Twitter & Trump: Sascha Lobo im SPIEGEL

Selbsterklärend - Foto: Collage

Nach der Sperrung resp. der Löschung der Facebook- und Twitteraccounts von Donald Trump und fast seines gesamten Teams haben andere Nutzer der beiden sozialen Netzwerke Konsequenzen gezogen und ihre Accounts ebenfalls gekündigt. Telegram, Parler, MeWe und Gab erfreuen sich seither enormer Zuwächse. Verlust an Marktwert für Twitter und Facebook kombiniert: 51 Milliarden Dollar binnen einer Woche. Der urdeutsche Sascha Lobo jedoch bemängelt im SPIEGEL, daß Twitter den US-Präsidenten nicht schon viel früher rausgeschmissen hat. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Wer Sascha Lobo einmal gesehen hat, wird ihn so schnell nicht wieder vergessen. Das liegt nicht an dem, was er evtl. gesagt haben könnte, sondern an seinem Aussehen. Lobo hat einen sogenannten Irokesenschnitt. Das ist eine Frisur, bei welcher der Schädel im Nacken und an den Seiten aussieht wie der eines Hitlerjungen. Entschärft wird diese Anmutung durch eine Bürste aus langen Haaren oben auf dem Kopf, die vermutlich per Haarspray oder Gel in einer senkrechten Position gehalten wird. Das ist schade. Würde Sascha Lobos Bürste nämlich strähnig über die kahlrasierten Seiten seines Schädels herabhängen, sähe er so aus, wie er denkt. Das Haarspray dient also der Verstellung. Der aufrichtige Gedanke ist Sascha Lobo nämlich völlig fremd. Im SPIEGEL hat er das wieder einmal unter Beweis gestellt. Lobo ist Präferenzutilitarist, ob ihm das selbst klar ist oder nicht. Er kann nur das denken, was der Rechtfertigung seines Willens dient. Sascha Lobo ist eben urdeutsch. Urdeutscher ist man heute, wenn man so eine Art Hippie-Hitler-Haltung (HHH) hat. Die hat er.

Sascha Lobo – Foto: Imago

Lobo moniert, daß US-Präsident Trump viel zu lange „per Twitter regiert“ habe. Er bezeichnet Donald Trump sogar als einen „neuen Herrschertypus“, als einen „Social Media Leader“. Das ist für sich genommen schon grottendämlich, weil es insinuiert, daß verwerflich sei, wenn ein Präsident sich nah am Volk aufhält. Das Volk ist nämlich ebenfalls ein neuer „Volkstypus“ als „Social Media Reader“. Hätte Lobo nicht heute, sondern kurz nach der Erfindung der Zeitung gelebt, hätte er vermutlich von einem „neuen Herrschertypus“ geredet, weil die Zeitungen zu amtlichen Verkündungsblättern avancierten.

Der präferenzutilitaristische Bürstensascha: „Die Sperrung von Donald Trumps Twitteraccount hat weniger mit Meinungsfreiheit zu tun, als seine Fans gern hätten. Es geht um die Wirkung der sozialen Medien auf die Gesellschaft und auf die Welt.“ – holla die Waldfee. Wir sollen lernen – erstens: Sascha Lobo weiß besser als die 88 Millionen Twitter-Follower von Donald Trump, daß Zensur „weniger mit Meinungsfreiheit“ zu tun hat. Es ist aber genau andersherum. 88 Millionen Twitter-Follower von Donald Trump wissen ganz genau, daß Zensur mit Meinungsfreiheit nicht „weniger“, sondern gar nichts zu tun hat. Zweitens: Der Digitalirokesenexperte präsentiert sich als Fachidiot. Weil digitale Medien sein Metier sind, entgeht ihm völlig, daß es seit Erfindung des amtlichen Verkündungsblattes um die Einflußnahme „auf die Gesellschaft und auf die Welt“ geht. Und seit der Erfindung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens erstrecht. Drittens: Lobo adelt die farblose Binsenweisheit zur roten Bürstenweisheit und will allein deswegen schon für einen enormen Durchblicker gehalten werden.

Was Lobo stinkt, ist, daß Donald Trump sich per Twitter direkt ans Volk wenden konnte und daß es schnell ging. Ihm stinkt, daß die Effizienz von Social Media auch dem politisch Andersdenkenden dient. Das ist unsolidarisch, weil Lobo und Trump einen gemeinsamen Feind und einen gemeinsamen Verbündeten haben. Der Wind ist der Feind, und das Haarspray ist der gemeinsame Verbündete. Fehlende Solidarität ziert aber keinen Linken. Soll er sich hinter die Ohren schreiben, der Lobo, stimmt´s, Helge Lindh? Frau Esken? – Na also.

Außerdem: Donald Trump war auf Twitter sehr viel mehr angewiesen, als beispielsweise Nancy Pelosi oder Kamala Harris. Wären die beiden linken Giftspritzen bei Twitter rausgeflogen, hätten sie noch immer die Mainstream-Medien gehabt, die sich willig als Sprachrohr zur Verfügung gestellt hätten. CNN, ABC, MSNBC und wie sie alle heißen: Zuletzt haben die sich sogar aus LIVE-Übertragungen von Trumpreden ausgeklinkt, dem US-Präsidenten sozusagen das Wort abgeschnitten, weil sie selbst nicht mehr ertragen konnten, was Donald Trump zu sagen hatte. Ein gutes Drittel aller US-Amerikaner kann inzwischen den Medien-Mainstream nicht mehr ertragen. Etwa ebensoviele halten BigTech (Facebook, Twitter, Google, Youtube und Co.) für das Krebsgeschwür der Demokratie. Das ist sehr gut nachvollziehbar. Außer für einen Präferenzutilitaristen wie den digitalen Bürstensascha. Der hält Demokratie, Rede- und Meinungsfreiheit – vermutlich überhaupt die Freiheit – offenbar für etwas, das seinem Willen zu dienen hätte, andernfalls er keinen Wert darin erkennen kann. Lobo ist eben der Prototyp des selbstgerechten Digitaltotalitären von heute.

Lobo: „Das ist das eigentliche Problem: Wir brauchen in liberalen Demokratien ein nachvollziehbares, transparentes und sinnvoll anfechtbares Sperr-Regime.“ – da haben „wir“ es wieder, dieses „wir brauchen“. Leute wie Lobo sagen ständig, „wir müssen“, „wir brauchen“ und „wir dürfen nicht“. Damit wollen sie insinuieren, daß sie selbstlos „für uns alle“ denken und nebenbei auch noch ein selbstverständlicher Teil von „wir“ seien. Typen wie Lobo laden sich zu jeder Party selber ein. Dabei ist es so: Keine liberale Demokratie braucht überhaupt ein „Sperr-Regime“. Rowan Atkinson hat das in einer Rede zur abscheulichen „Cancel Culture“ kürzlich erst hervorragend unterstrichen. „Insult me!“ („Beleidigen Sie mich!“), forderte er – und merkte an, daß die liberale Demokratie nicht weniger Rede, sondern mehr Rede brauche. Und daß Polemik, Beschimpfung und Beleidigung, die Überzeichnung, die Groteske und alles das, was heutzutage einem loboösen „Sperr-Regime“ anheim fallen soll, selbstverständlicher Teil der Komunikation überall dort zu sein hätte, wo man vom eigenen Gemeinwesen behauptet, daß es sich um eine liberale Demokratie handele. Ein Lobo hingegen will mit seinem „wir brauchen“ den Lobo-Staat herbeibürsten. Man erwidere einem Lobo auf sein „wir brauchen“ ein „ich brauche nicht“ – und ergötze sich an dem pseudomoralischen Anfall, in dessen Verlauf er einen als „Asozialen“ titulieren würde. Jeder Irokese, der in den kindischen „Sprachschutzkategorien“ von Sascha Lobo formuliert hätte, wäre von seinem Häuptling ausgelacht – und in den Wigwam seiner Mama zurückgeschickt worden. „Liberale Demokratie“ und „nachvollziehbares, transparentes und sinnvoll anfechtbares Sperr-Regime“ – geht´s noch?

Daß die loboöse Digitalbürste dann bemängelt, der iranische Henker Khamenei dürfe auf Twitter weiterzwitschern, während Trump nicht mehr dürfe, und daß das nur schwer nachzuvollziehen sei, ist so urdeutsch, daß man mit Sauerkraut nach Lobo werfen möchte. Wenn schon Bullshit, dann gefälligst Bullshit für alle, scheint er für angezeigt zu halten. Wegen der „sozialen Gerechtigkeit“ als einer der zahlreichen linken Untergerechtigkeiten, vermutlich. Nein, weder Khamenei noch Trump oder sonst irgendwer braucht ein „Sperr-Regime“. Daß es wieder einmal der SPIEGEL gewesen ist, der glaubte, Sascha Lobo Platz für seine Totalitaristenkolumne einräumen zu sollen, spricht allerdings Bände. Der SPIEGEL ist inzwischen das Fachblatt für präferenzutilitaristische Selbstzensur. Was den Herrschaften dort nicht in die eigene Agenda paßt, wird einfach verschwiegen. So, wie im gesamten deutschen Medien-Mainstream. Nichts ist derartig gut belegt wie der US-Wahlbetrug in seinem gigantischen Ausmaß. Nichts ist besser belegt, als Donald Trumps Aufruf zum friedlichen Protest. Lesen „wir“ etwas Wahres darüber in Deutschland? Ganz im Gegenteil. „Wir“ werden angelogen, daß sich die Balken biegen. Aber der totalitäre Digitalbürstensascha darf für sein „transparentes Sperr-Regime“ trommeln. Sollte jemand nach dem „ewigen Deutschen“ suchen: Sascha Lobo wäre einer. Kollektivist, staatsgläubig, verbots- und regelungsgeil bis zum Abwinken, selektive Wahrnehmung, links (und damit link) bis ins Mark. Wenn gänzlich Ungewählte einem -zigmillionenfach Gewählten das Wort abschneiden und ihn völlig zum Schweigen bringen, dann gefällt ihm das. Einfach widerlich. Mit den Lobos dieser Republik gibt es keine Demokratie, keine Redefreiheit, keine Rechtsstaatlichkeit, keine intellektuelle Großzügigkeit und keinen Humor, sondern nur die kackendreisten Anmaßungen selbsternannter Volkspädagogen, die ständig für das „wir“ denken und auch noch Anerkennung dafür erwarten. Das ganze Land ein einziger infantiler Kindergarten von staatsgläubigen Entmündigten.