„Zahlenspiele“: Regierung stimmt uns auf monatelangen weiteren Lockdown ein

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Mit immer haarsträubenderen Scheinargumenten und Tricks sorgt die Bundesregierung frühzeitig dafür, die offensichtlich von Anfang an feststehende (und von niemandem mehr ernsthaft angezweifelte) weitere Verlängerung des geltenden Lockdowns bis weit über den 10. Januar 2021 hinaus zu rechtfertigen. Dazu gehört auch, die zuletzt wieder moderat fallenden Positiven-Zahlen zu relativieren – um „Entwarnung“ nicht geben zu müssen.

So verrenkt sich das regierungsgesteuerte Robert-Koch-Institut (RKI) inzwischen schon kreativ beim Versuch, die eigentlich ermutigenden Zahlen madig zu machen. An Weihnachten und über den Jahreswechsel gingen „vermutlich weniger Menschen zum Test„, und außerdem übertrugen „viele Gesundheitsämter und Landesbehörden keine Daten“. Deshalb blieben die Inzidenden zwischen den Feiertagen und der ersten Januarwoche nicht nur niedrig, sondern es käme anschließend „…im Gegenteil zu einem Nachholeffekt und daraus resultierend besonders hohen nominellen Neuinfektionszahlen“.

Die Einschätzung soll die „Entscheidungsgrundlage“ für die am 4. Januar geplante Beratung von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten über eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus bilden. Die Datenlage betreffend seien die Neuinfektionszahlen „dann nur schwer interpretierbar„, weil die Entwicklung „aufgrund der fehlenden Erfahrung“ niemand seriös vorhersagen könne. Interessant jedoch, dass hingegen der Folgenabschätzung einer Komplettdichtmachung des ganzen Landes mit Kontaktsperren und Killer-Lockdown durchaus möglich war – so „seriös“ übrigens, dass sich sämtliche Prognosen als grundfalsch (und die Maßnahmen als vollkommen nutzlos) herausstellten.

Drehen und Wenden der Daten – nach Belieben der Regierung

Erst ab etwa 11. Januar sei nun wieder eine ganz „normale“ Testwoche ohne Sondereffekte zu erwarten, die sich dann aber allenfalls mit den Tagen vor Weihnachten sinnvoll vergleichen ließe. Doch aus das könnte zu irreführenden Ergebnissen führen, weil die Teststellen vor Weihnachten einen Ansturm von Menschen gemeldet hatten, die sich offensichtlich vor dem Familienbesuch freiwillig testen lassen wollten, so das RKI laut „dts Nachrichtenagentur“. Es ist die wahre Pracht, wie die Dinge gedreht und gewendet werden – um so den Lockdown immer weiter hinauszuschieben, ohne dass dafür irgendwelche statistischen Grundlagen vorliegen.

Denn weil die ganzen Fallzahlen ohnehin völlig willkürlich zustandekommen – nämlich nicht anhand repräsentativer Erhebungen, sondern alleine in Abhängigkeit der nach uneinheitlichen, wahllos und in schwankenden Mengen durchgeführten Tests -, sagen die „Inzidenzen“ gar nichts aus. Wieso sollten nur die aus 1,5 Millionen Tests wöchentlich gewonnenen Daten aussagekräftig sein, aber nicht die Über die Feiertage z.B. nur 1 Million Tests gewonnen Daten? Warum werden nicht umgekehrt gleich 3 oder 4 Millionen Tests durchgeführt – dann gäbe es gleich doppelt oder dreimal so viele infizierte und der Lockdown könnte gleich auf Jahre hinaus verkündet werden? (DM)