Merkel sorgt sich rührend um Kinder im Lockdown – sofern sie kein Deutsch können

(Symbolbild:Imago/Hettrich)

Wie üblich rührend sorgt sich die Kanzlerin um die Kinder in diesem Land – vorausgesetzt, es sind nicht die eigener Landsleute, sondern die von Migranten, insbesondere der während ihrer Amtszeit millionenfach ins Land gelockten Neubürger. Als Hauptnachteil der von ihr durchgesetzten weiteren Schulschließungen fiel Angela Merkel natürlich das Schicksal der Schüler mit fehlenden Sprachkenntnissen ein: Die, bei denen „die Eltern eben nicht zu Hause Deutsch sprechen„, seien in einer „sehr viel schwierigeren Situation.

Wer in einer Momentaufnahme erfassen will, wie diese Kanzlerin tickt, für den eignet sich dieser Satz Merkels als Schlüsselaussage; sie äußerte ihn anlässlich ihrer gestrigen Entgegennahme des Abschlussberichts der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“. Das mehr als 280 Seiten starke Dokument gibt, so die „Welt„, zahlreiche Empfehlungen, um die „Integration von Zuwanderern“ zu verbessern. Wir sehen: Falls überhaupt noch so etwas wie Empathie und Mitgefühl bei dieser Frau existiert, dann gilt es ausnahmslos denen, von denen sie weder gewählt wurde noch für deren Geschicke sie zuständig ist – sondern prinzipiell allen anderen: Flüchtlingen, ob in Ungarn, auf dem Balkan, auf griechischen Inseln, im Mittelmeer, in Nordafrika oder die noch gar nicht aufgebrochenen in ihrer Heimat. Und natürlich auch Migranten, die schon im Land sind.

Welche Entbehrungen die durch ihre Blindflug-Corona-Politik für die Angehörigen des eigenen Volkes bedeutet, was deutsche Familien durch die weitere Aussetzung des Präsenzunterrichtes an Strapazen erleiden, das ist für sie bestenfalls sekundär. Dort, wo beide Eltern die deutsche Sprache „perfekt verstehen und sprechen“ und gleichzeitig „vielleicht auch eine akademische Berufsausbildung haben„, sei das Problem bei weitem nicht so schlimm, meint die Kanzlerin, und geht von „unterschiedlichen Belastungen“ aus. Es ist dieselbe Ignoranz und Geringschätzung gegenüber den eigenen Landsleuten wie schon 2015: Jammert nicht, euch geht es gut, denkt lieber mal an die, denen es viel dreckiger geht!

Priorisierung des „Lieblingsvolks“

Davon abgesehen, dass diese These in der Corona-Krise sicherlich nicht mehr zutrifft und „deutschsprachige Deutsche“ vermutlich deutlich stärker unter der Situation leiden als viele Angehörige von Parallelgesellschaften, die die Regeln ohnehin sehr flexibel auslegen (wie die vielen derzeit auffliegenden Hochzeitsfeiern, Pokerrunden und Partys der „Szene“ zeigen), lautet die in diesem Zusammenhang ungleich interessantere Frage doch: Wieso gibt in Deutschland eigentlich so viele Familien, in denen kein Deutsch gesprochen wird, und wieso so viele Schüler ohne oder mit allenfalls rudimentären Deutschkenntnissen?

Diese Frage lässt Merkel unbeantwortet – würde die ehrliche Antwort doch das Fundamentalversagen der Bundesregierung in der Integrationspolitik belegen; einer Politik, die vor vor allem in der hartnäckigen Leugnung der bitteren Tatsache besteht, dass zu Integrierenden hier in den allermeisten Fällen gar nicht integrationswillig sind. Ob mit oder ohne Corona. (DM)