Moskau: Polizei nimmt Anwältin von Nawalnys Fonds fest

Die Anwältin des Fonds für Korruptionsbekämpfung von Nawalny, Lyubov Sobol, wurde am Montagabend im Moskauer Stadtteil Novokosino festgenommen. Die Anwältin verbrachte mehrere Stunden in ihrem Auto in der Nähe des Hauses des FSB-Agenten, Konstantin Kudrjawzew, der von Nawalny beschuldigt wird, an seiner Vergiftung beteiligt gewesen zu sein.

Zuvor veröffentlichten Nawalny und Sobol auf ihren Social-Media-Seiten die mutmaßliche Adresse des Agenten Kudrjawzew. Die Anwältin kündigte an, sie wolle dahinfahren, um Kudrjawzew zu Nawalnys Vergiftung zu „interviewen“. Sobol schrieb auf ihrer Telegrammseite, dass „die Polizei vor dem Haus steht und unser Auto blockiert. Wenn ich nur Kudrjawzew vor der Kamera interviewen und ihm Fragen zu Nawalnys Vergiftung stellen könnte.“ Die Polizei verlangte den Ausweis von Sobol, informierte sie über die Beschwerde gegen sie und forderte sie auf, für weitere Erklärungen mit ihnen zu gehen. Danach wurde sie in einem Polizeiauto weggebracht.

Der FSB-Agent, Konstantin Kudrjawzew, soll laut einer “Enthüllungsstory“ des Spiegels Nawalny am Telefon alles gestanden und in einem fast einstündigen Gespräch jedes Detail der Operation genannt haben. Nawalny habe sich dabei als „Assistent eines Putin-Beraters“ ausgegeben – was für den Geheimagenten Anlass genug gewesen sein soll, der ihm unbekannten Person sämtliche Details eines behaupteten Mordkomplotts zu verraten, das weltweite Aufmerksamkeit erregt.

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