Merkels Neujahrsgeschwafel: Tritt sie etwa doch noch mal an?

Merkel, Merkel über alles (Foto: Collage)

Neben dem ganzen Gewäsch und Geplänkel, dem Feuerwerk der Phrasen und Teleprompter-Plattitüden waren die entscheidenden Kernaussagen in der gestern Abend von den Staatsmedien ausgestrahlten Neujahrsansprache der Kanzlerin wieder einmal im Halbsatz und eher zwischen den Zeilen versteckt. Die übrige Rede war ein Medley der Belanglosigkeiten und eine Art Kurzzusammenfassung der getragenen Statements aus Merkels zahllosen Corona-Ansprachen.

Aufschlussreich und entlarvend sind die Sätze zu nennen, in denen Merkel den angeblich vorübergehenden Ausnahmezustand beschreibt: „Das Virus macht normales Verhalten zu einem Risiko – und ganz ungewohnte Schutzmaßnahmen normal.“ Das klingt schon fast programmatisch. Abgesehen davon, dass gar nicht das Corona-Virus all dies bewirkt, sondern alleine die Politik durch die in seinem Namen ergriffene Maßnahmen und Beschlüsse: Merkel macht keine Anstalten, den sich zunehmend aufdrängenden Eindruck zu zerstreuen, ihr käme diese Pandemie in Wahrheit sehr gerufen, um störungsfrei die Großbaustelle Deutschland nach ihren globalsozialistischen Vorstellungen zu formen. „Ich weiß, dass es ungeheures Vertrauen und Geduld von Ihnen verlangt hat und weiter verlangt, sich auf diesen historischen Kraftakt einzulassen. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“ Die Betonung liegt hier auf „weiter verlangt“ – so lange wie möglich, nicht so kurz wie nötig.

Auf ihre fatalen Irrtümer und Fehleinschätzungen geht die Kanzlerin nur mit einem Satz ein: „Wir mussten Entscheidungen treffen, von denen wir zunächst nur hoffen konnten, dass sie sich als richtig erweisen würden.“ Dies mag für den ersten Lockdown ja zutreffen und sei ihr konzediert. Was aber ist mit dem zweiten Lockdown – hat die Politik IRGEND etwas aus dem Frühjahr gelernt? Hat sie seither außer der engen Nomenklatur ihr genehmer Regierungsberater irgendwann auf kritische Gegenmeinungen gehört, hat andere Konzepte wie selektiven Risikogruppenschutz (für den sich im Gegensatz zu den „Hofvirologen“ Christian Drosten oder Melanie Brinckmann etwa Professor Hendrik Streeck aussprach) auch nur in Betracht gezogen? Mitnichten.

Spalten ja, Fehler einräumen nein

Erbärmlich auch das, was Merkel als einziges zu den Kritikern an ihrer Corona-Politik einfällt: Diese reduziert sie – so wie dies auch die ihr hörige Mainstreampresse und der öffentlich-rechtliche Propagandafunk tun – pauschal und ausnahmslos auf Paranoide und „Leugner“ – obwohl 99 von 100 Gegnern der Corona-Politik keineswegs die Existenz des Virus bestreiten, sondern lediglich die zu seiner Bekämpfung in Gang gesetzten Wahnsinnsmaßnahmen (bis hin zu gravierenden Grundrechtseinschränkungen) ablehnen. Für Merkel ist es verwerflich, „wenn von einigen Unverbesserlichen das Virus bestritten und geleugnet wird„. Verschwörungstheorien seien „nicht nur unwahr und gefährlich, sie sind auch zynisch und grausam„. So übergeht die wichtigste Politikerin Deutschlands eine wachsende Zahl von Kritikern und schiebt sie ins Lager der Spinner ab. Die Hohepriesterin der Spaltung hat gesprochen.

Die einzige Passage in Merkels Ansprache, die wirklich aufhorchen lässt, findet sich erst ganz gegen Ende: „Lassen Sie mich zum Schluss noch etwas Persönliches sagen: In neun Monaten ist Bundestagswahl, zu der ich ja nicht wieder antreten werde. Dies ist deshalb heute aller Voraussicht nach das letzte Mal, dass ich mich als Bundeskanzlerin mit einer Neujahrsansprache an Sie wenden darf.“ Die drei wichtigsten Worte darin sind „aller Voraussicht nach“. Wohlmeinende Kommentatoren bezogen es sogleich ausschließlich auf den denkbaren Fall, dass sich die Regierungsbildung über den nächsten Jahreswechsel hinausziehen könnte und Merkel solange noch geschäftsführend im Amt bleibt. Die weit wahrscheinlichere Interpretation ist jedoch die: Merkel und ihren Corona-Domestiken gelingt es planmäßig, die Pandemie noch so lange weiterzuschleppen, bis sie als die große Krisenmanagerin, als die sie sich sieht, ihre eigene Unentbehrlichkeit beschwört und – abgestützt durch weiterhin von ihren Angstuntertanen gewährleistete, komfortable Umfragewerte – aus „Verantwortung für das Land“ das große Opfer einer fünften Amtszeit bringt. Wetten, dass? (DM)

Nachfolgend Merkels Neujahrsansprache 2021: