Geisteskranke Energiepolitik: Deutschland muss immer mehr Atomstrom importieren

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Die energiepolitische Agenda der Grünen, die inzwischen von der Groko Eins zu Eins umgesetzt wird, kann sich sehen lassen: Noch nie war Deutschland abhängiger von importiertem Atom- und Kohlestrom als derzeit. Während sich die noch immer bedeutendste Volkswirtschaft Europas mal eben selbst abschaltet und deindustrialisiert, boomt die fossile und nukleare Stromproduktion im Ausland.

Der schiere Schwachsinn der deutschen Energiepolitik führt auf diese Weise dazu, dass sich die globale Klimabilanz unterm Strich nicht verbessern kann, weil die selbstverschuldeten Engpässe und Versorgungslücken einfach durch externen Zukauf geschlossen werden – was die Erpressbarkeit und politische Abhängigkeit gegenüber dem Ausland weiter erhöht. Doch Hauptsache, die deutschen Klimaideologen können ihr Gewissen polieren, indem sie ihren nationalen Alleingang als leuchtendes Beispiel feiern – auch wenn ihm niemand folgen will. Ausgerechnet jene, die sonst jedes Ausscheren aus dem internationalen Kanon als „Nationalismus“ verteufeln – ob beim Impfstoff, den EU-Corona-Hilfe, bei der Flüchtlingsaufnahme oder bei der Steuerpolitik – verengen ihr Blickfeld beim Thema Klimaschutz und „Nachhaltigkeit“ (die keine ist) auf die eigenen nationalen Grenzen – und nur diese. Der scheinbare Triumph darf bloß nicht getrübt werden durch die hässliche Wirklichkeit, womit er erkauft wird.

Je mehr sie auf Solar- und Windstrom setzt, umso mehr Strom muss die Bundesrepublik aus Frankreich importieren – wo man nach wie vor auf Atomkraft setzt. Erneut war der westliche Nachbar der wichtigste Stromlieferant für Deutschland. Durch den steigenden Anteil der Erneuerbaren am Energiemix könnte die deutsche Abhängigkeit von Stromimporten weiter steigen, warnen jetzt Experten. Wie „n-tv“ berichtet, hat Deutschland 2020 deutlich mehr Strom importiert als in den vergangenen Jahren: Bis kurz vor Weihnachten flossen im kommerziellen Stromhandel knapp 33.000 Gigawattstunden ins deutsche Stromnetz, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht, über die die „Deutsche Presseagentur“ berichtete. Dies entspricht rund 36 Prozent mehr als im Jahr 2019.

Erpressbarkeit und Abhängigkeit steigen

Weil zudem weniger Strom ins Ausland verkauft wurde als im Vorjahr, ist der deutsche Strom-Exportüberschuss laut „n-tv“ kräftig gesunken und halbierte sich glatt. Zwischen 2003 und 2017 produzierte Deutschland – infolge der EEG-Förderung – rechnerisch mehr Strom als er verbrauchte (mit 55.000 Gigawattstunden per Höchststand 2017), doch seitdem fällt er massiv und beträgt jetzt noch 17.400 Gigawattstunden. Der Hauptgrund für die zunehmenden Stromimporte ist dabei der sinkende Anteil von Kohle- und Kernkraftwerken an der inländischen Stromerzeugung: vor allem bei Windstille oder Bewölkung sind Importe unmittelbar notwendig, um Blackouts zu verhindern. Mit dem Umstieg auf Wind- und Sonnenstrom schwindet die von Wetterbedingungen unabhängige sichere Leistung im Stromsystem.

Deshalb gegen Wissenschaftler wie auch Netzbetreiber davon aus, dass Deutschland in Zukunft noch weitaus stärker auf Stromimporte angewiesen sein wird, um in Extremsituationen die Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Die Deutschen juckt es bislang nicht: Noch immer wiegen sie sich in der Ruhe vor dem Sturm des Corona-Folgendurchschlags in trügerischer wirtschaftlicher Sicherheit – und murren nicht einmal über die heute angelaufene CO2-Bepreisung: Dank der CO2-Steuern schnellten die Spritpreise gleich einmal um rund satte 20 Cent pro Liter in die Höhe. (DM)