Grüne Planwirtschaft: Windkraft-Boom durch neue Anlagen, obwohl Stromtrassen fehlen

(Symbolfoto: Durch Arturo Limon/Shutterstock)

Als Ergebnis der immer weiteren Verteuerung konventioneller Energien, vor allem durch die ab Januar fällige CO2-Bepreisung, komm es unter Anlegern nun wieder zu einem spürbaren Run auf Windkraft- und auch Solaranlagen: Die regenerative Stromerzeugung erlebt nach einer Phase der Stagnation einen erneuten Aufschwung. Was linksgrüne Medien feiern, ist der Erfolg schierer Planwirtschaft.

Dass nun, kurz nach der EEG-Reform, buchstäblich „frischer Wind durch die Branche“ weht, wie „n-tv“ frohlockt und es bei den Ausschreibungen für neue Anlagen sogar zu Überzeichnungen kommt, wird als Überwindung der bisherigen Windkraft-Branchenflaute gesehen: Laut Bundesnetzagentur sind neben der Solarenergieproduktion öffentliche Ausschreibungen für die Ökostrom-Technologie durch Windkraft erstmals wieder überzeichnet. Ausgeschrieben wurden laut der Behörde bis 1. Dezember 2020 Windparks mit rund 367.000 Kilowatt Leistung, eingereicht wurden jedoch 96 Gebote mit einem Volumen von rund 657.000 Kilowatt. 58 Gebote erhielten am Ende einen Zuschlag – für fast 400.000 Kilowatt Leistungsinstallation.

Die Bundesländer, in denen nun die meisten neuen Windpark-Projekte aus dem Boden gestampft werden, sind Schleswig-Holstein mit 31 Anlagen, es folgt Nordrhein-Westfalen mit 11 und Niedersachsen mit 8. Der durchschnittliche Zuschlagswert sank laut „n-tv“ dadurch von 6,11 Cent pro Kilowattstunde auf nun 5,91 Cent. Allerdings ist damit dann auch die Obergrenze des Netzausbaugebiets fast vollständig ausgeschöpft, das den Windausbau in den Regionen limitieren soll, wo ohnehin bereits viel Ökostrom produziert wird.

Ideologische Fehlsteuerungen

Da die Stromnetze allerdings die neu produzierte Energie, dem Boom zum Trotz, gar nicht transportieren können und so regelmäßig Engpässe auftreten, bleibt ein weiterhin ungelöstes politisches Problem. Derartige Fehlsteuerungen sind bei plan- und staatswirtschaftlichen, strikt ideologischen Projekten nichts Ungewöhnliches – doch aus Fehlern der Vergangenheit hat man weiterhin nichts gelernt.

Verlässliche Kohle- und Atomstromkraftwerke werden demontiert, unsicherheitsbehaftete „grüne“ Prestigeprojekte werden dafür zu Spekulationsobjekten – und das, obwohl sie sowohl Risiken für die flächendeckende künftige Stromversorgung beinhalten wie auch vor allem riesige Umweltbelastungen mit sich bringen – Vogelschlag durch die Windflügel, Flächenversiegelung, Landschaftsverschandelung und Lärmbelästigungen etwa, vom Problem der ungelösten Altlastenbeseitigung ganz zu schweigen. (DM)