Afrika sticht bei Christenverfolgung hervor

Christenverfolgung (Bild: shutterstock.com/Von Tacio Philip Sansonovski)

Der Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ sieht in 74 Ländern das Recht von Christen auf freie Religionsausübung eingeschränkt. Mehr als 340 Millionen Christen sind in „einem hohen bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt“. Insbesondere Afrika sticht bei der Verfolgung von Christen hervor. Jener Kontinent also, von wo sich immer mehr illegalen Migranten auf den Weg nach Europa – sprich Deutschland machen. Und es sind nicht die verfolgten Christen, die in steigenden Zahlen hier anlanden.  

Das christliche Hilfswerk Open Doors ist über die zunehmende Bedrohung von Christen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara besorgt. So stehen in diesem Jahr erstmals die westafrikanischen Länder Burkina Faso und Kamerun auf dem „Weltverfolgungsindex“, den die Organisation am Mittwoch in Kelkheim im Taunus veröffentlichte.

In vielen Ländern in Subsahara-Afrika setzt sich die Gewalt gegen Christen und Kirchen fort. Gegenüber dem Vorjahr wurden bis zu 30 % mehr gewaltsame Übergriffe dokumentiert. Mehrere hundert nigerianische, meist christliche Dörfer wurden von Fulani-Hirten überfallen, Christen ermordet und Kirchen zerstört. Boko Haram und der IS Westafrikanische Provinz (ISWAP) führten rund 400 gewaltsame Angriffe allein im Norden Kameruns (Weltverfolgungsindex Rang 42) aus.

Auch in der Sahelzone nutzen Dschihadisten das Versagen von Regierungen aus, die unfähig oder unwillig sind, Christen zu schützen. Dazu kommen Angriffe auf Bildungseinrichtungen in Mali (28), Burkina Faso (32) und Niger (54). In einem Umfeld von Korruption, Armut und Gesetzlosigkeit verbreiten islamistische Milizen ihre Propaganda, rekrutieren Anhänger und attackieren die christliche Minderheit.

In Mosambik (45) wollen Islamisten des IS Zentralafrikanische Provinz (ISCAP) die Scharia durchsetzen, mehrere Kirchen wurden zerstört. In der Demokratischen Republik Kongo (40) greifen die islamistischen Allied Democratic Forces (ADF) seit Jahren christlich geführte Schulen und Kliniken an, brennen Kirchen nieder und ermorden Gemeindeleiter.

Auch Nigeria hat ein massives Problem mit landesweiter, brutaler Christenverfolgung. Im vergangenen Jahrzehnt ist – nach vielen Jahrzehnten mit christlicher Mehrheit – der Islam zur landesweit stärksten Religion dort geworden. Open Doors führt Nigeria in ihrem aktuellen Weltverfolgungsindex weltweit auf Platz 9.

In Libyen habe sich nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 und dem daraus resultierenden Machtvakuum islamistischer Extremismus in der Sahel-Region bis nach Subsahara-Afrika ausgebreitet. In politisch labilen Staaten ohne funktionierende Rechtsstaatlichkeit erhalte die betroffene christliche Bevölkerung keinen Schutz durch ihre Regierungen.

Die Religionsfreiheit nehme weltweit ab, so Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Er kritisierte auch die Situation christlicher Konvertiten in Deutschland, denen immer seltener Asyl gewährt werde und denen die Abschiebung in Länder wie den Iran und Afghanistan drohe. Die Bundesregierung müsse Abschiebungen von Konvertiten sofort stoppen und sich wesentlich entschlossener für verfolgte Christen einsetzen, betonte Rode. (SB)