Geimpfte, wollt Ihr ewig leben: 101jährige als Erste an der Nadel

Die Corona-Impfung für die Ewigkeit? (Foto:Imago/Rothermel

Nachdem leider in der besonderen Risikogruppe der 110- bis 120jährigen  niemand mehr lebt, wird nun eben offenbar die Altersstufe der über Hundertjährigen als erstes geimpft: Als erste in Deutschland kam nun eine 101 Jahre alte Heimbewohnerin aus Halberstadt (Sachsen-Anhalt) in den Genuß des Biontech/Pfizer-Impfstoffs.

Eigentlich soll man ja annehmen, dass in diesem biblischen Alter die Anfälligkeit für – im Vergleich zu bewährten Impfstoffen doch erheblichen – Nebenwirkungen der neuen mRNA-Vakzine besonders hoch sein sollte. Aber beim Corona-Impfprogramm ist die Experimentier- und Risikofreudigkeit der Politik plötzlich erstaunlich hoch, Menschen einem noch weitgehend unerforschten, in Windeseile entwickelten gentechnischen Präparat auszusetzen und mögliche Todesopfer statistisch in Kauf zu nehmen – während dem „schwedischen Weg“ seit Monaten vehement widersprochen wird (und das Modell eines selektiven Risikogruppenschutzes bei Inkaufnahme einer gesteuerten Virusverbreitung in der Bevölkerung inklusive möglicher Toter als zynisch und unethisch gilt).

Es stellt sich allerdings die Frage, ob die 101-jährige Pionierpatientin aus Halberstadt die Impfentscheidung überhaupt noch selbst treffen konnte, oder ob hier ein Versuchskaninchen gesucht wurde? Unstreitig jedenfalls ist: Sollte etwas schiefgehen, dann lässt es sich immer noch auf Altersschwäche schieben, ohne zugleich zuviel Verstörung bei der jüngeren Hauptzielgruppe zu erwecken, wo sich die Impfbereitschaft bekanntlich in deutlichen Grenzen hält. Wer wird schon 101.

In einer Hinsicht ist die laxe-blauäugige Bereitschaft, vor allem den Ältesten beim Impfsegen den Vortritt zu lassen (während sich die Bundesregierung, Ministerpräsident und sogar Biontech-Gründer Ugur Sahin „nobel“ unter Berufung auf angebliche Prioritätensetzungen bezeichnenderweise selbst zurückhalten!), konsequent: Sie passt zur neu gefundenen, selbstangemaßten Rolle der Politik als Lebensretter und -verlängerer um jeden Preis.

Gespenstisch: Je älter, desto tödlicher

Denn der wahre Schrecken, der von Corona seit März ausgeht, war die Wiederentdeckung der Sterblichkeit. Dass Menschen tatsächlich Tag für Tag das Zeitliche segnen, und zwar in Größenordnungen, die sich nur noch in Rechenbeispielen abgestürzten vollbesetzten Passagiermaschinen erfassen lassen, ist wohl das Schockierendste an dieser Pandemie. Und um hier Abhilfe zu schaffen, ist die Wiederbeschwörung der Volkssolidarität in Vereinsamung unter schleichender Beseitigung von Grundrechten kein zu hoher Preis.

Deshalb tun die Söders, Lauterbachs, Merkels und Spahns sicher recht daran, die Menschen in Angststarre zu halten: Denn solange noch Menschen in Deutschland sterben, egal wie alt, darf niemals mehr Normalität einkehren! Zumal diese wohl teuflischste Pandemie aller Zeiten mysteriöserweise vor allem Menschen befällt, die ihre natürliche Lebenserwartung bereits überschritten haben. Bereits in der ersten Welle war jener unheimliche, in der Medizingeschichte noch die zuvor beobachtete Zusammenhang zwischen Alter und Verlaufsschwere aufgefallen, dass sich bei Corona die Zahl tödlicher Verläufe zu erhöhen scheint, je älter die Infizierten sind. Erstmals seit Anbeginn der Menschheit, und nur bei diesem Virus, haben 95- oder 100jährige ein höheres Risiko zu sterben als 30-50jährige – auch wenn Medien und Bundesregierung in ihrer Aufrichtigkeit alles tun, dieser Erkenntnis entgegenzuwirken, indem sie uns pausenlos die Fälle jüngerer, kerngesunder, aus dem Nichts gestorbener oder erstickter Covid-Opfer präsentieren.

Wohl deshalb muss nun natürlich alles dafür getan werden, das Leben dieser besonders gefährdeten „Methusalem-Perzentile“ zu verlängern. Und bis es soweit ist, dass deren Gesundheit wieder vollständig wiederhergestellt ist und ihnen noch ein paar unbeschwerte Lebensjahrzehnte bevorstehen, ist es nicht mehr als recht und billig, die Volkswirtschaft unter Inkaufnahme monatlich mittleren zehnstelligen Milliardenschäden und unzähligen Kollateralopfern weiterhin lahmzulegen. (DM)