Wehrlose Senioren werden in Kliniken deportiert: Ein Corona-Erlebnisbericht

Altenpflegekraft (Symbolbild: shutterstock.com/Von Robert Kneschke)

Wer sich wundert, wie es sein kann, dass seit Wochen die Kliniken vollaufen und es dennoch – den immer noch auf Rekordhoch verharrenden oder sogar tendenziell weiter steigenden Fallzahlen zum Trotz – niemals zum Überlauf kommt, und warum plötzlich so viele Risikopatienten sterben (gestern wurde die Marke von 30.000 sogenannten Covid-Toten überschritten): Dem gibt der Blick auf eine mehr als fragwürdige Praxis in vielen deutschen Pflege- und Seniorenheimen einen Hinweis.

Denn tatsächlich sind es offenbar die Pflege- und Altersheime selbst, die ohne Not für einen stetigen Nachschub an „Covid-Patienten“ sorgen. Wie dies konkret aussieht, schilderte gegenüber Jouwatch jetzt ein Leser am Beispiel persönlichen Erfahrungen mit seiner 95-jährigen Mutter: Die Dame, kerngesund ohne jegliche Symptome, war in einem nordrhein-westfälischen Pflegeheim aus heiterem Himmel untergebracht und dort Mitte Dezember positiv auf Corona getestet worden, zur eigenen Überraschung, da sie Kontakt- und Abstandsregeln penibel eingehalten hatte.

Nun werden in der betreffenden Einrichtung standardmäßig alle positiven Patienten als „Covid-Fälle“ ins Krankenhaus eingeliefert – vermutlich, um den Klinikbetrieb von den Infizierten freizuhalten und das Risiko für Personal und sonstige Patienten zu minimieren. Einmal ins Krankenhaus verbracht, ist für die dort als „Covid-Patienten“ geführten Betroffenen eine Rückführung zurück ins Pflegeheim (gemäß der in NRW geltenden „Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus für Bewohnerinnen und Bewohner von Betreuungseinrichtungen / Altersheim, Pflegeheim etc., oder Personen, die mobile Pflege in Anspruch nehmen“) nur noch nach ganz bestimmten Kriterien möglich:

In die sogenannte „Absonderung“ der Pflegeeinrichtung – also eine dort eingerichtete separate „Covid-Station“ – wird entlassen, wer „Zeichen einer klinischen Besserung“ aufweist und sofern seine „individuelle Situation und die seines Umfeld“ es erlauben. Eine vollständige Entlassung in die reguläre Pflegeeinrichtung ohne weitere Auflagen darf hingegen nur dann erfolgen, wenn Symptomfreiheit für mindestens 48 Stunden besteht UND entweder ein negativer PCR-Test vorliegt, oder ein positiver PCR-Test mit einem Ct-Wert von mehr als 30 Zyklen (weil er dann nämlich entsprechend aussagelos ist).

Bürokratische Kriterien stur durchgezogen

Im Fall unseres Lesers hatte seine 95-jährige Mutter nun überhaupt keine Erkrankungssymptome gezeigt, fühlte sich topfit, und zudem lag der ct-Wert ihres PCR-Test bei 31. Weil sie somit bereits vor Verlegung ins Krankenhaus alle Kriterien zur vollständigen Entlassung erfüllte – und zwar nicht einmal die zur „Absonderung“, sondern sogar zur Rückkehr in den regulären Betrieb -, gab es folglich überhaupt keine Veranlassung geschweige denn Notwendigkeit, sie überhaupt in die Klinik einzuweisen. Dennoch wurde genau dies von der Heimleitung angeordnet – aufgrund einer lokalen Sonderbestimmung: Der zuständige Landrat hatte die ct-Grenze eigenmächtig auf den Wert von 35 Zyklen angehoben; und dies, obwohl wissenschaftlich feststeht, dass bei mehr als 30 Zyklen der Anteil falsch-positiver Testergebnisse exponentiell zunimmt und ein positiver Test kaum Aussagewert hat.

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Wie private Recherchen des Lesers ergaben, wird tatsächlich in etlichen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens (vermutlich aber auch in allen anderen Bundesländern) auf dieselbe Weise von den Richtwerten für Entlassungskriterien der Landesregierung abgewichen. Dies bedeutet,  dass zahllose Pflegebedürftige und Hochbetagte, die nur milde oder gar keine Beschwerden haben und eigentlich gar nicht hospitalisierungsbedürftig wären, in Kliniken deportiert werden. Viele von ihnen erkranken dann erst dort ernsthaft und werden nicht selten auch eklatant fehlbehandelt (Stichwort vorzeitige Intubation mit hochriskanter, kontraindizierter Beatmung); von Ängsten, Isolation und gewaltsamen Entreißen aus dem vertrauen Umfeld der Pflegeeinrichtungen ganz zu schweigen.

Rettung vor Zwangseinweisung in letzter Sekunde

Für alte und hilfsbedürftige Menschen kann eine solche Zwangseinweisung tödlicher sein – und auch wenn es kaum Statistiken hierzu gibt, so liegt es doch auf der Hand, dass in dieser Praxis der womöglich maßgebliche Hauptgrund für die massiv gestiegenen Todeszahlen in den Kliniken seit November liegt.

Praktischer Nebeneffekt: Auf diese Weise lässt sich dann auch gleich die behauptete Gefährlichkeit der Pandemie weiter untermauern. Nachdem nämlich in der ersten Welle im Frühjahr tatsächlich rund 20 Prozent der ermittelten Infizierten ins Krankenhaus mussten, waren es in der monatelang durch anlasslose und beliebige Tests definierten „zweiten Welle“ dann plötzlich unter 6 Prozent der Fälle, die ins Krankenhaus mussten. Zu der gleichzeitig postulierten steil gestiegenen Mortalität passte dies kaum. Da kommen natürlich künstliche Hospitalisierungen von Pflege- und Altersheiminsassen sehr gelegen, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die quarantänebedingte personell unterbesetzten Einrichtungen entledigen sich infizierter Patienten, und die Corona-Politiker haben den scheinbaren Beweis für ihre alarmistischen Prognosen.

Im Fall des JouWatch-Lesers übrigens hatte die 95-jährige Seniorin Glück: Trotz Drohungen des Gesundheitsamtes und Heimleitung setzte er sich über die Anordnung hinweg und holte seine Mutter gerade noch rechtzeitig vor ihrer Abschiebung, aus dem Heim. Dort hatte man bereits ihr Zimmer ausgeräumt, ihre Habseligkeiten in Müllsäcke gestopft und die mit anderen „Covid-Patienten“ zur Abholung in einen abgedunkelten Raum gesperrt. Der Mann ist überzeugt, dass es für seine Mutter die Rettung in letzter Sekunde war: „Sie hätte das nicht überlebt.“ (DM)