Koitus vor dem Kadi: Sex-Zustimmungs-App in Dänemark

Erst die App, dann der "Beischlaf" (Foto: Von aldarinho/Shutterstock)

Die Schweiz denkt darüber nach, die Schweden haben es vorgemacht und bei den Dänen gilt ab 1. Januar 2021 nun auch ein verschärftes Sexualstrafrecht: Kommt nicht von beiden Sexpartner ein eindeutiges „Ja“ vor dem Akt, kann dieser als Vergewaltigung eingestuft werden. Um den Koitus gerichtsfest zu machen, gibt es in Dänemark nun eine Sex-Vertrags-App. Nach dem Drücken des „Okay“-Buttons kann es dann zur Sache gehen. 

In Vor-Coronazeiten könnte man das Nachfolgende noch für einen Scherz gehalten haben. Unzählige wahnwitzge Corona-Überwachungsphantasien später dürften die wenigsten daran zweifeln, dass die Dänen es ernst meinen: Nach Schweden gilt nun auch in Dänemark seit dem 1. Januar diesen Jahres das „Sex-erst-nach-Zustimmung“- Gesetz. Entwickler haben pfiffigerweise eine App namens „iConsent“ auf den „Sexmarkt“ geschmissen.

Was zwei erwachsene Menschen früher unter sich ausgemacht haben, das soll nun ein Softwareprogramm erledigen. Vor dem Sex geben die Sexpartner ihr explizites Einverständnis via Drücken des „OK“-Button und nach dem Akt wird der ganze geschlechtliche Spaß nochmals mit einem „OK“ verifiziert. Die Zustimmung ist pro Sex-Zusammenkunft 24 Stunden gültig. Die App soll laut Erfinder nicht nur den Missbrauch verhindert, sondern auch das Verhalten normieren und das Denken verändern. Eine schwedische und österreichische Varianten der Sex-Zustimmungs-App gibt es übrigens bereits.

Ob der Austausch von Körperflüssigkeiten nicht stattfinden kann, wenn man sich in einem Funkloch befindet, ob die App eine „Storno-Funktion“ bereit stellt (sollte sich der Sexakt  anders entwickeln als vorab gedacht), ob bei jedem Stellungswechsel sicherheitshalber einmal „Okay“ gedrückt werden sollte und ob die Applikation zuwanderungsensibel multilingual und mehrbenutzerfähig angeboten wird, diese Fragen sind noch zu klären.

„Man kann die Verantwortung für sein Tun nicht an eine Software abtreten, die einen beschützen soll. Eine Beziehung entsteht, indem man das Verhalten des andern fortlaufend deutet und auf ihn reagiert in seinem ganzen widersprüchlichen Wesen. Das lässt sich nicht auf Knopfdruck regeln“, kommentiert die NZZ-Autorin Birgit Schmidt den Schöne-Neue-Welt-Wahnsinn.

In den Kommentarspalten der sozialen Medien gibt es bereits den einen oder anderen Tipp für kommende Sex-Apps-Updates.:

„Kann man dann hinterher auch eine Bewertung abgeben? Die würde als Bewertungsprofil dem nächsten potenziellen Partner vorab angezeigt. Da kann man bei erwartet schlechtem Sex von vornherein ablehnen. Cool.“

„Das kann man 1 zu 1 auf die Corona-App auch anwenden; denn sie behandelt auch jeden Kontakt als potenziellen Virusträger. Statt Eigenverantwortung, übernimmt die Software den „Schutz“. Bereitwilliger kann man seine Mündigkeit gar nicht auf den Müll werfen.“

Sex-Zustimmungs-App ist wie #Gendergaga: im normalen Leben benutzt soetwas keiner, nur in dem durch Linksideologen kontrollierten öff. Raum entsteht ein Zwang durch sozialen Druck.“

Man sollte das konsequent zu Ende denken. Wir bekommen alle Keuschheitsgürtel, die dann nur in zertifizierten Verrichtungsräumen von staatlich bestallten Beischlafzeugen gelöst werden können. Gegen eine entsprechende Gebühr versteht sich. Und wer mehr als 1x kommt zahlt extra.“

„Die einzige sinnvolle Lösung ist eigentlich die, dass jeder den Sex mit seinem Handy mitschneidet, um zu beweisen, zu können, dass der ganze Akt von beiden Seiten freiwillig war und blieb. Hat schon bei Gina Lisa funktioniert. „

„Es ist auf eine schaurige Art faszinierend zu sehen, dass Elemente klassischer Dystopien a´la Huxley oder Orwell immer mehr Teil unseres Lebens werden. Das unterstreicht noch einmal, wie genial und relevant diese Autoren waren. Wir wären theoretisch gewarnt gewesen.“

„ja was soll man dazu noch sagen, der letzte Rest von Eigenverantwortung wird an eine App delegiert…mir fehlen so wie so schon lange die Worte..“

„Das gehört unzweifelhaft zum Dümmsten, was sich Menschen je ausgedacht haben.“

„In so einer Welt will ich nicht leben. Was ein Irrsinn.“