Großbritannien atmet auf: Neubürger bekommen fünf Jahre keine Sozialleistungen mehr

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Für EU-Bürger, die sich nach dem Brexit in Großbritannien niederlassen wollen, brechen harte Zeiten an. Sie haben fünf Jahre lang keinen Anspruch auf staatliche Leistungen, müssen ein Stellenangebot und ausreichend Englischkenntnisse nachweisen. Auch die Ära, in der großzügig Kindergeld ins Ausland überwiesen wurde, ist ab jetzt vorbei.

Für Angehörige europäischer Staaten wird ab dem 1.Januar die gleiche Messlatte angelegt, wie für alle anderen Einwanderungswilligen aus aller Welt.

Für alle gilt dann ein punktebasiertes Einwanderungssystem. Migranten vom Kontinent müssen Englisch sprechen und ein Stellenangebot haben. Eine gering qualifizierte Einwanderung wird so praktisch unmöglich. Stattdessen sind die Chancen von EU-Bürgern, ein Arbeitsvisum zu erhalten, die gleichen wie für Antragsteller aus anderen Ländern.

Auch der Zugang zum Sozialsystem bleibt ihnen für Jahre verwehrt: „Es ist sowohl richtig als auch fair, dass Menschen, die das Vereinigte Königreich zu ihrem Zuhause machen, für einen angemessenen Zeitraum in das Steuersystem einzahlen, bevor sie Zugang zum Leistungen erhalten“, so die britische Arbeits- und Rentenministerin Therese Coffey laut MailOnline.

Ab 2021 gilt auch: Arbeitnehmer erhalten kein Kindergeld für Kinder, die außerhalb des Vereinigten Königreichs leben.

Vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016 gab die Regierung bekannt, dass 32.000 Kinder von EU-Bürgern im Ausland Kindergeld erhalten. Der Brexit bedeutet, dass das Land in der Lage ist, die Zahlungen für Neuankömmlinge insgesamt abzuschaffen. „Am Neujahrstag endet die Freizügigkeit und es gelten gerechtere Leistungsregeln für neue EU-Migranten“, so Theresa Coffey.

EU-Bürger, die bereits in Großbritannien leben, und solche aus Irland sind von den neuen Regelungen nicht betroffen.

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Die deutschen Steuerzahler müssen dank EU-Recht weiterhin für im Ausland lebende Kinder von EU-Arbeitnehmern blechen. Allein 2018 flossen 536 Millionen Euro Kindergeld – soviel wie nie zuvor berichtete im vergangenen Jahr u.a. die Welt.  So viel wie noch nie zuvor. Insgesamt waren das 200 Millionen Euro oder 60 Prozent mehr als 2015, wie das Bundesfinanzministerium bekannte.

Insgesamt kamen 291.000 im Ausland lebende Kinder in den Genuss des Geldes. 30.000 von ihnen seien deutsche Passbesitzer. Der Großteil des Geldes wurde nach Polen überwiesen. Die Kindergeldleistungen steigen in den vergangenen  Jahren immer weiter an. 2012 waren nach Angaben der Bundesregierung Kindergeld in Höhe von „schlappen“ rund 75 Millionen Euro ins Ausland gegangen. (MS)