Deutschland schafft beides: Volkswirtschaft ruiniert und trotzdem Corona-Massensterben

Früchte eines Hyperflopps: Söder und Merkel (Foto: Imago)

Erinnern wir uns: all die Zumutungen von der erneuten Stilllegung des Landes und dem Ruin der Wirtschaft bis hin zur Zerstörung des Weihnachtsfestes wurden uns von der Regierung als notwendiges Opfer genannt, um damit die vulnerablen Gruppen zu schützen – ein Akt von Volkssolidarität also. Und jetzt tritt, all den Anstrengungen und Verkündungen zum Trotz, dennoch genau das ein: In Altenheimen und Pflegeheimen wütet Corona, reihenweise sterben dort Patienten – weil jeder qualifizierte Risikogruppenschutz schlichtweg verpennt wurde.

Früh schon, seit der ersten Welle im Frühjahr, war diese Frage der „richtige Strategie“ ideologisch aufgeladen worden. Seite an Seite mit einer handverlesenen Auswahl an Staatsvirologen, die die gesamte mediale Aufmerksamkeit auf sich bündelten, wurde die Alternativlosigkeit von Lockdowns gepriesen –  im Gegensatz zum „schwedischen Weg“ sowie zu Boris Palmers „Tübinger Modell“, die selektivem Risikogruppenschutz den Vorrang vor  einer unterscheidungslosen Komplettlahmlegung von Volkswirtschaft und Gesellschaft gaben. Jetzt steht fest: Die Linie der „Knallhart“-Staaten mit ihren Lockdowns ist krachend gescheitert – und sieht am Ende nur Verlierer.

Weil riesige Kapazitäten – personell, finanziell und administrativ – für den Irrweg der Kontaktnachverfolgung zur Infektionseindämmung verbraucht wurden – die ein Virus einfangen wollten, das sich ganz offensichtlich und maßnahmenunabhängig nicht aufhalten lässt – blieb seit Monaten die einzige wirklich sinnvolle Maßnahme auf der Strecke, nämlich ein besonderer und strikter Schutz von Alten- und Pflegeheime – durch spezielle Konzepte und vor allem massive, frühzeitige Aufstockung von Pflegepersonal. Gesundheitsminister Jens Spahn ist hier wieder einmal krachend gescheitert – ebenso wie Bayerns „Södolf“, in dessen Land auch der jüngste Heimskandal von Alten-Massensterben zu verzeichnen ist: In einer Seniorenunterkunft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im unterfränkischen in Zeil am Main sind seit November nunmehr 23 Bewohner verstorben – fast jeder vierte. alle gestorbenen Bewohner litten ausnahmslos an Vorerkrankungen und wären somit extrem schutzbedürftig gewesen.

Die Totalüberforderung führt, wie vielerorts, zu Überstunden des dauergestressten Personals, das dadurch fehleranfälliger wird und selbst der Ansteckungsgefahr verstärkt ausgesetzt wird – wodurch sich nicht nur das Risiko der Virusübertragung auf Patienten erhöht, sondern auch Quarantäneanordnungen und damit den Ausfall von immer mehr Mitarbeitern zur Folge hat, was die Lage immer weiter verschärft.

Söder und Merkel als erwiesene Rundum-Totalversager der Pandemie

Die Leiterin des betreffenden Heimes erklärte in der „Süddeutschen Zeitung„, die Mitarbeiter in den AWO-Heimen arbeiteten generell „in Zwölf-Stunden-Schichten in voller Montur“ und gefährdeten so die eigene Gesundheit durch ihre Arbeit. Mit Söders Staatsregierung geht sie hart ins Gericht: Dieser falle angesichts dieser Lage nichts anderes ein, als „eine ‚Task-Force‘ von 200 Mitarbeitern, die Heimmitarbeiter kontrollieren sollen„, zu installieren. Fassungslos erklärt die Direktorin: „Da fällt mir nichts mehr dazu ein„. Wenn jetzt auch noch die logistisch aufwendigen Impfungen anstehen, fehlt noch mehr Personal. Wenn die diese Entwicklung fortsetzt, gibt es bald niemanden mehr zu impfen in den Einrichtungen. Vielleicht ist das ja Söders geheimer Masterplan?

Und während in den Heimen die Pfleger immer überforderter und immer knapper werden , da werden immense personelle Ressourcen in den Gesundheitsämtern für eine illusorische, den Behörden längst entglittene „Kontaktverfolgung“ gebunden, die die zu wenigen verfügbaren Mitarbeiter dann auch noch in Quarantäne und Isolation stecken, was die prekäre Situation in den Heimen, wie auch übrigens auf den Intensivstationen, weiter verschärft.

Obwohl in epidemiologisch relevantem Ausmaß fast nur in der Personengruppe der Hochbetagten und Vorerkrankten gestorben wird, und obwohl Corona vor allem in den Heimen tatsächlich als Seuche grassiert (zu der auch jede andere Infektionskrankheit bei entsprechender Exposition werden könnte): Da setzt die Bundesregierung weiterhin propagandistisch alles daran den Eindruck zu erwecken, die Ausnahme zur Regel zu machen: In Werbespots insinuiert sie, auch und vor allem für Jüngere und Kerngesunde sei Corona tödlich, und versucht über kalkulierte Panikmache die Botschaft zu verbreiten, es läge vor allem am Verhalten der arbeitsfähigen und freizeitaktiven Bevölkerung inclusive der Kinder und Jugendlichen, die Ausbreitung einzudämmen.

Der grundfalsche Ansatz rächt sich

Ein fulminanter Irrweg, dessen Scheitern die ungebrochene Zunahme der Fallzahlen zeigt: Auch der „harte Lockdown“ bringt wieder gar nichts, die Tagesinzidenzen eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Krachender ist noch keine Regierungspolitik gescheitert – die unverdrossen von einem noch härteren Anziehen der Daumenschrauben phantasiert, statt sich endlich dem eigentlichen und akuten Handlungsgebot der Stunde, wenn auch mit monatelanger Verspätung, zuzuwenden – nämlich endlich Risikogruppen effizient und nachhaltig vor dem Virus in Sicherheit zu bringen. Solange jedenfalls, bis es durch Impfung oder auf natürlichem Weg zum Erliegen kommt.

Anscheinend verbieten Verblendung, Stolz und narzisstische Eitelkeit einen solchen Kurswechsel. Doch am Eingeständnis, dass es ausgerechnet die geschmähten Schweden besser auf die Kette bekommen haben, führt mittlerweile kein Weg mehr vorbei: Inzwischen stehen die Skandinavier sogar bei den Todeszahlen besser da – weil Deutschland mit seiner „umsichtigen“, angeblich „beneideten“ Corona-Politik inzwischen relativ noch mehr Tote vorweisen kann – und inzwischen sogar die Marken der Trump-USA reißt.

Spätestens diese Entwicklung müssten jetzt Merkel-Söder-Fanboys doch eigentlich zum Anlass nehmen, den sofortigen Rücktritt dieser planlosen Totalversager zu fordern – die nicht nur unser Land ohne jeden Gegennutzen zerstört haben (und weiterhin kleinholzen), sondern einem grausamen Darwinismus in unserem Sozial- und Gesundheitswesen Tür und Tor geöffnet haben. (DM)