Merkels Mega-Lockdown: Danach kommt nur noch die Leichenstarre

Symbolbild/Fotomontage:Imago/Ohde)

„Fiat pandemia et pereat mundus“, so könnte man eine berühmte lateinische Redewendung heute trefflich abwandeln: Diese Pandemie wird durchgezogen, und wenn die Welt darüber zugrundegeht. Unbeleckt von Widerspruch, erhaben über jede Kritik und alle noch so deutlichen Warnungen in den Wind schlagend werden die Weichen auf den Mega-Lockdown, die Endstufe der coronapolitischen Geisterfahrt gestellt. Mehr geht nicht, danach kommt nur noch die Leichenstarre.  Operation gelungen, Patient tot bzw. Inzidenz Null, das Land ruiniert – das ist das einzige gültige Endziel, darunter machen wir es nicht.

Es gibt kein Zurück mehr: Unbeirrt schaukeln sich die Alarmisten weiter hoch – und auch wenn es zweifelhaft ist, ob die „senkrechte Kurve“ in Irland wirklich mit der neuesten Virusmutation B.117 zu tun hat, so werden Merkel und ihr kakophonischer Ministerpräsidentenchor nicht müde, ebendies wieder und wieder zu behaupten – und die dortige Situation 1:1 auf Deutschland zu übertragen. Dramatiker wie Saarlands Landeschef Tobias Hans versteifen sich gar zu der Prophezeiung, die Deutschen von morgen würden „es uns nicht verzeihen“, wenn jetzt nicht noch entschiedener gehandelt würde. Die Deutschen von morgen werden ganz andere Probleme haben – und weit mehr deutet darauf hin, dass sie am Ende des Tages der Politik schon das nie verzeihen werden, was sie in dieser sogenannten Pandemie bisher schon angerichtet hat.

Dies sagt alles aus – über den Geisteszustand dieses Landes, in welchem in einer solchen epochalen Krisensituation nicht etwa Vertreter ALLER gesellschaftlichen Bereiche zu Rate gezogen wurden bzw. werden, wenn es um die Stillegung von Wirtschaft und öffentlichem Leben geht. Keine Bildungsexperten, keine Psychologen, vor allem keine Wirtschaftsvertreter kommen hier zu Wort. Sondern sind ausnahmslos Virologen und sogenannte „Gesundheitsexperten“, die – weil üppig durch krisensichere Gehälter alimentiert – selbst überhaupt keine Ahnung von Leistungsgesellschaft, Wertschöpfung und funktionierenden Wirtschaftskreisläufen haben, sich jedoch mit einer kaltschnäuzigen Nonchalance anmaßen, autoritäre Totallockdowns für unverzichtbar zu erklären – ohne jeden blassen Schimmer von den gravierenden Schadauswirkungen.

Mit talibaneskem Rigorismus fordert heute etwa die mittlerweile unerträglichste Figur des Corona-Zeitalters, Karl Lauterbach, die Wirtschaft mal eben „für mehrere Wochen“ so gut wie komplett herunterzufahren. „Wahrscheinlich wäre es jetzt sogar die beste Strategie, die Wirtschaft für zwei bis drei Wochen mit Ausnahme des Notwendigen zu schließen, um im sehr harten Lockdown für kurze Zeit das Rennen gegen die weite Verbreitung der Mutationsvarianten zu gewinnen„, so Lauterbach laut „dts Nachrichtenagentur“. Verschärfungen hält er vor allem in den Betrieben für notwendig: „Dass wir die Arbeitsplätze bislang weitgehend ausgespart haben, können wir uns nicht länger leisten… die Mutation ist brandgefährlich„, befindet der SPD-Eigenbrötler. Nur so könne man „die Fallzahlen deutlich herunterbekommen„, bevor sich die neue Variante „richtig ausbreitet„. Ansonsten drohe uns „eventuell eine Katastrophe„.

Corona-Taliban Lauterbach hat wieder und wieder das Wort

Es sind wortgleich dieselben dummen Sprüche, die Lauterbach vor jeder Verschärfung äußerte – und jedesmal lag er damit falsch: Die ewige „Katastrophe“, die doch nie eintritt, bekämpft mit Maßnahmen, die aber auch nichts besser machen. Mit keiner einzigen der von ihm zuvor empfohlenen und bei ihrer Umsetzung begrüßten Schritte bekam man nachweislich „die Fallzahlen deutlich herunter“: Weder durch die Gastronomieschließungen im November, noch durch die Geschäftsschließungen im Dezember. Würden die ihn zitierenden und interviewenden deutschen Journalisten ihren Job nur halbwegs anständig verrichten, dann wäre ihnen dies längst aufgefallen. Lauterbach ist als „Experte“ ein Totalausfall, der praktisch immer grotesk danebenlangte: Mit seinen Todeszahlprognosen im ersten Lockdown ebenso wie bei der Modellierung der Infektionskurven im zweiten. Wer ständig nur die Katastrophe beschwört, hat zufällig irgendwann einmal auch mal recht – doch bei Lauterbach stimmte praktisch nichts. Das schmälerte seinen Ruf in den regierungsloyalen Framingmedien freilich nicht; niemand saß 2020 öfter in deutschen Talkshows als dieser Fürst der Finsternis. Und sogar Merkel schenkt ihm als Berater ein offenes Ohr. Es ist der schiere Wahn.

Und keiner scheint innezuhalten und einen Moment lang darüber nachzudenken, was denn der jetzt geplante „Mega-Lockdown“ eigentlich den betroffenen Staaten gebracht hat, die ihn – teilweise schon zum zweiten Mal – ausriefen. Die Antwort lautet nämlich: so gut wie NICHTS. In Frankreich, Spanien oder Italien, wo die jetzt von Merkels Corona-Junta geplanten Verschärfungen ja teilweise seit Monaten in Kraft sind, verharren die Zahlen unvermindert weiterhin auf hohem Niveau. Da Deutschlands Wirtschaftsleistung (noch) weitaus größer ist, wird bei uns allenfalls die Fallhöhe größer – und damit der angerichtete Schaden. Diese Zusammenhänge müssten in kritischen Medien eigentlich dargelegt werden, zum Zwecke einer überfälligen Güterabwägung, die die (unbestreitbaren) Schäden gegen den (hypothetischen und nur behaupteten, erweislich ja nicht eintretenden) Nutzen eines Maximallockdowns abwägt.

Dies hätte bereits bei den bisherigen Corona-Beschlüssen erfolgen müssen, doch es hat sich eine Polarität manifestiert, die jede Kritik ins Internet verbannt hat, wo sie ins „dubiose“ Lager von Querdenkern, Aluhüten und „Extremisten“ abgedrängt wurde, während die „seriösen“ Medien nur die Logik der politischen Führung nachbetet. Tim Rhön fordert heute in einem lesenswerten „Welt„-Essay, die Politik müsse endlich „auch den Lockdown-Gegnern Gehör schenken„, und konstatiert: „Querdenken ist keine Lösung, aber Sturdenken ist es auch nicht.“ Die Sachkritik an den Plänen der Bundesregierung für angeblich nur Februar (in Wahrheit natürlich dann weit darüber hinaus) ist wohlbegründet.

Eine Gefahr für Deutschland

Denn abgesehen von den Zumutungen für Bürger sind die neuen Pläne ein Spiel mit dem Feuer. Wer wirklich meint, diese Bundesregierung sei nach all den Pannen und Fehlentscheidungen der vergangenen zehn Monate jetzt plötzlich in der Lage, gezielt „systemrelevante“ und für die Grundversorgung wichtige Wirtschaftszweige am Laufen zu halten, die Kreisläufe zu „managen“ und den Rest des Landes ins Home-Office zu schicken, der glaubt auch an das Sandmännchen. Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied; reißt sie und kommt es zu Versorgungslücken, zu Stromausfällen, zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin und Leichtölen – dann platzt die Bombe ganz schnell. Wer wie Lauterbach, Söder und anscheinend nun auch Merkel derartige Szenarien leichtfertig in Kauf nimmt, wegen irgendwelcher willkürlich herbeidefinierter „Inzidenzwerte“, der ist eine Gefahr für Deutschland.

Leider scheint es so, dass Corona inzwischen die letzten Reste Verantwortungsbewusstsein und Hirn aufgezehrt hat. Diese neueste Psychose der deutschen Geschichte hat sich uneindämmbar ausgebreitet, schneller als das Virus selbst, und sie hat den Überbau erfasst. Und wie bei früheren kollektiven Irrfahrten ist es durchaus so, dass fast jedem einzelnen das Grundfalsche, die Unverhältnismäßigkeit, die Unfundiertheit der Entscheidungen bewusst ist; doch eine tiefreichende Angst- und Schweigespirale verhindert, dass diese innere Überzeugung artikuliert geschweige denn in aktiven Widerstand umgesetzt wird. Insofern liegt hier noch nicht einmal ein logischer Gegensatz zu den scheinbar hohen Zustimmungswerten der Meinungsumfragen zugunsten harter Corona-Maßnahmen vor: Resignation und Verunsicherung haben längst die Oberhand über gesunden Menschenverstand erlangt und verunmöglichen jede realistische Risikobewertung.

Niemand verharmlost hier etwas; keinen lässt das Los sterbender Alter in Pflegeheimen gleichgültig. Niemand „leugnet“ Corona. Doch praktisch JEDER spürt oder weiß (auch wenn viele diese Einsicht verdrängen), dass es sich objektiv um KEINE Pandemie handelt, die der Bedeutung dieses Begriffs vor Frühjahr 2020 auch annähernd gerecht würde. Und erstrecht nicht ist es die Katastrophe, die uns zu Beginn der Krise, vor knapp einem Jahr, den Schock unseres Lebens durch die Glieder fahren ließ. Abseits der verzerrenden Einzelfallüberhöhung, gesamtgesellschaftlich betrachtet, ist Corona nicht viel mehr als eine „vermeldete“, eine durch permanente Zahlenkaskaden statistischer Artefakte und unverantwortliche politisch-mediale Angstmacherei begründete Krise, die eben so gut wie nie durch persönliche Betroffenheit oder Verlusterfahrungen erfahrbar wird. Lässt man die Scheuklappen und Hysterisierungseffekte beseite, so lässt sich objektiv von niemandem bestreiten, dass hier ALLES so wie immer ist: Es gibt nicht mehr Tote als in früheren Jahren. Die Zustände auf den Intensivstationen sind KEIN Novum, für diese Jahreszeit. Die Krankenstände sind niedriger als den Vorjahren.

Nur eine vermeldete Krise, keine erfahrbare

All dies ist mittlerweile gut dokumentiert und lässt sich in seriösen oder sogar offiziellen Quellen nachlesen. Das einzige, was sich geändert hat, ist die veränderte Wahrnehmung; Unsere Hypersensibilisierung und Fokussierujng auf Phänomene, die uns in all den vergangenen Jahren – mal mehr und mal weniger – ebenfalls begleitet haben, die aber als zum Leben nunmal zwangsläufig dazugehörende Risiken immer toleriert wurden. Nur so konnte die Menschheit überhaupt je überleben – indem sie Lebensrisiken akzeptierte; niemals gleichgültig und untätig, aber die Versuche zur Minimierung der Restrisiken erfolgten mit Augenmaß; nie wurde „das Kind mit dem Bade“ ausgeschüttet, nie waren die Bekämpfungsversuche panikgetrieben und totalitär. Es wurden keine Autos, Züge, Schiffe und Flugzeuge verboten, weil hunderttausende Menschen jährlich darin umkommen; noch nie wurde der Verzehr von Fleisch untersagt, weil er potentiell krebserregend sein könnte. Nie wurde Freizeitsport, Hausarbeit oder körperliche Tätigkeiten im Beruf staatlich verpönt, weil Unfälle eine der Haupttodesursachen darstellen. Und noch nie wurden Menschen eingesperrt, weil sie sich draußen eine schwere Erkältung holen konnten. Es wurden auch noch nie landesweit Kindergärten und Schulen geschlossen, weil ein möglicher Legionellen- oder Salmonellenausbruch gewohnheitsmäßig und immer schon reihenweise Senioren in ihren Heimen umbrachte.

Wie je zu einer gesunden Risikowahrnehmung zurückgefunden werden kann, zu einer Normalität, die auch die Akzeptanz der Sterblichkeit einschließt, ist die große Frage. Sie würde sich auch dann stellen, wenn sich Corona tatsächlich als so lebensgefährlich erwiesen hätte, für wie es ursprünglich von uns allen gehalten worden war.  Der Ungeist ist aus der Flasche, die Angstpropaganda hat die Menschen so tief erfasst, dass sie bereit sind, aufs konkrete Leben zu verzichten, um sich vor dem Tod zu schützen. Was jetzt erfolgt, ist das genaue Gegenteil dessen, was wache Zeitgenossen sein Monaten perspektivisch empfehlen. Endlich zu lernen, „mit dem Virus zu leben“ – mit einem Virus, das sich sowieso nie besiegen lassen wird und noch unzählige Male mutieren wird, so wie es alle Viren immer schon taten, ohne dass wir darüber gemeinschaftlichen Seppuku verübt hätten.

Die Politik entscheidet sich stattdessen einmal mehr dafür, aufs Leben ganz zu verzichten. Hierbei wirkt sich leider ein fataler Teufelskreis aus: Steigende Überalterung der Gesellschaft und immer mehr Empfänger von Transfereinkommen führen dazu, dass Vertreter der  Erwerbs- und Leistungsgesellschaft, die jüngeren und mittelalten Deutschen, immer mehr ins Hintertreffen geraten und nicht länger die Mehrheit stellen. Sie, die das ökonomische Rückgrat des Sozialstaats bilden, werden zum Lockdown gezwungen – mit Billigung derer, deren Auskommen sie erwirtschaften müssen. Das kann niemals gutgehen. (DM)