Deutsche Bistümer machen Geld für „Seenot-Rettung“ locker

Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx (Foto:Imago/Lindenthaler)

Die deutschen Bistümer München und Freising, Paderborn und Trier haben erneut einen großen Geldbetrag an die umstrittene sogenannte „Seenotrettung im Mittelmeer“ überwiesen. Nutznießer des Geldregens: einmal mehr die Organisation „Sea-Eye“. 

Laut einer Pressemeldung wurden 125.000 Euro an die deutsche  Organisation Sea-Eye überwiesen. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, spendete – zum wiederholten Mal – 50.000 Euro laut offiziellen Angaben – natürlich nicht aus dem Privatvermögen des Herrn Großverdieners, sondern aus den Haushaltsmitteln, die ihm aus dem Etat der Erzdiözese für soziale, caritative und weltkirchliche Zwecke bereitstehen. Für das Bistum Trier stellt Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg 25.000 Euro aus den Rücklagen seines Budgets zur Verfügung. Weitere 50.000 Euro aus dem Etat für pastorale Sonderaktivitäten des Generalvikars steuert für das Erzbistum Paderborn Generalvikar Alfons Hardt bei.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hatte vor einiger Zeit erklärt, sich nicht an dem EKD- Bündnis zur „Seenotrettung“ zu beteiligen. Bekannte Kritiker wie der Wiener Theologe Ulrich Körtner warfen dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm in dem Zusammenhang eine „moralisierende Haltung“ in der „Flüchtlingspolitik“ vor.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte darauf hingewiesen, das die selbsternannten Seenotretter Schlepper unterstützen: „Und so führt das Vorgehen der privaten Seenotretter am Ende zu mehr Toten“, so Kurz gegenüber der Bild und kritisierte, dass sich durch die „Seenotrettung“ im Mittelmeer immer mehr Menschen auf den Weg machen und immer mehr dadurch ertrinken. „All jene, die glauben, etwas Gutes zu tun, müssen sich eingestehen, dass es diese erwiesene Steigerung der Toten durch ihr Vorgehen gibt. Das bedaure ich zutiefst und werde es weiter bekämpfen. Es darf nicht darum gehen, was nach außen hin vielleicht gut aussieht, sondern was funktioniert. Ein Modell der privaten Seenotrettung funktioniert nicht“, betonte Kurz.

Andere, die das mehr als fragwürdige Tun von Sea-Eye und Co. kritisieren, werden – wie Tichys Einblick – mit Klagen der finanzstarken NGOs überzogen. So der Seenotrettung-Verein „Mare Liberum“. Dieser hatte im vergangenen Jahr gerichtlich erzwungen, dass TE vorläufig die Darstellung, er betreibe Schlepperei, untersagt wurde. Der Verein gewann vor Gericht aufgrund von drei eidesstattlichen Versicherungen. Diese bestätigten gleichlautend, der Verein habe noch nie einen Menschen aus Seenot gerettet. Wahnwitzigerweise ist jedoch genau das Satzungszweck des Vereins.

In welchem unglaublichem Ausmaß die evangelische und katholische Kirche in Deutschland ihren Realitätsverlust bereits zementiert haben, zeigt sich in erschreckender Weise in der seit 2015 mehr oder weniger pausenlos anhaltenden Flüchtlingswelle, die von Berufenen wahnwitzigerweise als großer gesellschaftlichen Erfolg für Deutschland gefeiert wird. „Ein klarer Fall von durchgeknallter Ökumene“, stellte jouwatch bereits im vergangenen Jahr fest. (SB)