Deutschland zuletzt: Nicht genug Impfstoff, weil Merkel die Beschaffung EU-Dilettanten überließ

Zunehmend in der Kritik: Biontech-Vakzin (Foto:Imago/ZUMAWire)

Welche exzellente und weise Voraussicht die Kanzlerin der „Deutschen“ (und aller Hergelaufenen dieses Planeten) bei der einen zentralen und wohl wichtigsten Aufgabe der Politik hat walten lassen – die rechtzeitige Beschaffung des Covid-Impfstoffs direkt bei Verfügbarkeit, und dies auch noch in ausreichender Menge für das eigene Volk -, das zeigt sich jetzt in seiner ganzen Pracht: Nur Restposten kann Deutschland verimpfen, weil die Bundesregierung die Beschaffung in EU-Hände legte.

Es ist ein Wahnsinn, der schlicht nicht mehr zu glauben und begreifen ist: Ausgerechnet die Sicherstellung des Impfstoffs, der nach eigener Überzeugung und Logik der Politik ja der einzige Weg zur Rückkehr einer zumindest leidlichen „Normalität“ ist (und vor allem Voraussetzung einer Überwindung der Killer-Lockdowns und ihrer immer gravierenden Zerstörungsauswirkungen ist), gibt die Politik aus der Hand – und delegiert diese Jahrhundertentscheidung, deren absolute Dringlichkeit sie mit ihrer Notstandspolitik selbst definiert hat, nach Brüssel.

Dort hat die Kommission unter Ursula von der Leyen – und man kann es anders nicht benennen – wieder einmal große Scheiße gebaut und aufs falsche Pferd gesetzt: Wohl vor allem Lobbyismus und antideutsche Ressentiments sorgten dafür, dass Konzerne wie Sanofi und AstraZeneca den Zuschlag erhielten – während deutsche Hersteller, darunter auch der von Biontech gemeinsam mit Pfizer entwickelte Wirkstoff, aber auch CureVac – außen vor gelassen wurden. Und das, obwohl Biontech der EU einen Vertrag über 500 Millionen Dosen anbot – der ausgeschlagen wurde. Dumm nur: Die Konzerne, an die sich die EU nun vertraglich gebunden hat, können nicht liefern; größtenteils sind ihre Präparate noch immer in der Entwicklung.

Inzwischen werden nun die bereits verfügbaren und zugelassenen Präparate von Biontech/Pfizer und auch Moderna in etlichen Ländern im großen Stil verimpft – mit der Folge, dass dort (nach eigener Überzeugung der Impfbefürworter) also nicht nur früher Immunisierung eintreten wird, sondern auch Menschenleben gerettet werden, weil jeder Tag bei Risikogruppenimpfungen zählt und Tote vermeidet.

Tödlicher Verzicht aus Pseudo-„Solidarität“

Derweil sind in Deutschland nun im optimalen Fall selbst bis Ende März 2021 gerade einmal 5,5 bis 6 Millionen Impfungen des zweiphasigen Biontech-Vakzins möglich. Merkels und Spahn waren kaltschnäuzig bereit, ihrer wahnhaften Vorstellung von „europäischer Solidarität“, an die sich außer Deutschland niemand – vor allem in dieser Krise – halten mag, das Leben von ein paar tausend Alten und Vorerkrankten zu opfern, die nun entsprechend erst später geimpft werden können.

Jan Fleischhauer, der sich dem Skandal in einer flamboyanten Kolumne seines „Schwarzen Kanals“ widmete, wirft Kommissionschefin Ursula von der Leyen glatte Desinformation: Diese hatte sich damit gebrüstet, die EU habe „das weltweit breiteste Impfportfolio verhandelt und sich mehr als 2 Milliarden Impfdosen gesichert.“ Tatsächlich sind die Firmen, mit denen die größten Verträge bestehen, überhaupt nicht lieferfähig, so Fleischhauer – „und bei den Firmen, die liefern können, hat die EU-Kommission zu wenig bestellt. Da die Deutschen sich als gute Europäer erweisen wollten, hat man die Verhandlung Brüssel überlassen. Keine nationalen Alleingänge, hieß es. Jetzt haben wir den Schaden.“

Die totale Unfähigkeit hat System – und grenzt in diesem Fall an Landesverrat: Statt ALLES zu tun, um die von ihr zu verantwortenden Katastrophenlockdowns ganzer Wirtschaftszweige, die anhaltende Beraubung von Kindern und Jugendlichen um ihre Schulbildung, persönliche Entwicklung und Lebenslust möglichst schnell zu beenden und wenigstens EINMAL den Amtseid zu erfüllen, „Schaden vom deutschen Volke abzuwenden“, hat Merkel wieder einmal Ideologie über Realpolitik gestellt. Die empathie- und verantwortungsloseste Regierungschefin dieses Landes seit 1945 versagt selbst in den wenigen zentralen Entscheidungsherausforderungen so total, dass jeder weitere Tag ihrer Amtszeit für Deutschland einer zuviel ist.

Ausgerechnet Trump hat verantwortungsbewusst gehandelt

Und ausgerechnet der in Deutschland pathologisch dauerverachtete Donald Trump hat in den USA wieder einmal den weitaus besseren Job gemacht. Für sein Krisenmanagement viel geschmäht, hat der US-Präsident genug Impfstoff für sein eigenes 350-Millionen-Volk an Land gezogen – wie übrigens auch Boris Johnson, der dank Brexit-bedingter Befreiung von EU-Bürokratismen und ohne Zwang zu falschen Rücksichtnahmen für seine Briten ebenfalls Großtranchen der ersten Produktionschargen ordern konnte. Und all das, „während ausgerechnet die allseits gelobte Bundeskanzlerin untätig blieb… Ich glaube, das nennt man Ironie des Schicksals“, schrieb dazu Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen auf Twitter.

Die Affäre um die gefloppte rechtzeitige Beschaffung von Impfstoff in ausreichender Menge jedenfalls wird sich mit voller Wucht dann entladen, sobald die Engpässe sichtbar werden – und sich vor allem der Vorsprung anderer Länder offenbart, die womöglich dann schon wieder ihren Alltag wiederhaben, wenn bei uns noch die „zweite“ und „dritte Gruppe“ des Spahn’schen Impfplans darauf wartet, zum „Stich“ zu kommen. Man darf gespannt sein, ob Skandalminister Spahn dann immer noch als „beliebtester Politiker Deutschlands“ ist. Seine dubiosen Immobiliengeschäfte und die Versorgung privater Bekannter mit überdotierten Geschäftsführerposten scheinen ihm bislang dank medialer Beißhemmung nicht zu schaden, doch gestern bekam sein Heiligenschein erste Kratzer, als „Bild“ ihm seine selbstgefällige Behauptung um die Ohren schlug, Deutschland sei „bestmöglich“ auf die zweite Welle vorbereitet gewesen.

Und jetzt also noch die Stümperei bei der Impfversorgung, die nicht nur Spahn, sondern auch seine Kanzlerin betrifft. Man müsse sich fragen, schreibt Jan Fleischhauer, was Merkel in dieser Pandemie eigentlich gemacht habe – außer auf Zahlen zu starren. Manche unverbrüchlichen Vasallen aus dem Kanzlerinnenumfeld jedoch haben nichts begriffen und den Schuss noch nicht gehört. Etwa CDU-Twitter-Rampensau Ruprecht Polenz, dem zu Fleischhauers gut recherchierten und denkwürdigen Einlassungen nichts anderes einfiel, diesen als „Impfstoff-Nationalisten“ zu schmähen (genau jener gesunde Nationalismus übrigens, der in dieser Krise Leben rettet):

(Screenshot:Twitter)

Der so attackierte Fleischhauer fand darauf eine schlagfertige Antwort: „Darf ich Polenz daran erinnern, dass die Kanzlerin, der er als Generalsekretär diente, darauf vereidigt wurde, ihre Kraft dem Wohl des deutschen Volkes zu widmen? Ist skandalös, ich weiß. Bin daher auch für die Polenz-Initiative ‚Europäisiert die Eidesformel!‘ Nach Corona.“ (DM)