Psychiatrische Kliniken laufen über: Immer mehr lockdowngeschädigte Kinder und Jugendliche

Symbolbild (Foto:Imago/agefotostock)

Während regierungshörige Propaganda-Aktivisten namens „Faktenfinder“ oder „-checker“ mit manipulativen Tricks versuchen, die Schadfolgen und Nebenwirkungen des Lockdowns kleinzureden, während Kritiker der Maßnahmen diffamiert und zensiert werden, da tritt die bittere Wahrheit immer deutlicher zutage. Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten an den Rand der psychischen Belastbarkeit. Was von den Intensivstationen seit Monaten dramatisierend behauptet wird, passiert in den psychiatrischen Kliniken tatsächlich: Sie laufen über.    

In Wien schlägt nun die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Alarm: Die Stationen sind hoffnungslos überfüllt; die zuständigen Ärzte geben zu bedenken, dass der Lockdown immer mehr Kinder krank mache. Seit Beginn des zweiten Lockdowns (der in Österreich zeitlich und in puncto Intensität mit dem deutschen in etwa vergleichbar ist) würden immer mehr Kinder und Jugendliche akut stationär behandelt – wegen Essstörungen oder Depressionen. Laut „Österreichischem Rundfunk“ (ORF) sind dabei zunehmend auch Menschen ohne jegliche Vorbelastungen aus intakten Familien betroffen, die infolge der Kontaktbeschränkungen, aber auch wirtschaftlicher und existentieller Nöte unter schweren Störungen leiden.

Der Lockdown ist tatsächlich der Hauptgrund für diese Phänomene; vor allem die Schulschließungen und die soziale Isolation führen zu einer Verlusterfahrung, die viele Kinder und Jugendliche nicht bewältigen können. Deshalb rutschen viele in eine Abwärtsspirale. Das Fehlen von strukturierten Abläufen, Bewegung oder auch Sonnenlicht wirke sich mit der Zeit immer negativer aus.

Inzwischen kommt es sogar zu einer „psychiatrischen Triagierung„: Man müsse bereits weniger schwere Fälle, die normalerweise stationär aufgenommen würden, abweisen, so der zuständige Stationsoberarzt. Immer mehr Patienten kämen Tag für Tag; die Zustandsbilder seinen „deutlich akuter und schwerer ausgeprägt„. Insbesondere Essstörungen sind auf dem Vormarsch, viele jungen Patienten litten zunehmend unter Depressionen, Antriebslosigkeit und Erschöpfung klagen. Suizidgedanken seien keine Seltenheit. Besonders alarmierend: Auch ganz junge Kinder seien schon betroffen, berichtet die „Kleine Zeitung„. Im Bereich der Acht- bis Zwölfjährigen registriere man einen deutlichen Anstieg depressiver Symptomatik, der so bislang nie beobachtet worden sei.

Nie dagewesene und besorgniserregende Situation

Ähnlich hatten sich zuletzt auch deutsche Ärzte geäußert. So erklärte etwa die Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Mediclin Klinik an der Lindenhöhe Offenburg, Rita Pelz, die psychosozialen Folgen der Pandemie beträfen Jugendliche „am härtesten„. Eine aktuelle Studie zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie habe die die besorgniserregende Situationen den Kliniken bestätigt. „Leider wird darüber auf politischer Ebene nur wenig gesprochen„, so die Ärztin in den „Badischen Neuesten Nachrichten„. Seit einem Jahr seien die Familien nun der Belastung durch die Corona-Pandemie ausgesetzt. Die Folgen zeigen sich oft erst später. Insgesamt sei daher zu befürchten, dass sich die Situation nach dem jetzigen Lockdown noch verschärfen wird.

Nachtrag: Solche Entwicklungen sind für „Correctiv“ und andere „Faktenschinder“ natürlich keine Argumente – und wer daraus etwa die logischen Schlussfolgerungen zieht, dass es infolge des Lockdowns zu steigenden Selbstmordzahlen kommt, wird der „Fake-News“ bezichtigt, anhand ergoogelter Statistiken aus Vorjahren und unter Verweis auf das (übrigens skandalöse) Fehlen von jeglichen Regierungserhebungen zu Suiziden im Lockdown. Wenn es in Strömen regnet, ist dies für Deutschlands „Faktenfinder“ noch längst kein Beweis für die Richtigkeit der Behauptung, dass der Boden nass ist. (DM)