Auch noch Rauchverbot in der Pandemie?

Rauchen gegen die Krise - demnächst noch erschwerter? (Foto:Imago/blickwinkel)

Weil ja bekanntlich in Deutschland seit März dieses Jahres – seit Corona – so wenig verboten ist und der Staat ja nicht schon sämtliche Alltags- und Lebensbereiche durchreglementiert hat, da dachte sich wohl Daniela Ludwig, ihres Zeichens Drogenbeauftragte der Bundesregierung, es wäre mal wieder an der Zeit für ein paar neue Verhaltensregeln und Zwangsvorschriften: Nun will sie die Corona-Pandemie nutzen, um „noch mehr Menschen in Deutschland vom Rauchen abzubringen„.

Als Anlass dient der CSU-Politikerin, na was wohl, das Virus selbst: „Diverse Studien belegen, dass Raucher ein sehr viel höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben als Nichtraucher. Es ist also allerhöchste Zeit aufzuhören„, erklärt Ludwig laut „dts Nachrichtenagentur“ den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Corona sei „noch ein Grund mehr, die Unterstützung für Langzeitraucher im nächsten Jahr voran zu bringen„.

Sonderbar: Diese Einschätzung steht in eklatantem Widerspruch zu einer französischen Studie vom April, aus den Zeiten des ersten Lockdowns, derzufolge die eigentlich als absolute Risikogruppe geltenden Raucher weit seltener Covid-19 erkrankten sogar als Nichtraucher. Forscher vermuten als Ursache, dass Nikotin die Vermehrung der Viruszellen bremsen könnte. Die Folge war damals ein ungezügelter Run auf Nikotin-Ersatzprodukte wie Nikotinpflaster in Frankreichs Apotheken.

Die Regierung kontingentierte und untersagte schließlich den „anlasslosen“ Verkauf der Pflaster, das Thema geriet wieder in Vergessenheit – doch die Vermutung einer womöglich schützenden Wirkung von Nikotin wurde auch nie entkräftet. Insofern verwundert der Feldzug der Drogenbeauftragten ausgerechnet zur jetzigen Zeit: Zum ersten Mal scheint den Rauchern ihr Laster zum Vorteil zu gereichen und die Sucht für etwas gut zu sein – und prompt will Ludwig sie davon abbringen. Plant sie etwa, die Deutschen um „Heilungschancen“ bringen und zusätzlich ins Grab zu bringen?

Will Ludwig die Deutschen noch schneller um die Ecke bringen?

Ludwig betonte, Unterstützung und Kampagnen müssten sich verstärkt an diejenigen richten, „die bisher nicht mit den Angeboten für einen Rauchstopp erreicht werden konnten“. Ein Problem sei, dass viele Raucher, „die aufhören wollen, sich noch zu selten professionelle Hilfe holen oder zumindest vom Arzt beraten lassen„, das gelte es zu ändern. Das sind natürlich die wahren Sorgen in dieser Pandemie, wo weite Teile der Bevölkerung drohen in die Armut und soziale Vereinsamung abzurutschen.

Tatsächlich sorgt die Politik mit ihrem Lockdown-Wahnsinn dafür, dass Alkohol-, Nikotin- und übrigens auch Drogenkonsum steil durch die Decke gehen. Anders ausgedrückt: Was immer die Bundesregierung mit Aufklärungs- und Anti-Raucher-Kampagnen erreichen will, macht sie mit ihrer Politik nicht nur zunichte, sondern sie sorgt für das genaue Gegenteil. Und weil pro Jahr in Deutschland rund 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben, wirkt sich jeder Anstieg durch die Corona-Politik mit einem zeitlichen Versatz von einigen Jahren direkt auf die Sterblichkeit aus. Diese Toten jedoch interessiert keinen der verlogenen Corona-„Lebensretter“ à la Söder und Merkel.

Nach letzten Erhebungen rauchen nach Ludwigs Worten 23 Prozent der Erwachsenen hierzulande, was ungefähr 14,4 Millionen Menschen entspricht. Insgesamt seien es nach wie vor mehr Männer als Frauen, wobei der Anteil der Frauen stark zugenommen habe. All dies sind jedoch „Vor-Corona“-Zahlen. Die zuletzt gesunkenen Absatzzahlen der Tabakindustrie dürften sich dank der Pandemie wieder in satte Zuwächse gewandelt haben. (DM)