Auf in die „dritte Welle“ – dank Migranten-Heimkehrern?

Viele Migranten auf Heimurlaub sind bald wieder zurück in Deutschland (Foto:Von Jazzmany/shutterstock)

Erst die Corona-Mutation, die Corona noch gefährlicher macht, und jetzt die dritte Welle, während die zweite Welle noch nicht einmal gebrochen ist: Die planlose, hilflose, überrumpelte Corona-Politik ist mit ihrem Latein am Ende, ihr bleibt nur noch die Flucht in immer verzweifeltere Durchhalteparolen, um die Bevölkerung auf noch mehr Entbehrungen einzustimmen. Wie von vornherein nicht anders zu erwarten, spricht längst keiner mehr vom ursprünglichen Schlusstermin 10. Januar für den Lockdown; inzwischen sind wir bereits bei „den nächsten 10 Wochen“ oder im März – wobei das Ende der Fahnenstange nicht in Sicht ist.

Die ganze Unfähigkeit durch Ahnungslosigkeit, Ohnmacht und Überforderung sprach gestern wieder einmal aus Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer, dessen Land derzeit mit den heftigsten Fallzahlanstiegen zu kämpfen hat. Anders als sein Amtskollege Söder, der die Attitüde des entschlossenen Machers auch bei erwiesenem Totalversagen unbeirrt bewahrt, wirkt Kretschmer inzwischen ebensowenig zuversichtserweckend auf seine Bürger wie die ganze Corona-Politik von Bund und Ländern, die erwiesenermaßen NICHTS bis heute nicht gebracht hat – im Gegenteil. Noch nie gab es höhere Fallzahlanstiege als derzeit (die Frage einmal dahingestellt, inwieweit es sich dabei um tatsächliche Neuinfektionen handelt).

Nun erfand Kretschmer, unter dem Eindruck der „Briten-Mutation“ – obwohl diese wohl schon seit vielen Wochen auch in Deutschland zirkuliert und, nach allen wissenschaftlichen Verlautbarungen, außer einer erhöhten Ansteckungsgefahr eben gerade keine schwereren Krankheitsverläufe auslöst – das neue Schlagwort von der „dritten Welle„. Mit der wird dann gleich schonmal die nähere Zukunft geregelt – einschließlich Lockdown-Verlängerung bedarfsweise bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Interessant ist hierbei, was Kretschmer zur Ursache dieser dritten Welle erklärt: Natürlich „Weihnachten und Silvester„. Schon jetzt also wird den undisziplinierten Deutschen prophylaktisch die Schuld an einem weiteren Fallzahlenanstieg gegeben – obwohl es im ganzen Land kaum mehr einen Bürger gibt, der sich ohne Maske auf die Straße traut, der vor jedem ihm begegneten Passanten nicht ausweicht, als hätte er einen Aussätzigen vor sich, und der jede Form von „Kontakt“ als das Böse schlechthin verinnerlicht hat. Und während das regelkonforme Volk staunt und sich wundert, warum die Kurve allen Opfern und Anstrengungen zum Trotz partout nicht fallen will, da werden die eigentlichen, zumindest viel wahrscheinlicheren Gründe totgeschwiegen, weil sie nicht ins Bild und zur Political Correctness passen: Die Extrawürste und Ausnahmetatbestande hier lebender Migranten.

Extrawürste und Ausnahmetatbestände

Ohne dass es Irgendeinen zu stören scheint und gänzlich unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit, die sich über jeden inländischen Ostsee-Inlandstouristen empört, hat sich von diesen nämlich eine unbekannte, aber erhebliche Zahl über Weihnachten in die Heimat aufgemacht. Dies betrifft vor allem Osteuropäer, balkanstämmige Ausländer oder Passdeutsche sowie Türken, die die Verwandtschaft in ihren Ursprungsländern besuchen – ohne dass dies irgendwann problematisiert geschweige denn verhindert worden wäre. Dort sind sie dann nicht nur wochenlang gänzlich der Kontaktnachverfolgung entzogen, sondern können sich aufgrund fehlender oder nicht hinreichend kontrollierter Corona-Auflagen weitaus freier bewegen – und sich Ansteckungsrisiken aussetzen.

Diese kehren nun alle zurück – und unsere Regierung nimmt es hin wie das Normalste der Welt, dass mitten in der Pandemie hunderttausende Bewohner dieses Landes mal eben ins Ausland jetten, dort eine unbekannte Kontaktzahl anhäufen und dann zurückkehren. Gegenüber n-tv und RTL „warnte“ Gesundheitsminister Jens Spahn gestern vor „vielen Rückkehrern aus dem Heimaturlaub in Osteuropa, vom Balkan oder der Türkei„: Man müsse jetzt „miteinander aufpassen, dass dann die Rückreise nicht dazu führt, dass dann gleich noch eine neue Welle entsteht„. Wie sollen „wir“ da, bitte, „aufpassen“, wenn Menschen nach Deutschland zurückströmen, die eine unbekannte Zahl an möglichen Risikokontakten hatten und womöglich infiziert sind, selbst wenn ein etwaiger Schnelltest zum Zeitpunkt ihres Rückreiseantritts noch negativ gewesen sein sollte?

Sonderreiseregeln für „Nicht-Kartoffeln“?

Die Frage wäre lohnender, wieso die Bundesregierung diesen Weihnachts-Familienheimkehrern eigentlich überhaupt ihre Ausreise ermöglicht hat – mitten im seit nun bereits zwei Monate wieder bestehenden Lockdown -, respektive wieso sie die Rückkehrer überhaupt ins Land zurücklässt: Werden die Heimkehrer vom Balkan oder Bosporus, so wie Briten (oder aus England zurückkehrende Deutsche) dieser Tage, dann auch tagelang an Flughäfen oder an der deutschen Grenze festgehalten oder rigoros in Quarantäne gesteckt? Das dürfte interessant zu beobachten sein.

Eins lässt sich jetzt schon vorhersagen: Mit der achselzuckend als Selbstverständlichkeit hingenommenen Rückreisewelle von Migranten, Migrationsstämmigen, Doppelstaatsbürgern und (EU-)Ausländern wird nicht nur jeder Effekt einer noch so regelkonformen Folgsamkeit der Deutschen über die Weihnachtsfeiertage zunichte gemacht werden. Sondern im Gegenteil wird genau sie einen riesigen, womöglich entscheidenden Infektionsvektor darstellen, der uns die nächsten Fallzahlexplosionen beschert. An die Wurzel des Problems wird sich die Politik jedoch mal wieder nicht herantrauen (so wie sie im Herbst ja auch zu feige war, türkische Hochzeiten, Moscheeversammlungen und verbotene Treffen von Großfamilien als lokale Hauptinfektionstreiber klar zu benennen) – um sich ja keinem „Diskriminierungsverdacht“ auszusetzen. Ausbaden dürfen wir die Konsequenzen dann wieder mal  „wir alle“ – und das noch für viele Monate. Ganz gleich, wieviele „Wellen“ noch gezählt werden. (DM)