Staatspopagandisten in den Tagesthemen unter sich: Was tun mit den „Impfgegnern“?

Dem Zwangsbeitragszahler wurde in Corona-Zeiten schon das eine oder andere Propaganda-Stück präsentiert. Einen neuen Wert auf der nach oben offenen Dreistigkeitsskala hat ein Tagesthemen-Interview mit dem sagenumwobenen Psychologen Philipp Schmid gerissen.

Eine knappe Viertelstunde hat das Progagandastück der öffentlich-rechtlichen Tagesthemen am späten Montagabend gedauert. Diese 15 Minuten hatten es jedoch in sich und boten dem Zwangsgebührenzahler alles, was die Staatspropaganda zum Thema Corona-Impfung so zu bieten hat.

Thema der Sendung: „Diskussion über Privilegien für Geimpfte, Sicherheit und Nebenwirkungen der Corona-Impfungen. Psychologe erläutert die Bedenken der Impfgegner“. Die erste Hälfte des Beitrags wurde darauf verwandt, dem Bürger klar zu machen, welche Möglichkeiten bestehen, Impfverweigerer doch noch gefügig zu machen. Das müsse ja nicht von staatlicher Seite geschehen, so die Botschaft. Effektiver scheint es hier zu sein, die Privatwirtschaft in Stellung zu bringen und diese zu „ermuntern“, beispielsweise das Hausrecht durchzusetzen. Was Diskothekenbesitzern bei Einlasskontrollen in unzähligen Fällen als Rassismus und Diskriminierung in der Vergangenheit ausgelegt wurde, wo das Hausrecht keinerlei Geltung hatte, das scheint beim Einsatz gegen Nicht-Geimpfte das kommende Mittel der Wahl.

Und dann kam endlich der Gesprächspartner von Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay zum Einsatz. Bei dieser Lichtgestalt handelte es sich um keinen Geringeren als Philipp Schmid. Dr. Philipp Schmid! Optisch leicht mit einem „Fridays for Future“-Aktivisten oder Juso-Sprecher zu verwechseln, gibt der gerade einmal 30-jährige Schmid für den ÖR den Profi in Sachen Psychologie. Konkret ist er der „Mann, der es mit jedem Impfgegner aufnimmt“. So zumindest verkauft ihn seine Brötchengeberin, die staatliche Universität Erfurt in ihrer Kampagne „Weltbeweger“. Seitenweise kann dort nachgelesen werden, was für ein spitzenmäßiger Impfaufklärer Schmid doch ist. Er ist so spitzenmäßig, dass nicht nur seine Professorin Cornelia Betsch ihn zu den entsprechenden Veranstaltungen gern „vorschickt“, weil er den Kampf gegen Falschinformationen so besonders toll kämpft. Nein! Auch für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bietet der Herr Psychologe beispielsweise Workshops zum Umgang mit Impfgegnern an.

All sein Wissen, all sein Können durfte Schmid nun am Mittwoch im ÖR präsentieren. Wie, wollte Atalay wissen, geht man mit jenen um, die nicht in den Impfjubel einstimmen wollen, die sich nicht einen mRNA-basierten, noch nie in dieser Form beim Menschen eingesetzten und im Schnellverfahren zugelassenen Impfstoff spritzen lassen wollen oder gar zu den ganz Schlimmen, zu den „Impfgegnern“ gehören?  Es komme erst einmal darauf an, das „wir“ – also sprich die Guten, die Aufgeklärten, die Impfbefürworter – nicht in Argumente verfallen. Denn so würde man das „Gegenüber“ mit Fakten überfahren, wenn man auf Falschinformationen von Impfskeptikern, Kritikern oder gar Leugnern antwortet. Schmid weiß, wie es funktioniert: Man müsse den Ängsten von Skeptikern erst einmal „Raum geben“ um das eigentliche Problem zu erkennen. Sollte der Skeptiker deshalb Angst haben, weil er „Falschinformationen“ aufgesessen ist, ja dann kann Super-Schmid diese „korrigieren“.

Atalay wollte es aber nun schon genau wissen, was in den Köpfen jener vorgeht, die eine Impfung ablehnen, obwohl sie sich doch selbst und andere vor einer gefährlichen Krankheit schützen würden, wenn sie nicht so komplett bescheuert unterwegs wären. Schmidt benennt hier – unter stetigem Kopfnicken – drei Gründe, warum Menschen Impfungen ablehnen:

  1. Sie sind zu doof, die Gefahr der Krankheit zu erkennen. Corona-Impfverweigerer befinden sich oft in einer „Nicht-Risikogruppe“ – sprich: zählen zu jenen 98 Prozent der Bevölkerung, die von Corona kaum oder gar nicht betroffen sind. Diese Vollpfosten glauben tatsächlich, nicht gefährdet zu sein.
  2. Die Sicherheit und Effektivität von Impfungen werden von diesen Evolutionsbremsen angezweifelt. Und das basiert natürlich oft auf Falschinformationen.
  3. „Wir“ – Sie wissen schon wen Schmid da meint – also „wir“ nehmen „strukturelle Hürden“ wahr. „Wir“ wollen uns zwar impfen lassen, sind aber zu seppelig oder zu faul. Der „Aufwand“ würde „uns“ zu groß erscheinen, um beispielsweise einen verdammten Anruf zu tätigen um einen Impftermin zu vereinbaren.

Atalay mimt nun die kritische Journalisten und fragt nochmals nach, ob – um bei  der „gesunden“ Skepsis zu bleiben – Bedenken nicht auch ganz normal und auch etwas Gutes seien. Schmid, der sich offensichtlich im Habitus eines Möchte-gern-Wissenschaftler sauwohl fühlt, stimmt dem selbstredend zu und betont, wie wichtig es sei, zu hinterfragen. Aber – und da erfüllt der Psycho-Schnösel seinem Auftrag als Systemtrompete zu 100 Prozent – man müsse natürlich wissenschaftliche Evidenz als solche auch erkennen und dementsprechend auch das eigene Weltbild aktualisieren. Supertoll – weil ein „Schachzug besonderer Güte“, eine „Methode, Transparenz zu zeigen“, sowie ein „menschlicher Akt“ – findet Schmid das im anschließenden Einspieler Gezeigte: Dort ist zu sehen, wie Kanzleramtschef Braun (CDU) dabei ist, einer älteren Dame medienwirksam die Corona-Impfnadel in den Oberarm zu rammen.

So – und jetzt ist Atalay endlich beim „Corona-Abschaum“, bei den Impfgegner angelangt. Denn die haben ja nicht nur „Bedenken“. Sind solche Irren für Argumente überhaupt noch zugänglich, Herr Superpsychologe Schmid? Um es kurz zu machen: Da ist Hopfen und Malz verloren. Diese Gruppe sei Argumenten so gut wie nicht zugänglich. Hier muss man leider sagen, so Psycho-Schmidt, dass „wir andere Wege gehen müssen“. Wenn diese Impfgegner sehr präsent in den Medien sind und ein breites Publikum ansprechen, dann müssen „wir“ da sein, dann müssen „wir“ korrigieren. „Wir“ damit meint Super-Schmid sich selbst. (SB)

Hier das gesamte Propagandastück (ab Min 7:00):