Immer mehr Tote in Pflegeheimen: Das Virus ist nicht aufzuhalten, ob mit oder ohne Lockdown

Krisenlage in den Heimen - dank der fahrlässigen Regierungspolitik (Foto:Imago/photothek)

Das Totalversorgen und die Planlosigkeit der Politik schlägt ausgerechnet an Heiligabend voll durch. Weihnachten wird für die Senioren bundesweit zum absoluten Alptraum und Horrortrip: Deprimiert oder verzweifelt, oft zum Sterben alleine gelassen, und isoliert liegen sie in den Pflegeheimen – weil Bund und Länder seit Monaten auf erwiesenermaßen sinnlose flächendeckende Lockdown-Maßnahmen setzen, statt genau diese Risikogruppe besonders zu schützen.

In Berlin kam es nun zu weiteren Corona-Ausbrüchen in vier Pflegeheimen – und nun sich weitere 28 Heimbewohner tot, mehr als 200 haben sich infiziert. Selbst in den hochsensiblen Einrichtungen also funktionieren die Schutzkonzepte entweder nicht – oder die Ausbreitung beweist, dass dieses Virus völlig unabhängig von allen Maßnahmen durchläuft, allen Hygienekonzepten und Abstandsregeln zum Trotz. Was wieder und wieder dieselbe Frage aufwirft: Wozu dann überhaupt der Lockdown-Wahnsinn, wenn sich Corona trotzdem ausbreitet – von einer gigantischen Dunkelziffer gar nicht zu reden?

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, starben nun in Berlin in verschiedenen Bezirken weitere Senioren, darunter in einem Wilmersdorfer Heim neun Menschen gestorben, sechs weitere in Mariendorfer Pflegeheim und sieben Tote bei einem Ausbruch in einer Einrichtung in Biesdorf. Mindestens sechs Todesfälle gab es zudem in einem Heim in Reinickendorf. Das Durchschnittsalter war weit weit über 80, teilweise waren die Opfer über 90. Dass sich Sars-CoV2 gerade in diesen hochbetagten und geschwächten Personengruppen fatal auswirkt, ist nur logisch – und übrigens keine Besonderheit dieses Virus, sondern gilt so ziemlich für jeden für die Durchschnittsbevölkerung gewöhnlich harmlosen Erreger; man denke nur an Grippe-, Salmonellen- oder Legionellenausbrüche in Heimen in der Vergangenheit mit ebenfalls hohen Todesarten.

Alleingelassen und vergessen von der Politik

Umso wichtiger wäre daher ein frühzeitig geplanter, qualifizierter Risikoschutz für diese Menschen gewesen – doch den hat die Politik nicht nur verpennt, sondern vorsätzlich sabotiert – in ihrer hörigen Fixierung auf immer dieselben handverlesenen Virologen mit ihren verhängnisvollen Total-Shutdown-Strategien. Nun lungert der vom Virus überhaupt nicht betroffene Großteil der Bevölkerung untätig und weggesperrt zuhause herum – während die Schutzbedürftigsten alleine gelassen werden – und am stärksten darunter leiden, dass in ihrem Umfeld letztlich keine anderen Vorsorge-, Schutz- und Quarantänemaßnahmen herrschen als in Kindergärten, Schulen oder Büros (mit allen bitteren Folgen wie Personalmangel und Unterversorgung).

Vergangene Woche erst hatte ein Marburger Pflegeheim Alarm geschlagen: Dort waren sämtliche Pfleger vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden; die Heiminsassen – darunter 42 Corona-Positive – wurden sich selbst überlassen, lagen teilweise in den eigenen Fäkalien und erhielten stunden- bis tagelang keine minimale Versorgung. „Kontaktnachverfolgung“ und Quarantänebestimmungen als schierer Selbstzweck rangieren ganz offensichtlich über dem Leben von Patienten und Pflegebedürftigen: So etwas kommt heraus, wenn nur noch stur auf Tests, „Zahlen“ und „Inzidenzen“ gestarrt wird, wird statt den essentiellen humanitären Pflichten des staatlichen Gesundheitswesen Genüge zu tun. Die Großteil dieser Toten – ob nun „an“ oder „mit“ Corona verstorben – wären in der Tat vermeidbar gewesen. (DM)