Stilistische Übereinstimmungen: Schrieb SPD-Wichtigtuer Helge Lindh Drohbrief an sich selbst?

Helge Lindh, wie man ihn kennt (Foto:Imago/Ditsch)

Wer sich wundert, wie dieser Mann immer zu den ihm stets im passenden Moment gnädig servierten „Steilvorlagen“ an angeblichen Todesdrohungen und Schmähbriefen kommt, anhand derer er sich dann öffentlich zum Märtyrer und heldenhaften Widerstandskämpfer gegen „Rechts“ in Szene setzen kann, dem gibt der neueste Tweet des verhaltensauffälligen SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh einen möglichen Hinweis.

In einem angeblich kurz nach Weihnachten an ihn gerichteten anonymen Brief, den Lindh auf Twitter teilte, tauchen Formulierungen auf, die nicht nur für sprachinteressierte Beobachter augenfällige Parallelen zu Lindhs eigenem, ebenso Bildreihen wie paranoiden Sprachstil offenbaren:

(Screenshot:Twitter)
Standrechtlich erschossen„, „fahre dich um, „abscheuliche Fresse zertrümmert„, das ganze dann aber noch mit Latinismen ein- und ausgangs garniert: Dieser Duktus unterscheidet sich von praktisch allem, was an rechtsradikalen Drohschreiben bisher bekannt ist. Dafür erinnert er auffallend an frühere Einlassungen von Lindh selbst:
(Screenshot:Twitter)
Neben Spott in den sozialen Netzen und vor allem auf Twitter selbst, die seine unerträgliche Selbstbeweihräucherung als tapferer Widerstandskämpfer gegen die eingebildete Phantombedrohung von Rechts aufgriffen, als der sich hier ein Abgeordneter der Regierungskoalition (!) hinstellt, wurden deshalb auch Zweifel an der Echtheit des Drohbriefs laut; mehrere Twitteruser unterstellten Lindh dies ganz umwunden.
Beweisen lässt sich der Vorwurf natürlich nicht, es bleiben nur Vermutungen – auch wenn die stilistischen Übereinstimmungen in der Tat frappierend sind. Geltungsdrang als psychologisches Motiv, sich zum Opfer zu stilisieren, manifestierte sich in der Vergangenheit nicht nur in erfundenen Skinhead-Attacken in Mügeln oder bei angeblich von Neonazis eingeritzten, in Wahrheit selbst beigebrachten Hakenkreuz-Verletzungen – sondern auch in verbalen Übertreibungen, die ins Reich der Legende gehören.

Ob der Anlass nun real war oder nicht: Lindhs Helden-Selbsterhöhung könnte jedenfalls peinlicher nicht sein. Der Mann lebt in einer Wahnwelt voller rechter Untermenschen und Rassisten, in der die AfD zur neuen NSDAP wird, wo Corona- ud Regierungskritiker alle Nazis und Verschwörungstheoretiker sind – und wo seine Kritiker zu SS-Schergen werden, gegen die er sich von früh bis spät mit allen todesmutigen Mitteln zur Wehr setzen muss; auf Twitter wie auch durch Zumüllung der ohnehin überforderten Justiz mit nervtötenden Eingaben. Darauf ist Lindh besonders stolz: „55 Strafanzeigen wegen Beleidigung, Bedrohung, Verleumdung erstattet! Das ist nur der Bruchteil eines Aufkommens von 1-2 Tagen. Danke an den Staatsschutz und die Wuppertaler Polizei @polizei_nrw_w für die Arbeit, die große Geduld und den Einsatz für meine Sicherheit„, prahlte er Anfang Juli. Mit dieser Anzeigeobsession steht der Mann seiner Parteifreundin Sawsan Chebli nur wenig nach. Und in puncto Peinlichkeit nicht minder. (DM)