Gesundheitsbehörden bestätigen: Der Einzelhandel wurde umsonst ruiniert

Foto: Menschen in einer Corona-Warteschlange (über dts Nachrichtenagentur)

Im Zusammenhang mit den neuen Corona-Mutanten wird nicht nur jede Menge Panikmache verbreitet. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit und unfreiwillig liefert die Politik mit ihrem ständigen Verweis auf die angebliche Gefährlichkeit der neuen Virus-Varianten jedoch abermals den schlagenden Beweis, dass die Schließung des Einzelhandels völlig sinnlos und ohne jeden Effekt ist: Nämlich durch verräterische Aussagen zum angenommenen kritischen Ansteckungszeitraum.

Nach der Infektion mehrerer Bewohner eines Leverkusener Seniorenheimes durch die britische Corona-Mutation B.1.1.7, die wohl noch kurz vor Beginn der ersten Impfungen in der Einrichtung an Silvester aufgetreten waren, und seither 15 Todesfällen (die natürlich wie üblich angeblich nichts mit der Impfung zu tun haben!), hatte der Leiter des Leverkusener Gesundheitsamts, Martin Oehler, gegenüber „Bild“ und anderen Medien erklärt: „Nach allem, was wir bisher wissen, ist die Corona-Mutation B.1.1.7 so ansteckend, dass man schon nach wenigen Minuten Kontakt mit einem Infizierten selbst infiziert ist.“ Deshalb würden die Mitarbeiter der Pflegeheime in seinem Amtsbezirk neben den bereits seit Sommer vorgeschriebenen PCR-Tests seit Dezember auch noch zusätzlich per Antigen- Schnelltest kontrolliert.

Hier wird der aufmerksame Leser stutzig: Wenn die angeblich erheblich infektiöseren Sars-CoV2-Mutationen aus Großbritannien und auch Südafrika „schon nach wenigen Minuten“ ansteckend sind, dann bedeutet dies folglich zwingend, dass die bislang verbreitetste „normale“ Corona-Variante, auf deren Grundlage vor drei Monaten etappenweise erneut das ganze Land dichtgemacht wurde, erst deutlich später ansteckend wirkt. „Wenige Minuten“ bedeutet zwingend: mindestens zwei. Wenn diese gegenwärtig so panikstiftenden Mutanten bis zu achtfach ansteckender sind und man diesen Faktor bei der Expositionsdauer zugrundelegt, die für eine Übertragung im Schnitt erforderlich ist, käme man auf bislang 16 Minuten für die „Nicht-Horror-Version“ des klassischen Virus.

Schon bei der App auffallend lange Kontaktintervalle

Dieses Zeitfenster scheint realistisch, und es wurde bisher übrigens auch vom RKI und den Entwickler der Corona-Warn-App zugrundegelegt: Hier schlägt die Kontaktnachverfolgung bekanntlich erst Alarm, wenn man sich ebenfalls länger als 15 Minuten in weniger als zwei Metern Abstand zu einem Infizierten aufgehalten hat. Die Detailangaben zur „Gefährlichkeit“ der Mutationen (die sich nicht auf die Schwere der Krankheitsverlaufs, sondern alleine auf die erhöhte Ansteckungsgefahr beziehen!) bestätigen damit also die zuvor schon beim Roll-Out der App von kritischen Beobachtern bemerkte, wundersam lange Expositionsdauer der gewöhnlichen Virusvariante.

Weil sich nun beim Einkaufen in Geschäften diese Exposition in der Praxis überhaupt nicht ergäbe – schon gar nicht für diese Dauer -, und dort ohnehin durch verschiedene Maßnahmen wie Zugangsbeschränkungen (ein Kunde pro 10 oder 20 Quadratmeter, nicht sogar in weitläufigen Baumärkten), Abstandsregeln, verkürzte Aufenthaltsdauer im Geschäft et cetera Begegnungen minimiert werden, UND weil inzwischen ja zusätzlich noch FFP2-Schutz vorgeschrieben ist, wurde somit vom Leverkusener Gesundheitsamt quasi offiziell bestätigt, dass es überhaupt kein nachvollziehbares Argument für die Schließung des Einzelhandels gegeben hat – und übrigens auch jetzt nicht gibt, trotz der kürzeren Ansteckungsfristen der Mutanten. Wenn diese utanten Risiken bergen, dann wieder vor allem dort, wo auch weiterhin Begegnungen uneingeschränkt zugelassen werden – in Bus, Bahn und Flugzeug oder am Arbeitsplatz. Der Handel ist also völlig umsonst ruiniert worden – und es ist wahrlich rätselhaft, dass angesichts dieser monströsen Folgeschäden niemand solche naheliegenden Zusammenhänge hinterfragt. (DM)