Härter! Schärfer! Fester! Angeblich 81 Prozent lockdown-geile Deutsche

Bitte mehr davon! (Symbolfoto:; Von Krakenimages.com/Shutterstock)

Erstaunlich, dass in Deutschland immer genau zum rechten Zeitpunkt passende Meinungsumfragen herauskommen, die sich das Corona-Regime nicht idealer wünschen könnte: Just, da bereits die ersten Spitzenpolitiker das Volk auf die (ohnehin absehbare) nächste Lockdown-Verlängerungsrunde bis weit über den 31. Januar hinaus einstimmen, da verkündet eine aktuelle Erhebung, dass 81 Prozent der Deutschen die Corona- Maßnahmen für „richtig oder noch zu lasch“ halten; die optimale – scheinbare –  Stimmungslage also, um noch einen Zacken zuzulegen.

Überwältigende Vertrauensbeweise in Regierungen, die zwar vollkommen der überall im Privatbereich und nichtöffentlichen Raum vernehmlichen Unzufriedenheit und brodelnden Stimmungen widersprechen, aber von der Politik gerne als Legitimation für ihr noch so ineffizientes und schadhaftes Treiben herangezogen werden: Das gab es in der deutschen Geschichte schon öfter. Man denke nur an 99 Prozent Zustimmung zur SED bei den „Wahlen“ der DDR. in der Bundesrepublik tritt das Phänomen allerdings erst in jüngster Zeit auf, nicht von ungefähr als Begleiterscheinung der Merkel’schen Spaltungen durch Hypermoralisierung der Politik bei gleichzeitiger Stigmatisierung von Gegenpositionen und verstärkt seit 2015. Meinungsumfragen, an die die sie beauftragenden Wissenschaftler und Medien vermutlich selbst nicht glauben, sind somit ein relatives Novum.

Dass tatsächlich eine deutliche Mehrheit von über vier Fünfteln der Deutschen die Corona-Corona-Maßnahmen der Regierung für „richtig“ hält oder sich sogar noch strengere Maßnahmen wünschen, wie es eine von der „Bild am Sonntag“ in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar/Emnid ergab, lässt im Prinzip nur zwei Deutungsmöglichkeiten zu: Entweder es handelt sich um keine seriöse oder hinreichend repräsentative Umfrage. Oder wir haben es mit einer Sonderform des Bradley/Wilder-Effekts zu tun, demzufolge in bestimmten Konstellationen Menschen sich in Umfragen nicht trauen, sich zu vermeintlich sozial unerwünschten Positionen zu bekennen – etwa weil sie trotz zugesicherter Anonymität kein Misstrauen erwecken wollen oder keine Nachteile für sich riskieren wollen. Dies ist vor allem bei persönlichen oder telefonischen Umfragen der Fall, wie sie bei der wissenschaftlichen Polit-Demoskopie von den führenden Meinungsforschungsinstituten zumeist praktiziert werden. Konkret würde das bedeuten: Viele antworten das Gegenteil dessen, wovon sie innerlich überzeugt sind. Das Phänomen tritt vor allem bei zunehmender Verengung des gesellschaftlich tolerierten Meinungsspektrums auf, wie es in Deutschland der Fall ist.

Angst, die wahren Gedanken zu äußern

Denn selbst wenn man in Rechnung stellt, dass hierzulande in riesiger Anteil der Bevölkerung durchaus (noch) nicht die Tragweite des von der Politik angerichteten Kollateralschadens begriffen hat, und durch den Lockdown weder in seinen Alltagsgewohnheiten noch in seiner wirtschaftlichen Absicherung überhaupt groß betroffen ist (wachsende Zahl an Rentnern und Hochbetagten, Kinder, Schüler und Studenten, Berufsunfähige Arbeitslose, Hausfrauen und vor allem ein riesiger öffentlicher Dienst), und sogar wenn man noch die künstlichen Abfederungen durch staatliche Ermunterung zur Insolvenzverschleppung und Kurzarbeitergeld berücksichtigt: Dann scheint die Zahl von nur 16 Prozent Deutscher, die den Lockdown für „zu streng“ halten, abenteuerlich niedrig.

Denn die Zahl der wirtschaftlichen Leistungsträger, der eigenes Risiko tragenden Selbständigen und der Unternehmer, aber auch der in mittleren und gehobenen Positionen der freien Wirtschaft gebundene Teil der aktiven Berufsbevölkerung, dem die Tragweite der wirtschaftlichen Folgeschäden bekannt sein muss, ist immer noch höher als diese 16 Prozent. Berücksichtigt man dann noch, dass täglich eigentlich immer mehr Menschen „wach“ werden und realisieren müssten, dass die Deutsche Corona-Politik das Kind mit dem Bade ausschüttet und irreparable, tödlicher als das Virus wirkende Langzeitfolgen in Kauf nimmt, dann kann hier etwas nicht stimmen. Vor allem nicht, dass die Ablehnung laut Umfrage gegenüber Ende November sogar weiter zurückgegangen ist (damals lag sie 19 Prozent).

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Der sonderbaren Umfrage zufolge sollen jedenfalls 56 Prozent der Bürger der Meinung sein, dass die aktuell beschlossenen Maßnahmen „genau richtig“ seien, während jeder vierte – 25 Prozent – sie für „noch nicht streng genug“ hält. Damit fühlen sich gleich die vorpreschenden Hardliner wieder im Recht, die bereits die nächste – dann vierte – Lockdown-Verlängerung über den 31. Januar hinaus ankündigen, (obwohl dieser Termin erst letzte Woche beschlossen worden war, indem der ursprünglich für heute versprochene Öffnungstermin gekillt wurde). Sachsen hat bereits Fakten geschaffen – und zunächst den Lockdown bis zum 7. Februar verfügt. Dabei wird es nicht bleiben. Die passende Paniktour durch „Fallzahlen“, die partout nicht zurückgehen wollen (und  auch bis Beginn der wärmeren Jahreszeit, völlig unabhängig von jeglichen politischen Interventionen, nicht zurückgehen werden, wofür auch eine  planlose PCR-Test-Manie sorgt), liefert die Scheinnotwendigkeit „alternativloser“ Verlängerungen bis zum Sankt-Nimmerleinstag.

Potentiell endlose Lockdownverlängerungen

In diese Richtung zielen auch Bestrebungen, illusorische „Inzidenzwerte“ von 50 zur Voraussetzung zu machen – die schon wegen der völlig beliebigen, unterrichteten, anlass- und konzeptlosen Praxis – zudem viel zu unzuverlässiger – PCR-Testreihen nie erreichbar sind. Völlig abgereiste, in ihren Regulierungsblasen entrückte Corona-Spinner wie Karl Lauterbach gehen noch weiter – und fordern ernsthaft einen „Inzidenzwert“ von 25. Dies würde dann wohl bedeuten, dass der Lockdown gar nicht mehr formal beendet werden muss – weil es nach ihm nichts mehr zu wiedereröffnen geben wird.

Für die Erhebung hatte Kantar/Emnid am 6. und 7. Januar, laut „Bild“, insgesamt 1.011 Personen befragt. Was hierbei stutzig macht: Logisch müsste man ja erwarten, dass ausnahmslos jeder von denen, die die Maßnahmen begrüßen oder sogar für zu lasch befindet, sie auch einhalten wird. Somit müssten eigentlich 81 Prozent der Deutschen konsequent Schutzmaske tragen, Kontaktregeln befolgen, das Haus nur zum Einkaufen verlassen und alle Reisebeschränkungen akribisch befolgen. Kurzum: vier von fünf Deutschen würden durch ihr Verhalten nicht zur Virusausbreitung beitragen. Wie wir jedoch wissen, ist eine Herdenimmunität bereits erreicht, wenn nur 60 Prozent nicht zur weiteren Virusausbreitung beitragen können (ob durch Immunität oder Infektionsvermeidung, spielt im Ergebnis keine Rolle).

Somit müssten die „Neuinfektionen“ eigentlich längst Richtung Null tendieren. Das Gegenteil ist jedoch bekanntlich der Fall. Was wiederum nur zwei Schlüsse zulässt: Entweder, die von der übergroßen Mehrheit angeblich beklatschten Maßnahmen sind völlig wirkungslos gegen Corona. Oder diese Umfrage ist schlichtweg wenn schon nicht gefälscht, dann jedenfalls falsch. In jedem Falle eignet sie wieder einmal wunderbar als maßgeschneiderte Propaganda zur rechten Zeit, um den ewigen Lockdown zu rechtfertigen. (DM)