Kleiner Präsident ganz groß: Hat Macron Großbritannien den Krieg erklärt?

In Kent steigt die Wut der Lastwagenfahrer gegen Boris Johnson und den französischen Präsidenten Macron. Mehr als zehntausend sitzen seit Tagen fest, ohne ausreichend Nahrung, Wasser und die Möglichkeit, sanitäre Anlagen zu nutzen. Emmanuel Macron läßt vielleicht auch wegen der festgefahrenen Brexit-Verhandlungen die Muskeln spielen und will den Fahrern die Einreise nach Frankreich nur mit negativem Covid-Test erlauben. Für die überwiegend aus Bulgarien, Rumänien und Polen stammenden Fahrer ist Weihnachten mit der Familie gelaufen. Wenige Polizisten stehen einer aufgebrachten Menge in Dover gegenüber. Kommt es am Ende zum Armee-Einsatz?

„Macht die Grenze auf“, F***you Boris“, „Wir wollen einfach nur nach Hause“, rufen die aufgebrachten Fahrer den Polizisten entgegen. Sie sollen inzwischen im Hafenbereich Blockaden aufgebaut haben und immer wieder mit der Polizei aneinandergeraten. Das Chaos werde immer schlimmer, berichtet MailOnline. Es könne Tage, wenn nicht sogar bis Sylvester dauern, ehe die insgesamt rund 17.000 Lastwagenfahrer durchgetestet sind, so die Vermutung. Heute sollen nur wenige hundert Fahrer in den „Genuss“ eines Schnell-Tests gekommen sein. Weitere Testzentren befinden sich im Aufbau. Besonders geladen ist offenbar die Lage am Manston Flughafen und im Hafen von Dover, wo es zu Ausschreitungen und Blockaden seitens der mehr als 4000 dort festsitzenden Fahrer, gekommen sein soll.

Die Road Haulage Association, eine private Gesellschaft die sich den Interessen der Straßentransportbranche widmet, befürchtet, dass das Chaos wahrscheinlich bis zum 26.Dezember, dem sogenannten Boxing Day andauern wird.

Schätzungen zufolge befinden sich derzeit inzwischen 8.000 und 10.000 Lastwagen im Gebiet von Kent. Laut The Brit, unserem jouwatch-Korrespondenten in London, blockieren inzwischen die wütenden Fahrer Straßen und Ortschaften in der Gegend. Die hart arbeitenden Männer zeigen bei stürmischem Regenwetter nur wenig Bereitschaft, geduldig weitere Nächte in ihren wegen Spritmangels kalt werdenden Lastwagenkabinen zu verbringen. „Wir haben es satt – ich bin seit zwei Tagen in Dover und möchte zu Weihnachten nach Hause fahren. Die Franzosen sagten, ihre Grenze werde geöffnet, aber wir haben keine Beweise dafür gesehen“, so ein verärgerter polnischer Fahrer gegenüber MailOnline.

Verantwortlich für die eskalierende Lage ist der französische Präsident, der den Brexit-Briten offenbar zeigen will, wer am längeren Hebel sitzt. In seiner Insellage ist Großbritannien auf offene Grenzen angewiesen. Die Schließung der Grenzen seitens Frankreichs ohne jede Vorwarnung kommt einer Kriegserklärung gleich. Für Boris Johnson bahnt sich hier ein noch größeres Problem am Horizont an, als Covid-19. Für Großbritannien könnte die von Frankreich verursachte Lage durchaus zu leeren Supermarktregalen führen und der Unmut von Dover auf die eigene Bevölkerung überschwappen. Und dann hat der britische Strubbel-Premier, der seine Bürger in immer härtere Lockdowns zwingt, ein massives Problem. (MS)