverkehr Reisende aus dem Vereinigten Königreich oder Südafrika befördern, seien verpflichtet, Beförderungen aus diesen Staaten in die Bundesrepublik zu unterlassen, heißt es in einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die am Dienstag in Kraft trat. Ausnahmen sollen unter anderem für reine Post-, Fracht- oder Leertransporte gelten.

Personen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland sollen die Möglichkeit bekommen, ab dem 1. Januar aus den betroffenen Ländern befördert zu werden. Zu diesem Zweck seien geplante Flüge dem Bundesinnenministerium oder einer von ihm benannten nachgeordneten Behörde drei Tage vorher anzuzeigen, und zu genehmigen, heißt es in der Verordnung. Die neue Regelung soll bis zum 6. Januar gelten.

Und Wieler gibt natürlich auch noch mal ordentlich Gas: Er hat jetzt noch einmal die Bürger dazu aufgerufen, ihre Kontakte über Weihnachten minimal zu halten. „Ich bitte Sie heute eindringlich darum, die Tage zwischen den Jahren in Ruhe und wirklich nur im kleinsten Familienkreis zu verbringen“, sagte Wieler am Dienstag in einem Appell. „Bitte schränken Sie ihre Kontakte auf das Nötigste ein, verreisen Sie nicht und treffen Sie möglichst nur wenige, und wenn, dann nur dieselben Menschen.“

Treffen sollten möglichst draußen stattfinden, fügte er hinzu. Die Corona-Lage habe sich in den vergangenen Tagen immer weiter verschlechtert, sagte Wieler zur Begründung. Das RKI hatte am frühen Dienstagmorgen 19.528 neue Corona-Fälle gemeldet.

Das waren rund 35,3 Prozent mehr als am Dienstag sieben Tage zuvor, wobei vor einer Woche keine Daten aus Sachsen gemeldet worden waren. Zudem meldete das Institut 731 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Also treffen wir uns Heiligabend alle draußen auf der Straße, wenn es regnet. So können wir zumindest unser Immunsystem prüfen, wenn es schon keinen Glühwein gibt, der von innen heraus ein wenig wärmen könnte. (Mit Material von dts)