Kevin – alleine unter Rassisten

Die Antirassismus-Kämpfer sind wieder am Werk: Die Schauspielerin Thelma Buabeng, mit der richtigen – spricht dunklen Hautfarbe ausgestattet – ist der Ansicht, dass im Weihnachtsklassiker „Kevin – Allein in New York“ die deutsche Synchronisation rassistisch ausfällt. Der Ghana-Import nervte mit ihrem Anti-Rassismusgeschrei solange in den sozialen Medien herum, bis Netflix sich unterwürfigst für das „Verbrechen“ entschuldigte und eine Neuvertonung zusagte.

„Wie kann es sein, dass sich ein deutsches Synchronstudio völlig unnötige rassistische Übersetzungen zu einem Kinder bzw. Familienfilm ausdenkt. Tatsächlich ausgedacht, denn im englischen Original ist weder die Sprache von dem I-Wort noch vom N-Wort. Das ist an Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber Indigenen und schwarzen Menschen gar nicht zu übertreffen.“

Anlass der Entrüstung: Die deutsche Fassung des Weihnachtsklassikers „Kevin – Allein in New York“, das unter anderem auf Netflix zu sehen war. Die Ghana-stämmige Schauspielerin Thelma Buabeng war „wirklich fassungslos“ und schlug auf Instagram Alarm.

In ihr Antirassismus-Geschrei stimmten weiter Gesellschaftkorrektoren ein und klatschen zum „Black-lives-better“- Getöns von Buabeng. Wie das Boulevardblatt stern berichtet, meldete sich daraufhin tatsächlich Netflix bei der schwarzhäutigen Krawallnudel und entschuldigte sich unterwürfig mit dem Versprechen, dass die schlimme Passage bei der nächsten Ausstrahlung geändert wird.

Ach ja- Frau Buabeng tobt nicht nur in sozialen Netzwerken umher und macht darauf aufmerksam, was für eine abartig rassistische Gesellschaft wir doch sind. Die Dame ist auch politisch aktiv. Durch das devote Verhalten von Netflix bestärkt, zeigt sich die 39-jährige Schauspielern, hauptsächlich in öffentlich-rechtlichen Produktionen zu sehen, davon überzeugt: „Sowas kann nur verhindert werden, wenn mehr BIPOC („Black, Indigenous, and people of color“, Anm. d. Red.) in den Büros sitzen, die sagen, dass es so nicht geht. Deswegen finde ich es gut, wenn wie im Fall von Netflix uns zugehört wird und wir an den Tisch geholt werden.“

Buabeng bekam aber nicht durchwegs nur Applaus, weiß der Stern weiter zu berichten. Im stern-Blättchen darf sich die Schauspielerin jedoch unhinterfragt beklagen: „Ich bin nicht die Synchron-Polizei“, sagt sie. „Ich wollte lediglich auf Rassismus in einem Familienfilm hinweisen. Natürlich bin ich grundsätzlich nicht für Zensur. Aber bei Kinderfilmen wie bei Pippi Langstrumpf, oder in ausgedachter Form wie bei Kevin, muss das N-Wort wirklich nicht vorkommen.“ Als schwarze Schauspielerin werde sie ja häufig gebeten, sich zu Rassismus zu äußern. Das sei ein Los, das sie sich so nicht ausgesucht habe, erklärt Frau Wichtig weiter. Sie tue es trotzdem immer wieder, vor allem, um Vorbild für die jüngere Generation zu sein. Sie möchte auch nicht immer über Rassismus sprechen, aber die grausame, die rassistische Realität hole sie ein, wenn sie an Weihnachten vorm Fernseher sitze und dieses Wort höre. (SB)