Zweierlei Maß nach FFP2-Maskenzwang: Wieso wird der Einzelhandel nicht sofort geöffnet?

Schicht im Schacht für Deutschlands Handel (Foto:Imago/Peters)

Niemanden scheint über die ab kommenden Montag geltende FFP2- bzw. OP-Maskenpflicht ins Grübeln zu kommen und stutzig zu werden, dass das Corona-Kabinett damit die komplette Unsinnigkeit einer weiteren Schließung des Einzelhandels zumindest indirekt bestätigt hat: Der verstärkte Schutzeffekt durch die Partikelfiltermasken (auch wenn er mit einer massiven politisch in Kauf genommenen Gesundheitsgefährdung der Bürger einhergeht) würde es nämlich genauso gut erlauben, sich in Geschäften aufzuhalten, wie in Bus, Bahn oder Büros.

Die fortan geltenden vergrößerten Abstände, die Verringerung von Fahrgästen im ÖPNV, vor allem aber die vorgeschriebene freie Fläche von 10 Quadratmetern und Arbeitnehmer in Büros bzw. überall dort, wo kein Home-Office möglich ist: All dies ermöglicht noch immer längere Begegnungen und dichtere Zusammenkünfte, als sie in den Läden und Geschäften vor Verkündung des „harten“ Lockdowns Mitte Dezember möglich waren. Dort wurde als Zutrittsbegrenzung gar nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter gerechnet – und das wohlgemerkt bei wesentlich kürzeren Kontaktzeiten beim Einkaufen, als sie in Verkehrsmitteln und erst recht am Arbeitsplatz entstehen.

Mit welcher Begründung also sollten die Geschäfte – in denen schon vor dem Lockdown so gut wie keine Infektionen anfielen – jetzt nicht einmal öffnen, wo ihre Kunden mit FFP2-Maske gewappnet sind – einer Norm, die im Gegensatz zu den bisherigen Alltagsmasken ihren Trägern ja einen Aktivschutz verspricht? Entweder glauben die politischen Krisenentscheider in ihrer unergründlichen Weisheit selbst nicht an die Wirksamkeit der eigenen Vorschriften – oder es geht ihnen um die vorsätzliche Sabotierung und das Ruinieren ganzer Wirtschaftszweige.

Unlogischer, unausgegorener, widersprüchlicher und willkürlicher jedenfalls könnten die gefassten Beschlüsse somit kaum mehr sein. Dass der am langen Arm systematisch ausgehungerte, auf ihm zugesagte Corona-Hilfen wartende Einzelhandel hier nicht heftiger rebelliert, kann nur mit Resignation erklärt werden – oder es befinden sich schon so viele Unternehmen im Überlebens- und Existenzkampf, dass sie für politische Kampagnen oder juristische Gegenwehr keine psychischen und finanziellen Reserven mehr haben. Umso eher müssten allerdings daher die Verbände für Handel und Einzelhandel die Stimme erheben – und in einer medialen Kampagne offen fragen, mit welcher Begründung die Innenstädte trotz der medizinischen Maskenpflicht weiter stillgelegt bleiben. (DM)