FFP2 zu teuer und gesundheitsschädlich: Söders große Masken-Narretei

FFP2-Masken - in Berlin jetzt überall Pflicht (Foto:Imago/Simon)

In der bayerischen Geschichte sind schon manche Herrscher dem Wahnsinn verfallen – zuletzt der legendäre „Kini“ Ludwig II. Was diesem sein Schlossbau-Spleen war, das ist seinem Nacheiferer Markus Söder Corona. Die Märchenwelt, in der sich der Ministerpräsident inzwischen eingenistet hat und sich als heldenhafter Recke der Virusbekämpfung in Szene setzt, nimmt mittlerweile sogar die massive Schädigung der Menschen in Kauf, deren Gesundheit ihm doch angeblich am Herzen liegt. Aktuelles Beispiel: Seine jüngste FFP2-Masken-Tragepflicht.

Dass auch die Masken-Tragepflicht früher oder später zum Gegenstand von Söders willkürliche Herrsch- und Profilierungssucht würde und einer weiteren Verschärfung unterworfen würde, stand schon länger fest. Nachdem der mancherorts flächendeckende Zwang im Freien, selbst beim Joggen oder Radfahren, nicht genügte, soll nun auf ein neues Folterwerkzeug gesetzt werden: Die „Gessler-Maske“, der klassische Stoff- oder OP-Gesichtslappen, soll nun Produkten der FFP2-Norm weichen. Hätte man vergangenen Januar Deutschlands Ärzten gesagt, dass in einem Jahr diese Masken von jedermann in der Öffentlichkeit getragen werden müssen, hätten sie zu Recht mit ungläubigem Gelächter reagiert. Jetzt sind sie Pflicht – und sollen massenhaft erworben werden, zu gesalzenen und für den Normalbürger kaum zu schulternden Preisen, die bei korrekten Tragzeiten von maximal acht Stunden schnell in den dreistelligen Bereich pro Person und Monat schnellen können.

Ein Hintergrund könnte sein, dass Söder mit seinem neuesten Willkürvorstoß Bundesgesundheitsminister Jens Spahn behilflich sein möchte, dessen aberwitzig-überteuerte Masken-Fehlkäufe vom vergangenen Frühjahr endlich loszuwerden. Zwar wird vermeldet, die in Bayern verkauften FFP2-Masken stammten aus „bayerischen Lagerbeständen; doch die damals per Open-House-Verfahren zu kuriosen Stückpreisen von 4,50 Euro wahllos zusammengekauften Bestände stapeln sich überall in Deutschland massenweise in Lagerhäusern – vor allem, weil Spahn die Lieferanten unter teilweise fadenscheinigen Ausreden auf ihren Rechnungen sitzen ließ. Jetzt werden sang- und klanglos, auch auf verlorene Prozesse hin, die Bestände aufgelöst – und eine FFP2-Maskenpflicht trifft sich da gut. Auf gut Deutsch: Eine riesige Verscheißerung der Bevölkerung, wie nicht zum ersten Mal in dieser Pandemie.

Brave Idioten: Monatelang Stoff-, jetzt Krankmachermaske

Nachdem die Deutschen nun also wie brave Idioten neun Monate lang OP- und Alltagsmasken getragen haben, ohne dass es – neben diversen Nachteilen, kommunikativen und psychischen Belastungen, offensichtlich auch nur den leisesten Effekt auf die Virusausbreitung hatte, soll jetzt also zu potentiell krankmachenden FFP2-Masken umgeswitcht werden, die mehr Schaden als Nutzen versprechen.

Denn die Sicherheitsklasse dieser Spezialmasken war zu keinem Zeitpunkt für auf das Tragen durch die breite Masse als „Alltagsutensil“ ausgelegt. Die Masken dienten stets nurnur für spezielle berufliche Anforderungen – und auch nur für die Dauer einer unmittelbaren Schadstoffexposition. FFP2- und auch FFP3-Masken waren NIE für den Dauereinsatz konzipiert. Sogar Befürworter der Maskenpflicht betonten vergangenes Jahr, dass der einzige Zweck von Masken darin besteht, immer dort, wo die Abstandsregelung nicht einhaltbar ist, für Schutz zu sorgen. „Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, zum Beispiel Behelfsmasken, sind hierbei im Alltag ausreichend. FFP2/3-Masken machen nur für den direkten Umgang mit Infizierten Sinn„, erklärte etwa Professor Edwin Bölke vom Düsseldorfer Uniklinikum bei Einführung der gesetzlichen Maskenpflicht vergangenen April im „Ärzteblatt„.

Damit nicht genug: Das Robert-Koch-Institut (RKI) höchstselbst warnt ausdrücklich vor Risiken durch FFP2-Masken für Menschen, die nicht in Gesundheitsberufen arbeiten: In seinen online publizierten Infektionsschutzmaßnahmen schreibt die Wieler-Behörde- Stand 6. Januar 2021 – „In den Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und des ad-Hoc AK Covid-19 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.

Selbst das RKI warnt

Mehr noch: Das RKI warnt, wie die „Münchner Abendzeitung“ schreibt, explizit vor möglichen Gesundheitsgefahren: „Beim Einsatz bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen„. Und weiter: „Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollte möglichst ärztlich begleitet werden.“ Das lässt sich alles auf der RKI-Webseite nachlesen.

Noch deutlicher werden sogar führende Virologen und Ärzte: Die FFP2-Masken schützten nur dann, wenn sie „korrekt angelegt und verwendet werden„, sagt etwa der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit laut dem Portal „Isar-Donau-Wald„. Sie müssten dicht abschließen, die Außenfläche dürfe auch beim Ablegen nicht berührt werden. Dies werde allerdings noch nicht einmal bei den bisherigen Alltagsmasken erreicht. Christoph Spinner, Virologe und Oberarzt für Infektiologie im Münchner Klinikum Rechts der Isar, verspricht sich aus diesem Grund von den FFP2-Masken, gegenüber den bisherigen, „kaum zusätzlichen Schutz.“ Und Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, warnt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Im schlimmsten Fall kann sich die Lage durch FFP2-Masken sogar verschlechtern, weil sich die Leute geschützter fühlen und weniger vorsichtig sind.“ Knobloch war es auch, der darauf aufmerksam machte, dass die Masken bei Männern mit Bartwuchs nicht richtig wirken, weshalb sich diese vor dem Tragen rasieren sollten.

Doch all diese Bedenken und medizinischen Vorbehalte spielen natürlich keine Rolle mehr und gelten nicht – Södolf weiß es besser. Was interessiert da die Gesundheit und die körperliche Unversehrtheit von alten Menschen, die unter dieses neue Joch gezwungen werden? Heilloser hat sich die Politik in diesem Land seit 80 Jahren nicht mehr verrannt. (DM)