Rückruf von FFP2-Masken in Bayern weitet sich aus

Atemnot (Symbolbild: shutterstock.com/Von 9nong)

Nachdem das Landratsamt Aschaffenburg bereits rund tausend Masken als möglicherweise untauglich einstufte, hat jetzt auch die bayerische Bereitschaftspolizei 30.000 Masken zurückgerufen. Aber nicht nur in Söders-Coronaland besteht der Verdacht auf massive Mängel bei den FFP2-Masken. Auch in Niedersachsen wurden 300.000 dieser Masken wegen mangelnder Beschriftung zurückgerufen. 

30.000 der hochumstrittenen FFP2-Masken wurden am Freitag wegen des Verdachts auf Mängel zurückgerufen. Bestimmt waren die aus China stammenden Masken für die Bayerische Bereitschaftspolizei. Selbiges Problem in Aschaffenburg. Auch dort hatte das Landratsamt tausend dieser Masken zurückgerufen. Grund ist, dass bei der Dichte der Chinaschrott-Masken schwankende Werte gemessen wurden und die verteilten Masken nicht die in der EU gebräuchliche Bezeichnung FFP2 oder CE, sondern die chinesische Bezeichnung tragen, die der EU-Norm ähnlich ist.

Am Donnerstagabend erreichte eine Ärztin aus der Wesermarsch eine Mail der Kassenärztlichen Vereinigung. Inhalt: Tausende Masken müssen in Niedersachsen zurückgerufen werden. Wie die Nordwest-Zeitung berichtet, geht es um 300.000 FFP2-Masken, die bereits in Niedersachsen unter das Corona-Volk gebracht wurden. Der Grund: mangelhafte Beschriftung.

Auf der Seite „Produktwarnung.eu“ erscheinen zum Stichwort Rückruf FFP2-Masken eine beeindruckend lange Liste, die bereits zurückliegende Rückrufaktionen und Warnungen aufzeigen.

FFP steht für „filtering face piece“. FFP2-Masken sind laut EU-Klassifikation dafür vorgesehen, um gegen „gesundheitsschädliche Stäube, Nebel und Rauche“ zu schützen. Das heilige RKI schrieb zu den Gesundheitsgefahren von FFP2-Masken – am 6.1.2021 – in seinen Infektionsschutzmaßnahmen: „In den ,Empfehlungen der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, d. Red.) und des ad-Hoc AK Covid-19 des ABAS (Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe, d. Red.) zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit Sars-CoV-2′ werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.“

Das RKI warnte bis vor kurzem noch ausdrücklich vor möglichen Gesundheitsrisiken für bestimmte Gruppen: „Beim Einsatz bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen“, heißt es auf der Webseite des Instituts. Und weiter: „Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollten möglichst ärztlich begleitet werden.“

Am 22.1.2021 heißt es auf der Seite des RKI´s zu FFP2-Masken plötzlich: Was muss im Zusammenhang mit der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien zusätzlich berücksichtigt werden? Bisher wurden keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den möglichen Effekt einer solchen Maßnahme gemacht.

(SB)