Leidensdruck: Bis zu 500 Kilometer Anreise für Haarschnitt

Friseur (Symbolbild: shutterstock.com/Von diplomedia)

Im Großherzogtum Luxemburg können sich Friseure vor Arbeit kaum retten. Der Leidensdruck mancher, im wahnwitzigen Corona-Modus gefangenen Deutschen ist so groß, dass Anfahrten von bis zu 500 Kilometer in Kauf genommen werden. Wer schneidet eigentlich Angela Merkel die Haare und färbt ihren Ansatz? 

Ab dem 11. Januar hatte Luxemburg die erstickenden Corona-Maßnahmen gelockert. In den Schulen startete wieder der Präsenzunterricht; Fitnessstudios, Kinos oder Theater dürfen unter Auflagen wieder besucht werden. Ebenfalls können die Bürger im Großherzogtum ein Bedürfnis wieder befriedigen: Sich die Haare professionell schneiden lassen. Seitdem die Friseure in Luxemburg von dem Joch der wahnwitzigen Corona-Maßnahmen befreit sind und wieder ihrer Arbeit nachgehen können, stehen ihre Telefone wegen Terminanfragen nicht mehr still. Wie das Portal RTL.de berichtet, blüht das Geschäft insbesondere in den Salons an der Grenze zu Deutschland.

Wie groß der Leidensdruck in Merkels Corona-Deutschland ist, macht eine luxemburgische Friseurin klar: Sie habe Anfragen aus Köln und Bonn, auch aus Frankfurt und Hamburg hätten Frauen angerufen. Sogar eine Kundin aus dem 500 Kilometer entfernten München mit einer Anfahrt von fünfeinhalb Stunden sei bei ihr gewesen. „Viele Menschen sehnen sich nach einem Wohlfühl-Gefühl, sie möchten sich im Spiegel gut ansehen“, so die Frisörmeisterin. Ihre Kundinnen seien „total happy, dass sie einen Termin kriegen und dass sie verschönert werden.“ Mit ihren deutschen Kollegen habe sie großes Mitgefühl. Sie sei sehr froh, dass sie noch arbeiten darf.

„Frau Merkel tritt jeden Tag frisch frisiert in der Öffentlichkeit auf“. „Wer färbt Merkel und Giffey derzeit den Ansatz?“, so die durchaus berechtigten Fragen. Andere wiederum fühlen sich schlicht in ihrer Menschenwürde verletzt, wenn die Politik vorschreibt, man dürfe sich die Haare nicht mehr vom Friseur schneiden lassen. Gunnar Schupelius ging für BZ-Leser der Frage nach, wie es deutsche Politiker, die just dieses Friseur-Verbot erlassen haben, es selbst damit halten. Nur zwei von elf Regierungsmitgliedern im Senat gaben eine ehrliche Antwort, kritisiert Gunnar Schupelius. Auskunftsfreudig zeigte sich Berlins hochumstrittener SPD-Innensenator Andreas Geisel und Genosse Finanzsenator Matthias Kollatz. Man schneide sich die Haare selbst. Justizsenator Behrendt (Grüne), der für sein gepflegtes Äußeres ebenso bekannt ist wie für sein Regierungsversagen, gab bekannt, dass es sich um eine „Privatsache, die nicht an die Öffentlichkeit getragen“ werde, handelt. Der Rest der befragten Politiker beantworte die Anfrage erst gar nicht.

Es gibt sicherlich wichtigere Dinge im Leben als einen Haarschnitt, so Schuppelius. Dennoch fühlen sich immer mehr Menschen durch das Friseur-Verbot stark beeinträchtigt. Insofern muss die Frage erlaubt sei, ob sich diejenigen, die das Corona-Verbot erlassen haben, sich auch selbst daran halten. Wie unzählige Beispiele aus den letzten Monaten gezeigt haben, ist dem nicht so. (SB)