Hymnen-Verweigerung auf dem Parteitag: Die CDU als „antinationalistische Linke“

Laschet nach seiner Wahl auf dem 33. Parteitag der CDU (Foto:Imago/osnapix)

Rückgratlos, charakterlos, niveaulos: Als gestern zum Abschluss des digitalen CDU-Parteitagwochenendes (mit der Wahl von Merkel-Klon Armin Laschet zum neuen Vorsitzenden) die deutsche Nationalhymne angestimmt wurde, sang kaum einer der Delegierten mit: Drei Viertel schwiegen verschämt. Früher wurde die dritte Strophe des Deutschlandlieds gerade auf Unionsparteitagen stets mit stolzgeschwellter Brust intoniert. Heute verweigert sich anscheinend ein Großteil der Christdemokraten jeglichem nationalen Bekenntnis.

Was hier sinnfälliger denn je durchschlug, ist das Resultat eines 16-jährigen Säurebades aus Identitätszersetzung, Traditionsbeseitigung und Verwässerung alles Nationalen. Es zeugt vom gruseligen Erbe einer Kanzlerin, die EU-Zentralismus über die Interessen Deutschlands stellt, die „Volk“ durch „Bevölkerung“ ersetzt, die panisch Schwarzrotgold-Fähnchen von der Bühne entfernt und beim Abspielen der Nationalhymne akute Zitterkrämpfe erleidet. Merkel hat die deutsche Grundscham wieder sichtbar gemacht – eine Scham, die sich – anders als bei Willy Brandts Warschauer Kniefall – nicht länger und nachvollziehbarerweise auf das dunkelste Kapitel unserer Geschichte bezieht, sondern auf die korrekturbedürftige Schmach per se, dass überhaupt so etwas wie eine deutsche Nation existiert – ganz gleich ob demokratisch oder diktatorisch verfasst. Deutsch sein, das heißt seit Merkel wieder, sich seiner selbst zu schämen.

Viele der im öffentlichen Raum, in der Politik und gerade im Spitzensport angereicherten Deutschen mit türkisch-orientalischer Migrationsgeschichte, die mit diesem Land emotional-ideell genauso wenig am Hut haben wie diese Kanzlerin, geben diesbezüglich seit langem ein nicht minder verhängnisvolles Vorbild ab: Die Hymnenverweigerung stolzer passdeutscher Herzens-Osmanen bei Fussball-Länderspielen, mit zugepressten Lippen im DFB-Trikot, illustriert treffend, wie die durch Merkels Politik millionenfach personell verstärkten Parallelgesellschaften innerlich fühlen: Deutschland ist da, wo der Geldbeutel wohnt – nicht das Herz. Wenn sich nicht einmal mehr die Einheimischen zu ihrer Heimat bekennen, wieso sollten es dann die Neubürger tun?

Insofern ist es nur konsequent, wenn die von Laschet verweste Union als Heimstatt linker Globalisten, Zuwanderungslobbyisten und Islamisierungstreiber nicht nur Wunschpartner der Grünen ist, sondern ihre Mitglieder, genau wie die Grünen, mit Deutschland mittlerweile ebenfalls „nichts anfangen“ können oder es gar „zum Kotzen“ finden – auch wenn sie es im Gegensatz zu Robert Habeck nicht so drastisch ausdrücken. „#WegenMorgen„, versteht sich.

Teil der innerparteilichen Cancel-Culture

In der angeblich „christlich-demokratischen“ Union (übrigens auch in der grün-versöderten CSU) läuft die antipatriotische Zeitgeistanbiederung eben etwas subtiler ab – durch innerparteiliche Cancel-Culture gegenüber als überflüssig erachteten Relikten à la christlichen Feiertagen oder nationalem Liedgut. Und bei vielen der stummgebliebenen Delegierten des Parteitags mag zu der Auffassung, ein hymnisches Bekenntnis zum Vaterland sei sowieso latent rassistisch und ausgrenzend, auch noch die Missachtung von Gendersprech und Quote („brüderlich mit Herz und Hand„) hinzutreten.

Dass da nicht nur Vertreter der als „rechtsaußen“ oder „konservativ“ verschrieenen, im Maßstab früherer Zeiten durch und durch gemäßigt-liberalen Werteunion, sondern auch der Jungen Union irritiert die Stimme erheben, spricht Bände über den irreversiblen Linksruck dieser einstigen „Partei der Mitte“ in ihrer Selbstentfremdung: „Stört es mich als Einzigen, dass drei Viertel des CDU-Vorstands unsere Nationalhymne nicht mitgesungen haben?„, wunderte sich ein JU-Kreisvorsitzender auf Twitter. Er ist in wohl der falschen Partei. Übrigens wird einzige verbliebene politische Alternative, in der die Hymne noch unbelastet angestimmt wird, demnächst vom Verfassungsschutz beobachtet. Tempora mutantur.

Tatsache ist: Wenn es heutzutage mehr Deutsche gibt mit Hemmungen, die dritte Strophe der Nationalhymne zu singen, als noch vor einigen Jahren die erste Strophe zu singen bereit waren, dann ist dies ein untrügliches Zeichen für den finalen Zerfall dieser demokratisch und freiheitlich verfassten Kulturnation. Diese Entwicklung beim digitalen Parteitag denen so ehrlich vor Augen geführt zu haben, die „schon länger hier leben„, ebenso wie jenen, die „neu dazugekommen sind„: Dafür muss man der 2021er-CDU 2021, dieser Karikatur einer bürgerlichen Partei, beinahe schon dankbar sein. (DM)