Frohes Neues…Biontech will Impfstoffproduktion hochfahren

Foto: Impfzentrum (über dts Nachrichtenagentur)

Mainz – Beginnen wir mit dem Neuen Jahr, wie wir das Alte beendet haben. Mit dem Thema, was den einen oder anderen Leser doch vielleicht mal interessiert (Ironie off):

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech versucht unter Hochdruck, neue Produktionskapazitäten für seinen Corona-Impfstoff aufzubauen. „Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, sagte Biontech-Chef Uğur Şahin dem „Spiegel“. Deutschland werde genug Impfstoffe bekommen, versicherte er.

Der Mangel an Impfstoffen hänge auch mit der Einkaufspolitik der EU zusammen: „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, so Şahin.

Die Idee der EU und anderer Regierungen, sich einen Korb aus verschiedenen Anbietern zusammenzustellen, sei eigentlich durchaus sinnvoll, sagte unterdessen Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci dem Nachrichtenmagazin. „Irgendwann stellte sich aber heraus: Viele können gar nicht rechtzeitig liefern. Dann war es erst mal zu spät, woanders umfänglich nachzuordern.“

Die USA hatten sich im Juli 600 Millionen Dosen von Biontech gesichert, doppelt so viel wie die EU, die erst im November den Auftrag vergab. „Der Prozess in Europa lief sicherlich nicht so schnell und geradlinig ab wie mit anderen Ländern“, so Şahin. „Auch, weil die Europäische Union nicht direkt autorisiert ist, sondern die Staaten ein Mitspracherecht haben. In einer Verhandlungssituation, in der es einer starken Ansage bedarf, kann das Zeit kosten.“