„Corona lässt uns zusammenrücken“: Steinmeier verhöhnt lockdownmüde Deutsche

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Foto:Shutterstock)

In seiner getragen-salbungsvollen Weihnachtsansprache vergriff sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wieder einmal zynischst im Ton – zumindest inhaltlich. Zur Ehrenrettung des Mannes muss man allerdings konzedieren, dass in der Pandemie jede noch so bewährte Politikerphrase angesichts der Lockdown-Realität im Land automatisch wie Ironie klingen muss. Umso mehr wären daher Fingerspitzengefühl und rhetorische Begabung gefragt – doch dieses Staatsoberhaupt hat beides nichts.

Gerade in diesen Tagen erleben wir doch: Das Virus treibt uns nicht auseinander. Im Gegenteil, es lässt uns zusammenrücken.“ Diesen Satz sprach Steinmeier in seiner 2020-Weihnachtsansprache wörtlich aus – ohne sich vermutlich dessen bitterer sarkastischer Doppeldeutigkeit überhaupt bewusst zu werden. In Tagen der Vereinsamung von Millionen Deutschen, der Isolation von Alten, Kranken und Schwachen, der Verherrlichung von „Social Distancing“ als neuer Heldenmut muss die Lobpreisung des „Zusammenrückens“ aus dem Mund des Bundespräsidenten wie blanker Hohn anmuten.

Blogger Claudio Causula fragte gestern zu Recht, wie über solche platten Worthülsen wohl diejenigen denken werden, die sich in der Adventszeit über Bußgelder von 5000 Euro freuen durften, bloß weil sie mit Freunden einen Glühwein im Freien tranken? Oder jene, die pro Kopf Ordnungsgelder von je 200 Euro aufgebrummt bekamen, weil sie Kontaktbeschränkungen nach Haushalten missachteten? Oder jener Großvater, der von Söders Corona-Gestapo an Heiligabend angehalten und zu 500 Euro Strafe verdonnert wurde, weil er seine beiden Enkel mit dem Auto um 23 Uhr nach Hause bringen wollte – und somit die Ausgangssperre missachtete?

Schlag ins Gesicht der ausgelaugten Bürger

Wer ein gutes Beispiel für bösartige Ignoranz, Realitätsverlust und Empathielosigkeit im Politikbetrieb sucht, wird in dieser Ansprache Steinmeiers massenweise fündig. Seine Durchhalteparolen, mit denen er den Lockdown und sonstige angeblich alternativlose Zwänge erträglicher machen will, lassen völlig außer Acht, dass all die von der Bevölkerung tapfer getragenen „Opfer“ vergeblich waren, weil die ergriffenen Maßnahmen schlichtweg ohne jede Wirkung bleiben (was bei jedem normaldenkenden Menschen eigentlich zur Hinterfragung des Sinns dieser Maßnahmen führen müsste, nicht zur Forderung nach deren noch längeren und noch rigoroseren Durchsetzung!).

In dieser sogenannten Pandemie ist nicht das Virus das größte Problem – sondern die Politik mit ihren um ein vielfaches schädlicheren Interventionen und Verboten. Sie lässt die Bürger nicht „zusammenrücken“ – sondern sie sperrt sie ein und treibt sie sehr wohl auseinander. Nicht nur durch strafbewehrte Allgemeinverfügungen – sondern auch durch eine bewusst weiter vorangetriebene Spaltung der Gesellschaft. (DM)