Sollen die britischen „EU-Feinde“ ausgehungert werden? Supermarktkette fürchtet Engpässe wegen Grenzsperre

Leere Einkaufsregale in Italien (Symbolbild: shutterstock.com/V Von VILTVART)

Der britische Supermarktriese Sainsbury’s befürchtet durch die Unterbrechung des Frachtverkehrs schon bald Lieferengpässe. Sollte Frankreich seine Grenzen wegen der in Großbritannien grassierenden neuen Coronavirus-Variante weiter geschlossen lassen, könnten bestimmte Salat-, Gemüse- und Obstsorten knapp werden, hieß es am Montag.

Die Insel ist abgeriegelt. Die nächsten zwei Tage dürfen Güterwagen weder auf dem See – noch auf durch den Eurotunnel zum europäischen Festland fahren. Auch der Hafen von Dover ist für den ausgehenden Verkehr gesperrt, berichtet der Mirror. Um eine Verbreitung der angeblich neuen Mutation des Corona-Virus aus Großbritannien zu verhindern, hat Frankreich nicht nur den Reise-, sondern auch den Frachtverkehr gestoppt. Großbritanniens größte Supermarktkette Sainsbury´s hat gewarnt, dass einige Produkte aufgrund dieser Einschränkungen nicht vorrätig sein werden.

„Wenn sich nichts ändert, werden in den kommenden Tagen Kopfsalat, einige Blattgemüse, Karfiol, Brokkoli und Zitrusfrüchte in den Regalen fehlen“, hieß es laut einer Pressemitteilung am Montag. Sainsbury’s forderte die Regierungen in London und Paris auf, für eine sofortige Abfertigung von Lebensmittellieferungen in den Häfen zu sorgen. Sonst ist wenige Tage vor dem endgültigen Ausstieg der Briten aus der EU der Haupthandelsweg zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa unterbrochen. Der britische Einzelhandelsverband teilte mit, viele Geschäfte hätten vor Weihnachten Vorräte angelegt, sodass es zu keinen unmittelbaren Problemen komme. Dazu erklärte Sainsbury’s, alles für „das große britische Weihnachtsessen“ sei schon in großen Mengen im Land.

Die Aufregung um die angebliche Corona-Mutation, die in Großbritannien angeblich grassiert, ist groß. So neu indes scheint die Corona-Variante nicht zu sein. Wie die Welt berichtet, ist diese Mutation seit Monaten bereits in Belgien bekannt und habe sich dort auch bereits verbreitet. Alarm hatte bislang niemand geschlagen.

Ob die aktuelle Hysterie und die Abriegelung Großbritanniens etwas damit zu tun hat, dass Großbritannien eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase ausgeschlossen hat, ist unklar. Ebenso unklar ist, wie sich die neuste Horrormeldung über einen mutierten Corona-Virus auf die zuletzt stetig sinkende Impfbereitschaft auswirkt. (SB)