Impfzwang für Pflegekräfte – und wer muss noch an die Nadel?

Auf dem Weg zur Impfung (Symbolfoto: Von Couperfield/Shutterstock)

Diese Bundesregierung ist wie ein wilder Haufen kleiner Kinder. Erlaubt man ihnen eine normalerweise verbotene Kleinigkeit, stürmen sie los und walzen alles nieder, was ihnen im Weg steht.

So ist es auch mit dem Impfzwang. Ist erstmal eine Berufsgruppe davon betroffen, gibt es kein Halten mehr. Und natürlich ist dieser Provokateur ganz vorne mit dabei, wenn es um Zwänge geht:

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach weist darauf hin, dass Personal zur Impfung gezwungen werden könnte. „Mit dem Infektionsschutzgesetz gäbe es zwar eine rechtliche Grundlage dafür, dass Altenheime und Krankenhäuser ihr Personal zu einer Impfung zwingen. Aber die Bundesregierung hat versprochen, dass es keine Impfpflicht geben wird – dabei wird es bleiben, und das ist auch richtig“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). (Selten so gelacht).

Die Skepsis mancher Ärzte könne er nicht verstehen, er werde sich „sofort“ impfen lassen. Mit Blick auf die neue Mutation, durch die sich das Coronavirus schneller verbreite, sei eine rasche Impfung besonders wichtig: Abschätzungen der Harvard Universität zeigten, „dass wir wahrscheinlich sogar mehr als 80 Prozent der Bevölkerung impfen müssen, um eine Herdenimmunität zu erreichen“, so Lauterbach.

Auch der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat die Pflegekräfte in Deutschland dazu aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer Erkrankung geschützt“, sagte Westerfellhaus der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). Man habe richtigerweise festgelegt, dass ältere Menschen und Menschen, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit Kontakt zu besonders durch Covid-19 gefährdeten Personen haben, zuerst geimpft werden.

„Ich appelliere als Pflegebevollmächtigter daher an alle Pflegefachkräfte, sich impfen zu lassen“, sagte Westerfellhaus. Er selbst habe das auch vor. „Wenn ich mit dem Impfen an der Reihe bin, werde ich mich natürlich impfen lassen. Ich lebe in einem Mehrgenerationenhaus und möchte alle Menschen, eben auch meine hochbetagte Mutter, schützen.“ Je mehr Menschen geimpft würden, desto weniger Wirte finde das Virus, sagte der Pflegebevollmächtigte. Und umso schwerer seien die Bedingungen für die Ausbreitung des Virus.

„Und ich bin mir sicher, dass diese Einsicht auch die meisten Pflegekräfte haben und sich impfen lassen“, sagte er. Zugleich forderte Westerfellhaus mehr Aufklärung zum Zulassungsverfahren der Impfstoffe. „Sorgen, dass das beschleunigte Zulassungsverfahren nicht so sicher sei, sind unbegründet.“

Hier müsse sicher noch mehr Aufklärungsarbeit betrieben werden, sagte er. „Denn es sollte jeder wissen, dass das beschleunigte Zulassungsverfahren eben nicht zu verwechseln ist mit dem Notfall-Zulassungsverfahren, das in einigen anderen Staaten durchgeführt worden ist.“

Wer ist nach den Pflegekräften an der Reihe? Die Ärzte, die Polizisten, die Bus- und Taxifahrer, die Kellner, die Mitarbeiter in den Arbeits- und Sozialämtern? Irgendwie wird man es doch schaffen, 60-70 Prozent der Bürger zwangszuimpfen. (Mit Material von dts)