Nach Pro-Trump-Protesten: Heißen Antifa, FFF und BLM ab sofort „Merkel-Anhänger“?

Proteste vor dem US-Capitol am 6. Januar (Foto:Imago/ZUMAWire

Wer sich die gesamte linksdurchwirkte Presse dies- wie jenseits des Atlantiks heute zu Gemüte führt, der muss den Eindruck gewinnen, als hätte Donald Trump gestern seine Privatarmee auf den Capitol Hill geschickt, die dort das militant vollenden sollten, was er in vier Jahren als Präsident angeblich fortwährend versuchte: Die Aushöhlung, Demontage und schließlich gewaltsame Beseitigung demokratischer Institutionen.

„Trump-Unterstützer“, „Trump-Anhänger“ oder schlicht das „Trump-Lager“ – aus Mediensicht liegt der Fall klar: politische Agents Provocateurs und Putschisten waren es, die einen „Tag der Schande“ inszenierten und die herbeigesehnte Senatsbestätigung des Electoral-College-Votums für Joe Biden aggressiv sabotierten. Dass es sich um demokratisch legitime Demonstranten, unabhängig denkende Staatsbürger oder Patrioten handeln könnte, kam den überschäumenden selbsternannten „Verteidigern der Demokratie“ nicht in den Sinn. Es ist dieselbe medial-politische Reflexion der Corona-Proteste im August, die hier ihre  „würdige“ Fortsetzung findet: Proteste aus dem verhassten Lager der „Populisten“, der konservativen-liberalen Grundrechtsverfechter werden kriminalisiert und zu einem einzigen schmutzigen „Pöbel“, einem marodierenden Mob“ erklärt. Vor allem wieder einmal von deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten, die sich über den Diebstahl des Equipments eines ZDF-Kamerateams entsetzten.

Anders jedoch als in Berlin, beim aufgebauschten „Reichstagssturm“ (der nie einer war und nur durch den heldenhaften Einsatz eines herumfuchtelnden RTL-Soap-Polizisten verhindert werden konnte), handelte sich gestern in Washington immerhin um eine echte „Besetzung“ – wenn auch eine mit weitgehend friedlichen Angreifern und ohne Gewaltausübung gegen Personen. Die einzige physische Gewalt, der dann prompt eine junge Demonstrantin zum Opfer fiel, ging von der Staatsmacht aus. Die robuste Räumung durch FBI-SWAT-Teams, durch die DC Metropolitan Police und die herbeigerufene Nationalgarde erfolgte übrigens auf Anordnung Donald Trumps, der zeitgleich zur Mäßigung aufrief und seine Anhänger ausdrücklich zum Abzug aufforderte. Beides passte freilich nicht ins Bild vom finsteren Trump-Coup, vom „Umsturz“, den ein präsidententreuer Pöbel zur endgültigen Sabotierung des gewählten Joe Biden auf Order des Weißen Hauses hin scheinbar im Sinn hatte.

Missachtung der andersdenkenden Basis

Es will schlicht nicht in die Schädel der linken Presse – und das entlarvt sie, nicht ihre „populistischen“ Feindbilder als die eigentlichen Antidemokraten -, dass nicht jede Kritik an den Ungereimtheiten und Auffälligkeiten der Präsidentschaftswahl automatisch gleichbedeutend mit Paranoia, Idiotie oder faschistischer Gesinnung ist. Sowenig wie Corona-Proteste automatisch mit Reichsbürgern oder „Corona-Leugnung“ zu tun hatten. In den USA ist dies insofern besonders skurril, als 75 Millionen Trump-Wähler keine Minderheit sind, sondern exakt die Hälfte des Wahlvolks. Sie alle werden zu hirnverbrannten Parias gestempelt.

Es sind dieselben Zeitgenossen, die bei Black-Lives-Matter-Anarchie, bei antirassistischen Gewaltexzessen „Defund the Police“ plärrten und rebellische Briganten-„Autonomiegebiete“ (wie CHAZ in Seattle) beklatschten, die gestern wutschnaubend nach Eingreifen der Ordnungskräfte schrieen und die den Angriff auf hoheitliche Institutionen und das staatliche Gewaltmonopol der USA brandmarkten.

Und weil neuerdings ja alle Demonstranten, die nicht im Sinne des tiefen Linksstaats mit seinem globalistisch-sozialistischen Mainstream ticken und legitimen Unmut gegen Wahlunregelmäßigkeiten auf die Straße tragen, gleichgesetzt werden mit „Trump-Anhängern“ – da wäre es doch nur konsequent, ab sofort auch in Deutschland die Gegendemonstranten der Corona-Proteste, Antifa, BLM, Klimaaktivisten und Migrationslobbyisten einfach als „Merkel-Anhänger“ zu bezeichnen – in derem Sinne sie letztlich handeln. (DM)